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PRO & CONTRA: Computer im Kindergarten?Prof. Stefan Aufenanger und Prof. Christian Pfeiffer im Interview09.01.2006
Die Schulen sind im Netz, jetzt hält der Computer Einzug in die Kindergärten. Doch die Experten streiten, ob der frühe Umgang mit Maus und Tastatur empfehlenswert ist. „Der Kindergarten sollte PC-frei bleiben“, erklärt Prof. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, und Prof. Stefan Aufenanger, Medienpädagoge an der Universität Mainz, kontert: „Kinder können schon mit drei Jahren sehr kreativ am PC sein.“ Beide werden im Forum Multimedia auf der didacta über Gefahren und Chancen von Bildschirmmedien diskutieren – vorab haben sie Stellung bezogen. Zentrale Aufgabe für den KindergartenPC im Kindergarten – ist das sinnvoll? Wie sollen Kinder lernen, mit den Medien umzugehen? Wird der PC zukünftig zum Kindergartenalltag gehören? Kein Nachweis für positive WirkungPC im Kindergarten – ist das sinnvoll? Wie sollen Kinder lernen, mit den Medien umzugehen? Wird der PC zukünftig zum Kindergartenalltag gehören?
14 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Ratzmann, am 04.03.2008 12:42
Kinder müssen im Umgang mit Meiden "fit" gemacht werden. Die Zentrale Frage dreht sich doch nicht um das Alter sondern um die Frage, welche "Grundkompetenzen" ein Kind besitzen sollte, damit es sich mit dem Medium "Computer" sinnvoll zurechtfindet. Ein pädagogische Begelitung scheint mir auch noch nicht ganz geklärt zu sein. Wo sollen denn diese Fachleute für die Kindergärten herkommen?
von Hijazz Erhan..... , am 13.03.2009 10:44
Die Kindergarten Schüler sollten im Kindergaten keine Computer haben, weil es zur Süchtigkeit verurteilt werden kann......
von Karin Krey, am 19.04.2009 15:18
Viele Landesmedienanstalten, aber auch Fachhochschulen (zB Erfurt) bieten zT kostenfrei Weiterbildungen zur Förderung der Medienkompetenz für Erzieherinnen in Kindergärten an. Werden medienpädagogische Projekte so angeboten, wie andere Lernangebote auch, durch Partizipation aller Sinne des Kindes, durch Wechsel von Ruhe und Bewegung, durch Einhaltung eines zeitlich eingeschränkten Zeitraumes, um der begrenzten Konzentrationsfähigkeit des Kindes gerecht werden, dann ist das vollkommen in Ordnung und zeitgemäß.
von Ein IT-Dozent, am 20.07.2009 23:09
Kinder sollten in erster Linie spielerisch Ihre Umwelt entdecken um Grundkompetenzen im Umgang mit Welt zu erlangen. Dazu gehört das Entdecken der Schwerkraft ebenso dazu wie das Binden von Schuhen oder das Entecken einiger Eigenschaften beim Spiel im Matsch. Computer sind Roboter, programmierte Maschinen, die genau das tun, was die Programme ihnen sagen. Sie bieten heute eine Fülle an Wahlfreiheiten und bleiben doch, was sie sind. Programmierte Maschinen. Insofern diese zur Wissensgenerierung hilfreich sind haben sie einen Platz in unserer GEsellschaft verdient. Aber mal ganz ehrlich: Ab wann wollen wir denn, dass unsere Kinder im Wikipedia unter "Sex" nachschauen? Es ist ok, wenn man mit dem Computer spielerisch das ein oder andere macht ... ihn also als Spielwerkzeug versteht. Sinnvoll sind sicher auch Medienprojekte bei denen Kinder Medien selbst produktiv nutzen (Audi-Aufnahmen, Photowand, Malvorlagen etc.). Das sollte es dann aber auch wieder gewesen sein. Ich habe mit 12 angefangen, mich mit Computern zu beschäftigen (Schachcomputer) und hatte gemütlich Zeit nächtelang mich mit dem Ding sowohl spielerisch als auch beruflich zu beschäftigen. Ich bin so zum Computerexperten geworden. Ich würde uns daher viel mehr Ruhe im Umgang mit diesem Thema wünschen!
von mutter , am 13.10.2009 20:16
das schwarz-weiß-denken ist das problem, mein sohn (5 Jahre) sitzt manchmal am computer und spielt auf eigens dafür eingerichtete kinderseiten. die dosis macht das gift. als mutter weiß man ja, was das kind macht - hoffentlich. außerdem ist der computer allgegenwärtig. früher wollte man auch nicht, dass frauen mit tinte und feder schreiben. in ein paar jahren wird man auch über unsere diskussion lächeln.
