(bikl) Die heutige Schülergeneration wisse nicht weniger, sondern kenne sich schlicht in anderen Bereichen besser aus, erklärte der Essener Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm heute mit Blick auf die gestern veröffentlichte IW-Studie.
Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hatte unter anderem beklagt, in der Bundesrepublik würden "Bildungspotenziale nicht ausreichend ausgeschöpft" und zu viele Jugendliche würden ihre schulische oder die berufliche Ausbildung abbrechen. „Das ist die Klage einer alternden Generation, die den Jungen vorwirft, sie leisteten weniger als sie selbst“, sagte der Essener Bildungsforscher Klemm gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).
Seit Jahrzehnten gebe es Vorwürfe seitens der Wirtschaft und der Universitäten, Schulabgänger besäßen weniger Kompetenzen. Allerdings gebe es dafür keine Belege. Tatsächlich habe in den 60er Jahren ein Viertel einer Generation keine Ausbildung gehabt. Diese Gruppe der besonders Leistungsschwachen existiere nach wie vor. Sie falle aber mehr auf, weil es kaum noch Stellen für Ungelernte gebe.
In einem ist sich der Wissenschaftler allerdings mit den Forschern des IW einig: In Ganztagsschulen können Kinder besser gefördert werden. Geringe Kompetenzen oder fehlende Abschlüsse, so Klemm gegenüber der NOZ, besäßen vorrangig Jugendliche, deren Eltern keinen Wert auf Bildung legten oder die aus Migrantenfamilien stammten. „Diese Kinder gehen mittags nach Hause, wo ihnen nichts mehr geboten wird“, so Klemm wörtlich.
Neue Osnabrücker Zeitung
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Statement IW
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