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Kultusminister basteln weiter am "deutschen Abitur"

Für das Schuljahr 2012/13 bundesweites Zentralabitur geplant

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Föderalismus, Gymnasium, Klausuren, Schavan, Zentralabitur, Schule
30.08.2007 -

(bikl.de) Die Kultusminister der unionsregierten Bundesländer planen einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge bereits zum Schuljahr 2012/13 ein bundesweites Zentralabitur.

Nach ihrer Sitzung am 16. August in Frankfurt, wo sich neun der elf Kultusminister aus den unionsregierten Bundesländern getroffen hatten, wollen die Kultusminister morgen in Magdeburg den weiteren Fahrplan abstimmen. Für das Treffen hat Sachsens Kultusminister Steffen Flath (CDU) dem Bericht in der SZ zufolge eine Tischvorlage erarbeitet, die einen genauen Fahrplan zur Einführung des "deutschen Abiturs" enthält. Demnach soll die Kultusministerkonferenz beschließen, Standards für das Abitur zu erarbeiten, "beginnend mit Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen". Allerdings müssen derartige Beschlüsse der Kultusministerkonferenz einstimmig verabschiedet werden.

Das Thema 'bundesweites Zentralabitur' hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger in diesem Sommer angestoßen. Unterstützung für diesen Vorschlag erhielt er unter anderem von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), die erklärte, dieser Vorschlag sollte nicht gleich vom Tisch gefegt werden. Die Einführung von bundeseinheitlichen Abiturprüfungen könne "einer besseren Vergleichbarkeit im Föderalismus" dienen, so die Bundesbildungsministerin.

Auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann unterstützte den Vorstoß. Allerdings hält er es "für geboten, vor dem ersten bundesweiten Zentralabitur erste bundesweit vergleichbare Klausuren im Unterricht zu schreiben und daraus Erfahrungen zu gewinnen, ohne dass dies gleich prüfungsrelevant ist".

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) soll laut SZ-Bericht allerdings Einwände gegen den Vorstoß haben, da er dem Kampf der Union für die Kulturhoheit der Länder widerspräche.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält die ganze Diskussion für ein "großes Ablenkungsmanöver von den eigentlich wichtigen Problemen, die es im Schulbereich zu bearbeiten gilt".

Die Frage der bundesweiten Vergleichbarkeit sei gerade im Gymnasialbereich kein Problem, wie beide PISA-Studien gezeigt hätten. Zudem gebe es seit vielen Jahren Einheitliche Prüfungsanforderungen (EPA) der Kultusministerkonferenz für das Abitur, erklärte die Gewerkschaft.

Die stellvertretende Vorsitzende der GEW, Marianne Demmer hatte die "überstürzte Verkürzung der Gymnasialschulzeit auf zwölf Jahre" als das "eigentliche Problem der Gymnasien" bezeichnete.

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