von beta, am 19.10.2009 10:40
man sollte kinder, kinder sein lassen. kinder sind keine lernmaschinen. egal wie klug sie sind sie sollten einfach nur ihre Kindheit auf eine natürliche weise leben und erleben.
von Robert Dusemund, am 19.11.2009 14:24
Ich bin Dozent in einer renommierten Akademie und unterrichte Erzieherinnen in Medienkompetenz. Die meisten Kinder werden im häuslichen Umfeld ohne Vorbereitung und Regelung "auf die Medien" losgelassen. Es bleibt gar nichts anderes übrig, als den Erzieherinnen beizubringen, diese Aufgabe in ihren Einrichtungen zu übernehmen. Die Kindergärten sind gezwungen, die Kinder auf dies Medien vorzubereiten, weil die Eltern das in den allermeisten Fällen gar nicht KÖNNEN! Deshalb sind Computer im Kindergarten richtig und wichtig. Wenn sie das nicht wollen, müssen sie, genau wie beim Autofahren, per Gesetz einen PC-Führerschein verlangen, ohne den der PC bei Strafe aus bleiben muß, um unsere Kinder zu schützen...
von Ulrich Nagel, am 20.11.2009 19:31
Sobald neue Technik den Markt erobert, versuchen selbsternannte Wissenschaftler, Pädagogen, "Fachkräfte", diese in die Bildung hinein zu doktrieren. Die Bildung in diesem Staat ist aber immer schlechter geworden! Kommt man da nicht mal zum Nachdenken? Hier wir mit Medienkompetenz argumentiert. Danke schön, die Medien verbreiten auch viel Lug und Trug. Es wird doch alles blos schön geredet, die Wahrheit wird kaum beleuchtet! Kinder müssen doch erst mal behutsam auf unsere Ellenbogengesellschaft vorbereitet werden! Sollen sie diese schlechten Charaktereigenschaften schon im Kindergarten lernen? Nein, es ist ein Verbrechen an ihnen, schlecht für ihre Erziehung und Entwicklung! Sie lernen sich abzusondern, Einzelgängertum, die gesellschaftliche Erlebenszeit, gemeinsames Spielen, gemeinsame Erfahrungen, Streiten und Vertragen und alles, was für ihre Erziehung wichtig ist, wird pervertiert! Wenn der Computer als Hilsmittel der Erzieher für das Projizieren von Bildern aus der Natur, Ferienbilder der Kinder usw. genutzt wird, ist nichts zu sagen, aber bitte nicht als Spielgerät für die Kinder!!!
von Schlingel, am 08.12.2009 13:16
Kinder sind im Kindergartenalter vielleicht in der Lage mit Computern umzugehen, aber die Frage ist doch, ob sie es sollten, ob es mehr nützt oder schadet. Wenn man die Aufgabenstellungen für dieses Alter sieht, so haben wir es in erster Linie damit zu tun, dass Kinder ihren Körper gesund entwickeln und damit umgehen lernen oder ihr Sprachvermögen ausbilden. Außerdem müssen sie lernen ein soziales Wesen zu werden, die Grundlagen des Menschseins verstehen und vorgelebt bekommen. Was sie durch persönliche Erfahrungen und direkt von Menschen lernen ist nachhaltiger als jede Botschaft aus der Mattscheibe. Inwiefern dort der Computer hilfreich sein soll, wo doch die Erwachsenen ständig davon reden, wie er sie vereinsamt und sie zu Unbeweglichkeit verleitet, ja suchtartig an sich bindet, ist mir nicht klar. Meiner Meinung nach schaden wir so unseren Kindern, weil sie diesen Gefährdungen des Computers ohne Not zu früh ausgesetzt werden, wenn sie sich noch nicht bewußt damit auseinandersetzen können. Man macht sie quasi abhängig und sie können sich noch nicht bewußt dagen wehren. Man sollte aufhören, den Eltern Angst zu machen, ihre Kinder würden sonst den Anschluß verpassen. Wer will uns das immer erzählen, wer hat hier eigentlich Interessen? Das Gegenteil ist der Fall. Spielen, singen, die reale Welt erleben, die Sinne schärfen und auf Bäume klettern, ist der Menschenbildung und Inteligenzentwicklung förderlicher. Es gibt qualifizierte Untersuchungen, dass Computerkinder oft dümmer und unkreativer sind. Oder will man nur nützliche Idioten? Meine Tochter hatte bis 14 kaum Kontakt zu Medien, sie hat sich trotzdem alles in Windeseile angeeignet, sieht den Computer aber nur als Werkzeug und nutzt ihn auch so. Defizite kann ich da nicht erkennen, aber sie konnte Grundkompetenzen und Kreativität in ihrer Kindergartenzeit entwickeln, die sie heute zu einer fachlich und menschlich geschätzten und kompetenten Mitarbeiterin machen.
