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Debatte im Landtag: Koch stellt sich hinter seine Kultusministerin

SPD warnt: Eltern können Kinder schließlich nicht vom Biologieunterricht abmelden

Mehr zu: Deutschland, Hessen, Naturwissenschaften, Religion, Schule
06.07.2007 -

(bikl.de) Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich hinter seine Kultusministerin und Stellvertreterin Karin Wolff gestellt und sie gegen den Vorwurf verteidigt, kreationistische Theorien in die Schule zu tragen. Im Biologieunterricht müsse die Auseinandersetzung mit philosophischen und theologischen Aussagen die naturwissenschaftliche Diskussion ergänzen, erklärte Koch gestern in einer Aktuellen Stunde im hessischen Landtag.

Koch beteuerte in der Debatte, dass die Kreationisten-Theorie kein Gegenstand des Unterrichts werde. Wolff hatte in der vergangenen Woche in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von "erstaunlichen Übereinstimmungen" zwischen den Fakten der Evolutionslehre und der symbolischen Darstellung der biblischen Schöpfungsgeschichte gesprochen und dafür plädiert, auch im Biologieunterricht die Schöpfungslehre zu unterrichten.

Für diese Äußerungen hatte sie nicht nur heftige Kritik von Seiten der Politik geerntet, auch Wissenschaftler meldeten sich zu Wort. So erklärte der Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Würzburger Molekularbiologe Professor Jörg Hinrich Hacker, als Reaktion auf Überlegungen der Ministerin: "Die Schöpfungslehre eignet sich nicht zur Beschreibung der Evolution." Und der Gießener Politikwissenschaftler Claus Leggewie forderte den hessischen Ministerpräsidenten Koch in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur auf, zur Behandlung der Schöpfungslehre an hessischen Schulen Position zu beziehen. Die Ministerin rede ausgemachten Blödsinn, hatte Leggewie im Interview erklärt. "Es ist schon schlecht, wenn eine für Bildung und Schule zuständige Ministerin so schlecht informiert ist oder so einen ideologischen Unsinn erzählt", so der Politikwissenschaftler.

Wolff selbst wies gestern die Kritik, sie leiste fundamentalistischen Auffassungen Vorschub, als "pure Frechheit und Unverschämtheit" zurück. Sie wolle etwas ganz anderes, nämlich Schüler für die Bedrohung durch unwissenschaftliche Überzeugungen sensibilisieren und sie durch die Diskussion über Evolution und Religion zu kritischem Denken befähigen.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Ypsilanti wies das Ansinnen der Kultusministerin, die Schöpfungslehre auch im Biologieunterricht zum Thema zu machen, entschieden zurück: Glaube verdiene Respekt, dürfe aber nicht mit wissenschaftlicher Erkenntnis "auf gleiche Augenhöhe" gehoben werden. Schließlich gebe die hessische Verfassung Eltern das Recht, ihre Kinder vom Religionsunterricht zu befreien, aber nicht vom Biologieunterricht.

4 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von D.L., am 06.07.2007, 13:51

die Evolutionstheoretiker sind in letzter Zeit ziemlich leise geworden. Nicht zuletzt deswegen, weil man in der Mikrobiologie wissenschaftlich soweit fortgeschritten ist, dass man sagen kann, dass Lebensstrukturen bereits bei einem Einzeller derart komplex sind, dass sie mit 0%-iger Wahrscheinlichkeit durch evolutionistische Mechanismen entstanden sein können.

In Informatik, Mathematik, Geologie und anderen wissenschaftlichen Disziplinen gibt es weitere Hinweise darauf, dass Leben nicht durch Evolution entstanden sein kann.

Die Verleugnung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse, und das krampfhafte Festhalten and der Evolutions-THEORIE, die philosophische Interpretation, die als wissenschaftliche Hypothese bereits wiederlegt ist, zeugt eher von einer knöchernen, fast religiösen wissenschaftlichen Unredlichkeit.

von Lisa, am 06.07.2007, 15:59

Theorien gelten nur solange bis sie widerlegt sind. Aber zwischen Theoriewiderlegung respektive wissenschaftlicher Forschung und Fantasie gibt es doch einen Unterschied, oder?

von Stefan Ullmann, am 06.07.2007, 20:12

Die heutigen komplexen Einzeller sind bereits das Produkt von Millarden Jahren der Evolution und einer kaum vorstellbaren Anzahl von Generationswechseln. Und eine zugegebenermaßen sehr kleine Wahrscheinlichkeit mit Null gleichzusetzen zeugt von reichlich statistischer Naivität. Die Wahrscheinlichkeit mag sehr klein sein, ist aber mit Sicherheit größer Null und jedes Ereignis mit einer von Null verschiedenen Wahrscheinlichkeit kann eintreten.

Aber in Deutschland glauben ja auch Millionen von Menschen, sie könnten einen Sechser im Lotto bekommen aber kaum jemand glaubt, daß ihm ein Flugzeug auf den Kopf fallen könnte, obwohl das statistisch gesehen wahrscheinlicher ist.

von Frau O. aus S., am 12.07.2007, 15:49

Kreationismus: Ein wirklich schönes Thema für fächerübergreifenden Unterricht; angesiedelt in Religion, verknüpft mit Biologie. MEHR NICHT!


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