Die Größe macht´s nicht
Was in großen Klassen nicht klappt wird auch in kleinen Klassen nicht besser
Mehr zu: Förderunterricht, Schule(bikl) Kleinere Klassen erleichtern zwar die Arbeit der Pädagogen, führen aber nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen bei den Schülern. So lautet die Quintessenz des Artikels "Klein allein ist noch nicht fein" von Martin Spiewak in der heutigen Ausgabe der ZEIT.
Der Autor räumt mit der festen Überzeugung von Eltern, Lehrern und Bildungspolitikern auf, dass große Klassen schlecht seien und es sich in kleinen Klassen besser lerne.
"Es ist ein nicht auszurottender Mythos, dass kleinere Klassen automatisch zu höheren Lernergebnissen führen" hatte zuvor schon Andreas Helmke, Schulforscher an der Universität Koblenz-Landau, im ZEIT-Interview (Nr. 30/05) erklärt. Spiewak zitiert außerdem die Erziehungswissenschaftlerin Grit Arnhold, die in einer ersten Studie dieser Art untersuchte, inwiefern sich der Unterricht in kleinen und großen Klassen unterscheidet: So gut wie überhaupt nicht. "In der Regel lassen die Lehrer die Chancen kleinerer Klassen ungenutzt", wird die Wissenschaftlerin zitiert. Ob sie 20 oder 27 Schüler vor sich hätten – Lehrer pflegten die gleichen Lehrmethoden. Zu ähnlichen Ergebnissen waren Forscher der Universität Koblenz-Landau bereits 2002 gekommen, als sie untersucht hatten, welche Bedingungen das Lernen erschweren.
In Förderunterricht investieren
Im Wahlkampf versprechen Politiker gern vollmundig, mehr Lehrer einzustellen und Lehrer, Eltern und Schüler verbinden damit die Hoffnung auf einen besseren und erfolgreicheren Unterricht. Eine Einschätzung, die der wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Bildungspolitiker, so Spiewak, sollten Steuergelder besser anderweitig investieren: in zusätzliche Stunden für alle Schüler oder mehr Förderunterricht für Lernschwache und in eine bessere Aus- oder Fortbildung der Pädagogen.
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