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Pluspunkte für die duale Berufsbildung

Bremer Berufsbildungsforscher untersuchen Qualität der Ausbildung in Deutschland

Mehr zu: Ausbildungskosten, Deutschland, Duale Ausbildung, Berufliche Bildung
15.03.2007 -

(bikl/idw) Bremer Berufsbildner um Professor Felix Rauner brechen eine Lanze für die berufliche Ausbildung in Deutschland - und stehen damit in Widerspruch zum ersten nationalen Bildungsbericht 2006. Darin wird ausgesagt, dass die duale Berufsbildung die teuerste Bildungsform in Deutschland sei. Rauner und sein Team haben nun im Rahmen der Bremer "Initiative "Innovative Berufsbildung 2010" (IBB 2010) nicht nur die Rentabilität, sondern auch die Qualität der betrieblichen Berufsausbildung mit 60 Bremer Unternehmen bei über 100 Berufen untersucht und in Relation zueinander gebracht. Die Ergebnisse: Je höher die Qualität der betrieblichen Ausbildung, desto höher ihre Rentabilität. Und in zahlreichen Betrieben gibt es noch erhebliche Entwicklungspotenziale.

Damit machen die Bremer Bildungsforscher vom Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen ähnliche Aussagen wie eine Schweizer Studie des Berufsbildungsökonomen Professor Stefan C. Wolter. Er hat für die Schweiz einen Nettoertrag von 400 Mio. Schweizer Franken für die betriebliche Berufsausbildung errechnet und kommt damit zu einem Ergebnis, das dem Bildungsbericht 2006 diametral entgegengesetzt ist. Für die Schweizer Unternehmen liegen die Ausbildungserträge in der Regel über den Ausbildungskosten. Danach, so Professor Felix Rauner, kennt eine Berufsbildungsreform, die auf die Anhebung der Ausbildungsqualität zielt, nur Gewinner.

Die Schweizer Untersuchungsergebnisse, nach denen sich die betriebliche Berufsausbildung als ein sich selbst finanzierendes System gestalten lässt, konnten in einem ersten Schritt auch für Bremen bestätigt werden. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Betrieben in Bremen deutlich höher als in der Schweiz. Dies deutet darauf hin, dass es ein erhebliches Entwicklungspotenzial zur Anhebung von Qualität und Rentabilität der Berufsausbildung gibt.

Das ITB hat ein Instrumentarium entwickelt, mit dem Betriebe selbst ihre Ausbildung bewerten können, und stellt es der Bremer Wirtschaft im Rahmen des IBB 2010-Projektes als Online-Tool zur Verfügung. Ausbildungsbetriebe können mit relativ geringem Aufwand anhand anschaulicher Grafiken und tabellarischer Übersichten ermitteln, wie es um die Rentabilität und Qualität ihrer Ausbildung bestellt ist. Außerdem können sie den Ergebnissen entnehmen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um ihre Ausbildung für Auszubildende attraktiver und für den Betrieb rentabler zu gestalten. Nach Abschluss der online- Pilotphase kann dieses Selbstevaluationsverfahren von Branchen und Regionen auch dazu genutzt werden, die Ausbildungsberatung zu verbessern und ein Ausbildungsbarometer einzuführen, an dem abgelesen werden kann, wie und ob sich die durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungssituation in der Praxis auswirken.

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