URL: http://bildungsklick.de/a/54242/kueng-verteidigt-kultusministerin-wolff/
Artikel

Küng verteidigt Kultusministerin Wolff

"Niemand will den Kreationismus einführen"

09.07.2007

(bikl.de) In der Debatte über eine Integration der Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht hat die hessische Kultusministerin Karin Wolff jetzt weitere Unterstützung bekommen. Er halte es für falsch, eine solche Diskussion von Beginn an zu unterbinden, erklärte Theologe Hans Küng im "Deutschlandradio Kultur".

Der Biologieunterricht müsse zwar selbstverständlich auf der Grundlage der Evolutionstheorie geführt werden: "Aber wenn eine Frage aufkommt, was vor dem Big Bang war oder was ihn erklären kann, ist das eine Frage, wo die Naturwissenschaft laut allen vernünftigen Wissenschaftlern an ihre Grenze gekommen ist." Wenn im Biologieunterricht nach der biblischen Schöpfungsgeschichte gefragt werde, so Küng, könne der Lehrer auf die Symbolik in der biblischen Erzählung hinweisen: "Was ja im Grunde auch die Kultusministerin gesagt hat."

"Wenn ich die Diskussion in Hessen richtig verfolgt habe, will da niemand den Kreationismus einführen", erklärte der Theologe. Die Frage nach Gott und einer Schöpfung direkt als unsinnig abzulehnen, sei aber eine dogmatische Behauptung, die nicht akzeptiert werden dürfe.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hinter seine Kultusministerin und Stellvertreterin gestellt und sie gegen den Vorwurf verteidigt, kreationistische Theorien in die Schule zu tragen. Die öffentliche Debatte war in Bewegung geraten, nachdem Wolff sich zuvor in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) dafür ausgesprochen hatte, auch im Biologieunterricht die Schöpfungslehre zu unterrichten.


Zur Veröffentlichung freigegeben - bildungsklick.de


Zurück zum Artikel