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Filme über Menschenrechte sind Filme für die Bildungsarbeit

Prof. Dr. Jutta Limbach: "Menschenrechte sind nicht unser selbstverständlicher Besitz." / Preisträgerfilme sollen in das Verleihangebot der KdL aufgenommen werden

21.12.2006

(bikl) In der Nürnberger Meistersingerhalle wurden jetzt vor fast 600 Gästen aus Politik, Gesellschaft und Medien die ´Deutschen Menschenrechts-Filmpreise 2006´ verliehen.

Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Instituts und Schirmherrin des Filmwettbewerbs, überreichte die Preise – würdigte zugleich die Bedeutung des einzigen Filmpreises, der sich explizit mit dem Thema ´Menschenrechte´ beschäftigt. Limbach: "Filme können die weltweite Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten befördern (…). Der ´Deutsche Menschenrechts-Filmpreis´ steht auf der Seite derer, für die der Film ein Instrument ist, um die Sache der Aufklärung und der universell gültigen Menschenrechte voranzubringen."

KdL will Vorführrechte für Bildungsträger übernehmen

Die Konferenz der Landesfilmdienste (KdL) unterstützt seit diesem Jahr den Filmwettbewerb ausdrücklich. Möglichst viele der eingereichten Profi- und Amateurproduktionen sollen nach dem Willen der Veranstalter und der KdL in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit eingesetzt werden. Am Rande der Preisverleihung konnten bereits erste Gespräche hinsichtlich einer Übernahme der Vorführrechte für den öffentlichen, nicht kommerziellen Einsatz geführt werden.

So soll der Preisträger ´Akhona´, Sieger in der Kategorie Amateure, schon in den nächsten Wochen in das Verleihangebot der KdL aufgenommen werden. Der Film beschäftigt sich in Form eines Video-Clips mit der AIDS-Problematik in Südafrika. Heinz-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der KdL: "Die Einreichungen zum diesjährigen ´Deutschen Menschenrechts-Filmpreis´ sind von einer durchgehend hohen Qualität und bestens geeignet, um Themen anschaulicher und verständlicher zu machen. Die KdL wird sich bemühen, möglichst viele der Einreichungen für Bildungsträger zugänglich zu machen."

Die Moderatorin der Preisverleihung, Sonia Mikich, Redaktionsleiterin des ARD-Politikmagazins "MONITOR, bekräftigte indes Herrmanns Feststellung. Die Filme, die zu dem oft ´sperrigen´ Thema Menschenrechte besonders im öffentlich-rechtlichen Fernsehen entstünden, müssten so oft wie möglich in Schulen oder Jugendgruppen eingesetzt werden, und förderten die demokratische Erziehung junger Menschen nachhaltig.

Die Preisträger des ´Deutschen Menschenrechts-Filmpreises´:

1. Preis Kategorie Amateurfilm

"Akhona" (Michael Spengler aus Münster, Musikvideo, 4:40 Min.)

Inhalt: Das Musikvideo "Akhona" (HIP HOP) thematisiert das Schicksal eines AIDS-Waisen, der nach dem Verlust seiner Mutter in ein AIDS-Kinder-Heim in Südafrika kommt. Er wünscht sich jedoch, bald in seine Heimat und zu seinen Freunden zurückzukehren.

2. Preis Kategorie Amateurfilm

"Holidays - vom Krieg überrascht" (Fadia Mansour, Nuhr Elabbas, Lilian El-Khawas aus Wuppertal, Dokumentation, 9 Min.)
Inhalt: Zwei Mädchen reisen im Juli 2006 aus Deutschland in den Libanon, um bei Verwandten Urlaub zu machen. Nach drei Tagen beginnt der Krieg. Nuhr und Lilian dokumentieren die Bombenangriffe und ihre Flucht. Der Film wurde unterstützt durch das Medienprojekt Wuppertal.

3. Preis Kategorie Amateurfilm

"MenschenRecht" (Lichtenberger Boys aus Berlin, Musikvideo, 4:40 Min.)
Inhalt: Musikvideo, in dem sechs Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren eigene Texte zum Thema Menschenrechte individuell als Rap darbieten. Der Clip entstand mit der Unterstützung von LEG LOS!, der Anlaufstelle für Jugendmedienarbeit in Berlin-Lichtenberg.

1. Preis Kategorie Profifilm

"Tod in der Zelle – Warum starb Oury Jalloh?" (Marcel Kolvenbach / Pagonis Pagonakis, Dokumentation, 43 Min., WDR)
Inhalt: Oury Jalloh, ein Asylbewerber aus Westafrika, stirbt in Dessau im Polizeigewahrsam. Der Film versucht, den Fall zu rekonstruieren, prüft die offizielle Version der angeblichen Selbsttötung und zeigt viele offen gebliebene Fragen auf.

2. Preis Kategorie Profifilm

"Getauschte Blicke – Theaterleben in Kabul" (Jutta von Stieglitz-Yousufy, Dokumentation, 44 Min., ZDFtheaterkanal/3sat)
Inhalt: Der Film zeigt, was es bedeutet, in Afghanistan Theater zu machen. Eine Schauspielerin und drei Regisseure proben für den Kabuler Theatersommer 2005 und überwinden dabei dort übliche alltägliche Schwierigkeiten.

3. Preis Kategorie Profifilm

"SchussWechsel – Fotografen in einem zerrissenen Land" (Sacha Mirzoeff, Bettina Borgfeld, Dokumentation, 45 Min., WDR)
Inhalt: Die Dokumentation begleitet den Chef der Fotoagentur Reuters in Jerusalem. Er hat je ein Team von palästinensischen und israelischen Fotografen aufgebaut, die jeweils ihre Sicht auf das Geschehen formulieren.

Sonderpreis Kategorie Filmhochschule

"Bánffy Castle" (Tobias Müller aus Vilsingen, Student an der Filmakademie Baden-Württemberg, Dokumentarfilm, 43 Min.)
Inhalt: In einem zerfallenden Schloss in Transsilvanien leben 220 psychisch kranke Patienten in elendsten Verhältnissen. Die Dokumentation bringt uns diese Menschen nahe und zeigt in poetischen Bildern, was sie am Leben hält.

Im zweijährigen Rhythmus prämiert der ´Deutsche Menschenrechts-Filmpreis´ herausragende Filmproduktionen zu allen Aspekten der Menschenrechtsarbeit. Veranstalter des Preises sind derzeit 16 Menschenrechtsorganisationen, konfessionelle und kommunale Träger.


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