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Schüler schlafen zu wenig

Späterer Schulbeginn besser fürs Lernen

19.09.2005

(bikl) Für etwa 842.000 Kinder hat in diesen Wochen der "Ernst des Lebens" begonnen: Sie sind jetzt Erstklässler. Neben all dem Neuen, das auf sie zukommt, bedeutet das: Morgens zwischen sechs und sieben klingelt auch bei ihnen - wie bei den meisten Schülern in Deutschland - der Wecker. Und das, so erklären Experten schon seit langem, ist nicht nur unangenehm, sondern schadet auch der schulischen Leistung.

Gelerntes wird nicht gespeichert

Eine Entwicklung der modernen Gesellschaft trifft Kinder wie Erwachsene: Die Schlafzeiten haben sich generell verschoben. Signale zum Einschlafen kommen nämlich gegenüber früheren Gesellschaften, die mit künstlichem Licht knausern mussten, erst sehr viel später. Die Aufstehzeiten aber sind gleich geblieben. Wer aber spät ins Bett geht und früh aufstehen muss, dem fehlt einfach Schlaf. Und das kann für Schüler fatale Folgen haben weiß der Chronobiologe Prof. Till Roenneberg von der Uni München. Denn eine Aufgabe des Schlafes ist es die Gedächtnisleistungen zu unterstützen und das, was tagsüber gelernt wurde, fest in das Gehirn hineinzuschreiben. Diese Abläufe finden aber erst im letzten Drittel des Schlafes statt und genau diese Zeit wird vielen Schülern genommen.

Die innere Uhr tickt anders

Besonders hart ist diese Situation für Kinder, die ohnehin mehr Schlaf brauchen. In der Pubertät steigert sich dann das Problem noch einmal. In diesem Lebensabschnitt tickt die innere Uhr nämlich schlicht und ergreifend anders, weiß Roenneberg. "In der Pubertät rutschen nachgewiesener Maßen die Uhren aus hormonellen Gründen noch einmal nach hinten, sodass den Jugendlichen, die nach wie vor früh aufstehen müssen, immer Schlaf fehlt."

Eltern und Lehrer wissen ein Lied von diesen "Morgenmuffeln" zu singen - die aber fühlen sich zu Unrecht angegriffen. Tatsächlich beweisen Experimente und Untersuchungen, die mit Jugendlichen durchgeführt wurden, dass ihre Reaktionen frühmorgens stark eingeschränkt sind.

Dauerhafte Folgen

Allein das schon wäre Grund genug, die Schüler nicht in den morgendlichen Straßenverkehr zu entlassen neben der Tatsache, dass sich der fehlende Schlaf negativ aufs Lernen und die Schulleistungen auswirken kann. Ideal, so Roenneberg, wäre ein Schulbeginn um neun Uhr. Doch noch beginnt in den meisten Schulen der Unterricht zwischen viertel vor und viertel nach acht. Viele Kinder und Jugendliche werden also halbwach auf den Schulweg und zum Lernen geschickt. Ein späterer Schulbeginn aber könnte sowohl für verkehrstaugliche Schüler als auch für erfolgreicheres Lernen sorgen. Allerdings gehen die Schulzeiten meist Hand in Hand mit den Arbeitszeiten berufstätiger Eltern - und das mindert die Chance auf eine Verlegung des Unterrichtsbeginns.

Link:

www.imp-muenchen.de


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