(bikl/ots) Deutsche Schüler träumen von einem Job als Polizist, Journalist oder Soldat. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Berliner trendence Instituts, die morgen in der ZEIT erstmals veröffentlicht wird.
Mach diesem ‚Schülerbarometer-2006’ sind Polizei, Fernsehen und die Bundeswehr die attraktivsten Ausbilder. Die männlichen Befragten votierten für die Unternehmen BMW und Porsche, bei den Mädchen landet die schwedische Modefirma Hennes & Mauritz hinter Polizei und Fernsehen auf dem dritten Platz. "Die Jugendlichen haben eine Vorstellung davon, was ein Polizist tut. Sie sehen viel und gerne fern, und sie mögen billige Mode aus Schweden", schreibt die Hamburger Wochenzeitung.
Die Ergebnisse der Studie bestätigen so manches Klischee und sind für Berufsforscher ein Grund zur Sorge. "Die Studie bestätigt, wovor wir schon lange warnen", sagt Felix Rauner, Professor am Institut für Technik und Bildung an der Universität Bremen gegenüber der ZEIT. "Sie zeigt einmal mehr, dass Berufsorientierung und Berufsvorbereitung in Deutschland dramatisch unterentwickelt sind."
Rauner, der sich seit Jahren mit dem Ausbildungssystem in Deutschland beschäftigt, kritisiert besonders die scharfe Trennung von Schule und Berufsbildung in Deutschland. Die Folge: Die Schüler wüssten kaum, welche Berufe es gibt, und wählten dann aus Verlegenheit das Nächstliegende. Und das sind dann Bundeswehr oder Polizei, die jeder kennt und die als krisensicher gelten. Das Fatale: Berufe, die möglicherweise besser zu den Neigungen und Fähigkeiten der Schüler passen, werden übersehen. Das hat zur Folge, dass junge Menschen die erste und möglicherweise auch die zweite Ausbildung abbrechen, bis sie das Richtige gefunden haben.
Würde der Übergang von der Sekundarstufe eins in eine Berufsausbildung richtig vorbereitet, müssten nach Rauners Auffassung weniger Jugendliche nach der Schule in Qualifizierungsmaßnahmen, bevor sie einen regulären Ausbildungsplatz bekommen. In dieser Warteschleife, so berichtet die ZEIT, befinden sich in Deutschland mittlerweile sogar mehr Menschen als in einer regulären Ausbildung.