Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 19.03.2010, 15:56
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken_bw
  • Email_go_bw
Artikel | Bilder

Neue Erkenntnisse zur Lese- Rechtschreib-Schwäche

Studie an der Universität Zürich

Mehr zu: Legasthenie, Schleswig-Holstein, Schule
14.09.2007 -

(bikl.de/pm) Am Anfang des Lesenlernens spielt die rasche Spezialisierung des Gehirns auf Schrift eine wichtige Rolle. Bei Kindern mit Dyslexie – also Lese- und Rechtschreibeschwäche - entwickelt sich diese visuelle Spezialisierung mit dem Lesenlernen nur schwach, wie Forscher am Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich jetzt zeigen konnten. Die Studie ist in der Zeitschrift "Brain" veröffentlicht worden.

Wenn Kinder lesen lernen, spezialisiert sich ein besonders plastischer Teil des Sehhirns auf Schrift, damit Buchstaben von anderen Zeichen unterschieden werden können. Die spezialisierte Verarbeitung von Schriftzeichen erfolgt im Gehirn schnell (innerhalb von 200 ms) und vermutlich unbewusst. Sie ist bei Erwachsenen mit einer Dyslexie (Leseschwäche, Legasthenie) vermindert. Es war bislang aber unklar, ob die verminderte Spezialisierung eine Folge des langjährigen Umgangs mit Leseschwäche ist, oder ob sie schon am Anfang beim Entstehen der Leseschwäche in der Schule eine Rolle spielt.

Dr. Urs Maurer und Prof. Daniel Brandeis untersuchten daher mit ihrem Team, wie sich diese Spezialisierung vom Kindergarten bis zur 2. Klasse mit dem normalen Lesenlernen entwickelt, und wie Kinder mit Dyslexie dabei abweichen. Um die Spezialisierung auf Schrift zu messen, führten sie Hirnstrommessungen (Elektroenzephalographie, EEG) durch, während die Kinder Wörter und unvertraute Symbole sahen. Als Aufgabe sollten die Kinder unmittelbare Wiederholungen erkennen, was auch schon vor dem Lesenlernen klappt.

Die Forscher konnten zeigen, dass die Spezialisierung auf Schrift im Sehhirn von Kindern, die normal lesen lernten, im Kindergarten noch nicht vorhanden war. Sie entwickelte sich aber mit dem normalen Lesenlernen bis in die 2. Klasse stark. Bei Kindern, die eine Dyslexie entwickelten, blieb diese Spezialisierung hingegen schwach. Je flüssiger ein Kind lesen konnte, desto größer war die Spezialisierung in der 2. Klasse. Diese Ergebnisse zeigen, dass bei einer Dyslexie eine verminderte Spezialisierung auf Schrift bereits am Anfang des Lesenlernens eine wichtige Rolle spielt. Die Spezialisierung des Gehirns entsteht also nicht erst durch Üben beim Lesenlernen und durch jahrelange Leseerfahrung. Mit weiterer Forschung will Prof. Brandeis zeigen, ob gezielte frühe Trainingsprogramme für Dyslexie diese Spezialisierung beeinflussen können.

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Lars-Michael Lehmann, am 15.12.2007, 16:47

Dies ist wirklich eine interessante Studie, und beweist das schwieriger stehen Menschen einfach einen anderen Transfer haben, um überhaupt wissen in Schriftform umzuwandeln.

Die Unterscheidung von Buchstaben, und anderen Dingen hängt an unserer anderen Form der Wahrnehmung, diese ist an der Umsetzung von geschriebenen, gelesenen, gehörten, gesprochenen und anderen Bereichen beteiligt.

Aber was bringt uns die Erkenntnis? Bis geht es wirklich sehr gute pädagogisch didaktische Methoden um legasthene Menschen schon in der frühen Kindheit zu helfen. Diese werden leider viel zu wenig hier in Deutschland akzeptiert, sowie auch staatlich gefördert.

Bis heute werden legasthene Menschen, in unserem Bildungssystem diskriminiert, und bekommen keine gleichberechtigte Chance auf Bildung.

Das ist wirklich ein Problem, viele legasthene haben wirklich spezielle Begabungen, manchmal auch hoch Begabungen, diese werden aber von unserem Bildungssystem weniger beachtet - weil man viel zu sehr auf die Lese und Rechtschreibungskompetenz trachtet.

Dies ist aber ein grundlegender Fehler im Bildungssystem, somit werden viele legasthene Menschen ins soziale abseits gedrängt, und gehe Elternverbände wie BvL e.V. setzte sich auf die falsche Weise für die Belange legasthener Menschen ein.

Ist keine Krankheit oder Behinderung, sondern einen pädagogisch didaktisches Problem. würde man dieses Problem in unserem Bildungssystem erkennen könnte man vielleicht den legasthener Menschen ersparen.

Der bekennende Legastheniker,

Lars-Michael Lehmann

--------------------------

Legasthenie ist keine Schande


Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Schule

Gute Schulbücher fördern individuelles Lernen

19.03.2010. (hf/red) Nicht nur Pennäler schimpfen über Schulbücher. Auch die Landesvereinigung der Unternehmerverbände Nordrhein-Westfalen hat an den Büchern etwas auszusetzen; wenn auch aus einem ganz anderen Grund. "Die meisten Schulbücher behandeln Wirtschaftsthemen eher stiefmütterlich, manche ...

Berufliche Bildung

Schülerzahl an privaten beruflichen Schulen steigt weiter an

Stuttgart, 19.03.2010. Im laufenden Schuljahr 2009/10 werden an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg rund 420 700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet (ohne Schulen für Berufe des Gesundheitswesens). Nach den Ergebnissen des Statistischen Landesamtes sind das knapp 2 160 Schüler mehr als im Vorjahr. ...

Sonderthemen

Deutscher Bildungsmedienpreis zum 15. Mal auf der didacta in Köln vergeben

17.03.2010. (red/PM) - Aus dem Lernalltag – in der Schule, in der beruflichen Bildung, in der Hochschule oder zu Hause – sind digitale Medien und Werkzeuge nicht mehr wegzudenken. Die besten von ihnen sind am Mittwoch in Köln mit dem Deutschen Bildungsmedienpreis "digita 2010" ausgezeichnet worden. Aus ...
in
Links zum Artikel
Weiter auf bildungsklick.de
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung