Schavan will Bildungsstandards und Schulbücher vereinheitlichen
Bildungs-Offensive soll im Herbst starten
Mehr zu: Bildungsstandards, Bildungswesen, Deutschland, Föderalismus, Frühkindliche Bildung, Hauptschule, Schavan, Unterrichtsmaterial, Schule(bikl.de) Mitten in den Sommerferien hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan eine Bildungsdebatte angestoßen. In der Sonntagsausgabe des "Tagesspiegel" fordert sie unter anderem, die Schulstandards bundesweit zu vereinheitlichen und empfiehlt, einheitliche Schulbücher in ganz Deutschland einzuführen.
Bestandteile ihrer für den Herbst angekündigten nationalen Bildungs-Offensive sollen außerdem Konzepte für frühkindliche Bildung und bessere Zugangsmöglichkeiten für junge Berufstätige zu den Hochschulen sein. "Die Öffentlichkeit ist verunsichert über die Zukunftsfähigkeit des Bildungssystems", begründete Schavan ihren Vorstoß. So könnten beispielsweise Lehrer nicht in jedem Bundesland unterrichten und Eltern hätten "Angst umzuziehen", weil ihre Kinder in einem anderen Bundesland große Probleme in der Schule bekämen.
Sie wolle sich deshalb mit den Bundesländern, bei denen die Verantwortlichkeit für die Bildung liegt, auf gemeinsame Ziele verständigen, erklärte sie gegenüber der Zeitung. Der Bund werde sich finanziell am Erreichen dieser Ziele beteiligen. Dabei warnte sie die Länder davor, sich ihrem Vorschlag zu verweigern. "Die Akzeptanz des Föderalismus tendiert gegen Null", wenn die Bildungswege nicht vergleichbar würden.
In der Tagesschau am Samstagabend erklärte sie außerdem: "Ich finde, es ist schwer erklärbar, dass ein Mathematikbuch für die fünfte Klasse in Deutschland in zig Auflagen unterschiedlich nach Ländern existiert. Wer Bildungsstandards hat, kann auch mehr gemeinsame Schulbücher haben." Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) erklärte in derselben Sendung, es sei im Sinne des Wettbewerbsföderalismus, dass man diese Standards einheitlich habe, aber "der Weg dorthin ist Ländersache".
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat unterdessen die "späte Einsicht" von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) begrüßt, "dass das Maß des Föderalismus im Bildungswesen längst übervoll ist".
2003 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) begonnen, bundesweit geltende Bildungsstandards festzulegen. Beschlossen wurden bisher Bildungsstandards für den Primarbereich, den Hauptschulabschluss und den mittleren Bildungsabschluss. Mit den Bildungsstandards werden Kompetenzen beschrieben, über die Schüler am Ende bestimmter Bildungsabschnitte verfügen sollen.
oops!
Nachdem ihr Adlatus Helmut Rau für den Versuch, die schavansche Grundschulfranzösisch-Verordnung (2001) auf den Rheinschienen-Gymnasien zwangsweise fortzusetzen, vom VGH Mannheim auf die Finger bekommen hat, fällt der BMBW Chefin urplötzlich auf, dass jedes Bundesland sein eigenes Bildungssüppchen kocht? Welch Zufall.
" ... Eltern hätten "Angst umzuziehen", weil ihre Kinder in einem anderen Bundesland große Probleme in der Schule bekämen." SIE hat maßgeblich dafür gesorgt, dass solche Dinge innerhalb Badens ein Problem sein können. Schon vergessen?
Schule
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