Hamburg will Hauptschulen abschaffen
Bürgerschaft stimmt für Zwei-Säulen-Modell
Mehr zu: Gesamtschule, Hamburg, Hauptschule, Schulstruktur, Stadtteilschule, Schule(bikl) Mit der absoluten Mehrheit ihrer Stimmen in der Bürgerschaft hat die Hamburger CDU am Donnerstag beschlossen, dass der Senat die Einführung des sogenannten Zwei-Säulen-Modells aus Stadtteilschulen und Gymnasien zum 1. August 2009 anstreben soll.
Damit will Hamburg dem schlechten Abschneiden seiner Schüler bei den PISA-Studien entgegensteuern. Hamburg gibt zwar im Vergleich aller Bundesländer am meisten Geld pro Schüler aus, hat aber bei den PISA-Studien bislang schlecht abgeschnitten. Insgesamt 12,3 Prozent aller Schüler in Hamburg verließen 2005/2006 die Schule ohne Abschluss. Und im bundesweiten Vergleich ist lediglich in Bremen der Anteil der 15-jährigen Schüler, die eklatante Wissenslücken aufweisen, größer. In den Hauptschulen in Hamburg gehören sogar 75 Prozent zu diesen sogenannten Risikoschülern.
Nach dem jetzt entwickelten Konzept sollen Haupt-, Real- und Gesamtschulen abgeschafft werden und zum 1. August 2009 durch neuartige Stadtteilschulen ersetzt werden, die nach 13 Jahren auch bis zum Abitur führen sollen. Daneben bleibt das Gymnasium erhalten, das schon nach 12 Jahren zur Hochschulreife führt.
Dem Beschluss vorausgegangen waren Empfehlungen der Enquete-Kommission zur künftigen Schulpolitik unter dem Vorsitz des früheren sächsischen Kultusministers Matthias Rößler (CDU). Nach einem Jahr Beratungen hatte sich das Gremium Ende März mehrheitlich für das Zwei-Säulen-Modell ausgesprochen. Auch SPD und Grüne bewerteten die Arbeit der Kommission positiv, haben jedoch andere Vorstellungen von der zukünftigen Schulstruktur. SPD, Grüne und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wollen "eine Schule für alle" nach skandinavischem Vorbild. Die Sozialdemokraten akzeptieren allerdings das Zwei-Säulen-Modell als ersten Schritt.
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