von Barbara Rejak, am 12.01.2010 11:39
Frau? Herr? Schlingel! Bravo! Sie haben es auf den Punkt gebracht. Wie man (frau) liest, schaden die Computer den grauen Zellen mancher Pädagogen sehr. Ich bin froh, dass es noch Menschen gibt, die die Welt "zum anfassen" noch zu schätzen wissen.
von Walter Thomann, am 17.01.2010 11:21
Wohl kaum die Computer, Frau Rejak, machen Pädagogen verderben die grauen Zellen der Pädagogen, als vielmehr das, was dort zu lesen ist, oder? In einem früheren Beitrag wird darauf hingewiesen, dass diese Diskussion sicher irgendwann einmal zum Schmunzeln reizt. Ich glaube es ist 2010 schon so, oder wollen Sie Computer in den "Giftschrank" einschließen? Kinder kommen irgendwo dran und das Werkzeug reizt sie natürlich, je intensiver es in ihrer Umgebung genutzt wird und sie nicht drankommen sollen. Es ist auch mir nicht unsympathisch, was Frau/Herr Schingel schreibt, aber irgendwie passt das nicht mehr. Es klingt mir vertraut aus meiner Kinderzeit. Ich trauere dieser Zeit nicht nach. Nur ich würde vor meinem Enkel/meiner Enkelin das Werkzeug, das ich intensiv gebrauche, nicht verschließen, sondern mit ihm/ihr schauen, was das für ein Ding ist. Vielleicht kann er oder sie es auch für Fragen,Dinge die ihn/sie interessieren nutzen. Und dann schauen wir, ob es passt. Einen Bleistift oder das Klavier verschließe ich auch nicht vor ihnen; das Auto oder E605 schon. So ähnlich erwarte ich es auch im Kindergarten. Ich glaube es ist für Kinder wichtiger, sie erleben zu lassen, wie oder wann und warum ich dieses Werkzeug gebrauche, als es ihnen zu verbieten oder vor ihnen zu verschließen, ganz gleich wie alt sie sind. Natürlich sollten sie es "(be-)greifen" können.
von Robert Dusemund, am 26.01.2010 13:29
Ich habe für meinen Job mehr als 6 Jahre EDV und Psychologie studiert, von wegen sebsternannt. Immer schön fair bleiben!!! Ich arbeite seit über 10 Jahren in Kindergärten. Solche unqualifizierten Sprüche machen mich sauer...
von Robert Dusemund, am 27.01.2010 10:18
Sehr geehrter Herr Nagel,
ihre Äußerungen zeigen leider nur allzu deutlich, dass sie die Thematik nicht verstanden haben! Sie waren wahrscheinlich in den letzten 5 Jahren in keinem Kindergarten, und haben nicht den blassesten Schimmer, was mit Medienkompetenz gemeint ist. Es geht um keinen Fall darum, Kindern den unüberwachten, unangeleiteten und andauernden Zugang zu Medien, und das ist nicht nur der Computer, zu gestatten. Es geht vielmehr darum, Kinder auf unvermeidliches, nämlich den Kontakt zu Computern, so vorzubereiten, dass sie keinen Schaden nehmen. Genau das geschieht schon seit vielen Jahren in deutschen Kindergärten. Nicht nur mit dem Computer. Unsere Kinder lernen zum Beispiel auch mit Bohrmaschinen und Stichsägen umzugehem und unseren Vätern schwillt der Kamm vor Stolz.
Es ist traurige Realität, dass sich unsere Erzieherinnen damit beschäftigen MÜSSEN, Kindern den kompetenten Umgang mit Medien beizubringen, weil die Eltern das nicht KÖNNEN. Die allermeisten Eltern verhalten sich in Bezug auf die neuen Medien, wie Menschen, die geladene und ensicherte Schusswaffen herumliegen lassen. Viele Kinder werden von total überforderten Eltern vor Fernsehen und Computer geparkt, damit diese die Zeit für Hausarbeit oder den eigenen Zeitvertreib haben. Wo bitte soll also Medienkompetenz herkommen?
Bleibt vielleicht zuletzt die Frage: Was bedeutet Medienkompetenz? Medienkompetenz steht im wesentlichen auf vier Beinen:
1. Den Erfahrungen und praktischen Kenntnissen im Umgang mit Medien. Das heisst: Was ist ein Medium (Telefon, Handy, CDs, Radio, Fernsehen, PDAs, Computer, aber auch Knetmasse, Papier und Mal-Utensilien, Bücher etc.)? Und was sollte ich können bzw. kann ich schon - keiner denkt mehr darüber nach, wenn das Handy klingelt...
2.Wozu nutze ich (neue) Medien? Zur Kommunikation über e-Mail, Skype, ICQ, Foren, Chat-Rooms. Aber auch im direkten Kontakt mit Aus- und Fortzubildenden. Es gibt fast keinen Seminarraum, in dem kein Beamer steht. Zum kreativen Ausdruck: Ich kann die Bilder meiner Digitalkamera bearbeiten, aber ich kann auch im Wals Vogelstimmen mit dem Kassettenrekorder aufnehmen. Natürlich auch zur Unterhaltung, Entspannung und ästhetischem Erleben. Das geschieht mit CD, DVD, natürlich auch mit geeigneten Computerspielen. Und nicht zuletzt als Informationsquelle und zu Lernen. Wir nutzen dazu ganz selbstverständlich CDs, DVDs und z.B. die Wikipedia-Seite im Internet.
3. Die Fähigkeit, über den Umgang mit Medien nachzudenken und deren Auswirkungen auf mich zu verarbeiten. Das ist z.B. die Frage nach Alternativen zur Entspannung, muss ich einem Menschen, der im gleichen Raum wie ich ist, eine SMS schicken? Aber auch die Fähigkeit Emotionen in Bezug auf Medien zu erkennen und auch zu benennen. (Ängste aber auch Suchtpotentiale).
4. Und letztens Kenntnisse über die Art und Funktion (das ist der Sinn, nicht die Technik, die dahinter steckt) eines Mediums. Es geht darum, alle Medien als vom Menschen gestaltet zu erkennen. Und darum, dass diese Menschen mit diesem Medium einen Zweck verfolgen. Will sagen ich muss erkennen lernen, "was die Webseite von mir will". Will sie (oder besser der Mensch dahinter) mich informieren, will er mir etwas verkaufen, will er mich übers Ohr hauen.
Ich nehme an, dass sie sich über all das noch keine Gedanken gemacht haben.
Wenn sie weiteren Einblick in die (Medien-)Arbeit von Erzieherinnen brauchen empfehle ich:
Mit freundlichen Grüßen
Robert Dusemund EDV-Dozent Gestalt-Psychotherapeut in Ausbildung Schriftsetzer-Meister
von Ulrich Nagel, am 03.02.2010 22:53
Sehr geehrter Herr Dusemund!
Wenn sie sich einmal alle Kommentare angeschaut haben, sind die Mehrzahl und das erzieherisch gut begründet, gegen die Computereinführung im Kindergarten! Ich möchte ihnen dies einmal übertrieben im Gleichnis ausdrücken: Je später jemend mit dem Alkohol in Verbindung kommt, um so später wird er süchtig! Und sie wollen doch nichts dagegen sagen, dass der Computer und noch mehr das Internet süchtig macht?? Der Wissensumfang der Technik verdoppelt sich aller paar Jahre. Würden wir das Alles in die Allgemeinbildung hineinquetschen wollen, würden wir mit 25 erst einmal aus der Schule kommen! Nein, es ist die grundlegende Allgemeinbildung und die selbständige Wissensaneignung zu vermitteln, um sich später schneller und effektiver das benötigte Wissen anzueignen. Für den Kindergarten bedeutet das, sich auf natürliche Weise, in gesellschaftlicher Umgebung spielerisch untereinander alles zu entdecken, was zur Vorbereitung auf die Schule notwendig ist. Computer gehören dazu auf keinen Fall. Die schüler kommen dann leider schon früh genug in Verbindung. Entschuldigung, selbsternannte Wissenschaftler meine ich damit, dass ihre Pro-Argumentation für sie wissenschaftlich sei!
Ulrich Nagel Elektromonteur Elektro-Ingenieur Fachschuldozent Automatisierungstechnik Lehrerweiterbildner Netzwerktechniker und ~installateur » Kommentar schreiben
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