Wer Ideen vermitteln und effizient kommunizieren will, sollte nicht nur Klartext reden, sondern möglichst viele Sinne ansprechen. Wie das am besten geht, verrät Dr. Ricarda Bortoli.
"Man kann nicht nicht kommunizieren", dieser viel zitierte Satz von Paul Watzlawick aus seinem Buch "Menschliche Kommunikation", 1967, hat bis heute Gültigkeit. Deshalb ist es so wichtig, sich diese Tatsache immer wieder bewusst zu machen. Und nicht zu vergessen, dass alle Interaktionen, die zwischen uns und unserer Umwelt stattfinden, auch eine Aussage über uns und unsere Absichten nach außen weitergeben – egal, ob wir das bewusst so wollten oder nicht. Das gilt sowohl für die verbalen als auch für die nonverbalen Kommunikationsformen.
Soll Kommunikation gelingen, bedarf es zunächst Klarheit: Was genau soll vermittelt werden? Erfolgreiche Kommunikation zeichnet sich durch gemeinsames Verständnis und Verständigung aus. Das wiederum setzt voraus, dass sowohl Ihr Gegenüber als auch Sie verstehen, was vermittelt werden sollte. Das ist nicht immer einfach. Denn das Gesagte wird nicht immer gleich gehört und das Gehörte wird nicht immer gleich verstanden.
Und das hat seinen Grund: Menschen nehmen Informationen auf verschiedene Art und Weise wahr. Deshalb spricht eine effiziente Kommunikation möglichst viele Sinne an, um den Gesprächspartner zu erreichen. Unterschieden werden kann zwischen gustatorisch (schmecken), olfaktorisch (riechen), kinestätisch (fühlen), visuell (sehen) und auditiv (hören) orientierten Menschen. Je nachdem erreicht man die Zuhörer also durch eine der persönlichen Ausprägung angepassten Sprache.
Die Schwierigkeit liegt genau darin, den jeweils ausgeprägten Sinn eines Kommunikationspartners zu erkennen. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum viele Botschaften nicht ankommen. Daher ist es wichtig, sich Gedanken über die jeweilige Zielgruppe und ihre Besonderheiten zu machen, bevor man zu kommunizieren beginnt.
Ein hilfreiches Mittel ist der Einsatz der "Bildsprache". Die "Sprache in Bildern" ist ein Werkzeug, um sowohl einfache als auch komplexe Inhalte leicht verständlich zu machen. Hierbei ist neben Bildern die Verwendung von Metaphern, Analogien und Geschichten sinnvoll. Die Bildsprache ermöglicht es, dem Zuhörer seine rechte und linke Gehirnhälfte zu verbinden und somit den kommunizierten Inhalt besser zu verstehen und sich zu merken. Dabei sollte der Inhalt möglichst kurz, aber durchaus ausführlich kommuniziert werden.
Der Einsatz von lebendiger Bild-Sprache setzt ganz automatisch eine anschauliche Sprechweise voraus. Sinn dieser lebendigen Sprache ist es, Bilder im Kopf des Zuhörers entstehen zu lassen. Diese können im weiteren Gespräch – wenn nötig – gemeinsam abgeglichen und verändert werden, bis ein, dem ursprünglichen Inhalt entsprechendes Bild im Kopf des Zuhörers entsteht. Somit ist der erste Schritt in Richtung Verständigung getan.
Komplexe Inhalte einfach darzustellen, ist eine Kunst, die man erlernen kann. Es ist aber, neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Kommunikationsthemen, von großem Vorteil, sich immer wieder neu in den Anderen hineinzuversetzen und zu hinterfragen, ob man verstanden wurde. Das alles selbstverständlich mit Maß und Ziel.
Achtung, Falle!
Entlarven Sie die faulen Tricks Ihrer Diskussionspartner
1. Schwarz-Weiß-Malerei
Diese Taktik wird verwendet, um den Gesprächspartner in die Zwickmühle zu bringen, indem in derArgumentation schwarz-weiß gemalt wird. Beispiel: "Entweder Sie gehen zu Fuß oder Sie zerstörendie Umwelt."
"Gegenstrategie:
Prüfen Sie, ob Sie in die Entweder-Oder-Klemme gebracht wurden. Sprechen Sie an, dass es mehr als nur diese zwei Möglichkeiten gibt.
2.Argumente ver z e r r e n
Ein Diskussionspartner greift Ihre Meinung auf, um sie – in seinem Sinne – umgedeutet wiederzugeben.Ein Grund dafür kann sein, dass Ihr Gesprächspartner zu sehr mit seinen eigenen Gedanken und Argumenten beschäftigt ist und nicht fähig ist, wirklich zuzuhören. Oder: persönliche Unsicherheit und die Angst, selbst widerlegt zu werden. Das verführt zum Umdeuten, um Ihre These leichter zu entkräften.
Gegenstrategie: Stellen Sie Ihr verzerrt wiedergegebenes Argument möglichst rasch richtig.
3. Flucht ins Detail
Manche Gesprächspartner schaffen es immer wieder, vom Hauptthema auf Nebensächlichkeiten abzuschweifen. "Dies kann mit großem Ernst geschehen, so dass bei den anderen der Eindruck entsteht, es wurde eine für das Thema wichtige Angelegenheit behandelt", schreibt Kommunikationsprofi Jürgen August Alt in seinem Buch "Richtig argumentieren".
Gegenstrategie: Steigen Sie nicht auf Nebensächlichkeiten ein, kommen Sie sofort zurück zum Kernthema.
4. "Können Sie das mal richtig definieren?"
Achtung: Diese Frage sorgt leicht für Irritation. Und genau das wollen Definitions-Abfrager bezwecken.
"Gegenstrategie:
Bewahren Sie Ruhe und weisen Sie sachlich darauf hin, dass es Ihnen jetzt nicht um sprachliche Erläuterungen geht, sondern um das zur Diskussion stehende Thema.
5. Gegenfragen
Was gibt es Unbefriedigenderes, als einen Gesprächspartner zu haben, der auf jede Ihrer Fragen mit einer Gegenfrage kontert. Im Gegensatz zu Verständnisfragen.
Gegenstrategie:
Auch hier gilt, sich nicht ablenken zu lassen und nicht drauf einzusteigen. Experte Aust: "Bestehen Sie auf Ihren Fragen!"
Erstveröffentlichung: bildungaktuell
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