(bikl.de) Der Hochschulrat der Universität Paderborn hat gestern seinem Mitglied Prof. Dr. Höhler das Mandat in der Findungskommission zur Wahl der künftigen Hochschulleitung entzogen. Gleichzeitig bat der Hochschulrat Gertrud Höhler erneut, aus dem Hochschulrat zurückzutreten.
Die frühere Beraterin von Helmut Kohl (CDU) war in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass sie eine Immobilie in Zwickau an einen Abgeordneten der NPD vermietet hatte. Daraufhin war es in den vergangenen Wochen zum Streit um ihre Mitgliedschaft im Hochschulrat gekommen. Nachdem sie zunächst gegenüber dem Vorsitzenden des Paderborner Hochschulrates, Prof. Dr. Winfried Schulze, bestätigt hatte, dass sie von Anfang an über den Zweck der Anmietung durch die NPD informiert gewesen sei, hat sie später ihre Unkenntnis darüber erklärt und an ihrem Amt im Hochschulrat festgehalten.
Bislang können Hochschulratsmitglieder nicht abgewählt werden. Der Paderborner Hochschulrat hat deswegen an den nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister eine Nachbesserung des Gesetzes verlangt. Wie Prof. Dr. Winfried Schulze erklärte, hat der Hochschulrat auch die Möglichkeit eines geschlossenen Rücktritts diskutiert, "falls eine solche Möglichkeit Prof. Dr. Höhler den Verzicht auf ihren Sitz im Hochschulrat erleichtern würde".
Hochschulräte sind in der Regel zuständig für die Strategie der Hochschule, beraten die Hochschulleitung, wirken bei der Findung neuer Hochschulleitungen mit und üben die Aufsicht über deren Geschäftsführung aus.
Der nordrhein-westfälische Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart hatte Anfang Juni anlässlich der Bestellung des Paderborner Hochschulrates noch von einem historischen Moment gesprochen: "Das ist nicht nur der erste Hochschulrat der Universität Paderborn, sondern von ganz Nordrhein-Westfalen." In der Rheinischen Post hatte er dann am 22. Juni 2007 die Literaturwissenschaftlerin aufgefordert, von ihrem neuen Amt als Mitglied des Hochschulrats der Universität Paderborn zurückzutreten, um Schaden von der Universität abzuwenden.