(bikl) Medienwirksam, aber wissenschaftlich nicht fundiert – so bewertet Bildungswissenschaftler Prof. Klaus Klemm von der Universität Duisburg-Essen in FOCUS online die Studie des "Aktionsrats Bildung" .
Nach Ansicht Klemms halten die vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen einer näheren Überprüfung nicht stand. Es sei nicht bewiesen , so heißt es, dass befristete Arbeitsverträge für Lehrer den Unterricht besser machten. Angesichts des Lehrermangels sei ohnehin keine Auslese möglich. "Wir brauchen alle Lehrer! Im Moment stellt sich nicht die Frage, ob der Mathematikunterricht gut oder schlecht ist, sondern ob er überhaupt stattfindet oder nicht", wird der Essener Bildungsforscher zitiert.
Außerdem bezweifelt er, dass eine Veröffentlichung von Rankings die Qualität der Schulen verbessert. Stattdessen werde sich die Situation der Problemschulen in Ballungsgebieten oder sozialen Randzonen verschärfen. "Ich kann tausendmal argumentieren: ´Die Schule X ist schlecht, weil ...´ Die Eltern werden ihr Kind trotzdem nicht hinschicken" so Klemm in FOCUS online. So zeigten etwa Erfahrungen aus England, dass erst einmal eine Spirale nach unten in Gang gesetzt werde, sagte Klemm.