"Bildung auf einen Blick 2007" - erste Rechtfertigung
Am Dienstag wird die OECD-Studie in Berlin vorgestellt
Mehr zu: Deutschland, OECD-Studie "Bildung auf einen Blick", Schavan, Statistik, Hochschule, Schule(bikl.de) Die diesjährige Ausgabe der jährlich erscheinenden OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" analysiert die Auswirkungen der Bildungsexpansion im tertiären Bereich auf den Arbeitsmarkt. Sie analysiert, ob mit dem größeren Angebot an Hochqualifizierten auch eine Zunahme an hochwertigen Arbeitsplätzen verbunden ist.
Vorgestellt wird die Studie am kommenden Dienstag in Berlin von Angel Gurría, OECD-Generalsekretär, Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Andreas Schleicher, Leiter der Abteilung Indikatoren und Analysen im Bildungsdirektorat der OECD und Jürgen Zöllner, Präsident der Kultusministerkonferenz und Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin.
Im Vorfeld hat die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ilse Aigner MdB bereits versucht, die zu erwartenden Ergebnisse zurechtzurücken. Mit Blick auf die im OECD-Durchschnitt geringere Studienanfänger- und Hochschulabsolventenquote in Deutschland erklärte die Politikerin, hier würden, "nicht nur Äpfel mit Birnen verglichen, sondern auch mit Kirschen, Bananen und Melonen." Alle verglichenen Bildungssysteme hätten ihre Besonderheiten, "besonders aber das deutsche". Anders als in Deutschland gebe es in andern Ländern zur Hochschulbildung nur die "Alternative" ungelernte Kraft.
Aussagekräftiger als Akademikerquoten, so die CDU-Politikerin, sei der Anteil der Bevölkerung mit einem Abschluss der Sekundarstufe II. Dieser Bevölkerungsteil verfüge über eine gute Grund- und Fachbildung und steht für qualifizierte Tätigkeiten bereit. "Und in dieser Kategorie liegt Deutschland mit 84 Prozent weit über dem OECD-Durchschnitt von 67 Prozent (zuletzt 2. Platz hinter Norwegen)", erklärte Aigner. Mit der Veröffentlichung des Berichts wird es weitere Interpretationen, Erklärungen und auch Rechtfertigungen geben. bildungsklick.de wird darüber berichten.
Das Buch "Bildung auf einen Blick - OECD-Indikatoren 2007" erscheint parallel zur Bekanntgabe der Ergebnisse beim W. Bertelsmann Verlag in Bielefeld.
Die Aussage des Äpfel mit Birnen-Vergleichs kann ich als Lehrer im Bereich der berufsbildenden Schulen nur bestätigen. In in die Akademikerquote müssten eigentlich auch Abschlüsse an einer Berufsakademie, an vielen Fachschulen (z.B. für Medizinalfachberufe,aber auch berufliche Abschlüsse wie die zum Industriekaufmann, Steuerfachangestellten, Bankkaufmann (die sich vor den akademischen Abschlüssen anderer LÄnder nicht verstecken brauchen!) hineinrechnen. Außerdem stellt sich die Frage, ob auch der Associate Degree in anderen Ländern, der nach zwei Jahren an einer Hochschule als Abschluss vergeben wird, in die Akademikerquote anderer Länder hineingerechnet wird? Dieses würde die Statistik zusätzlich verfälschen. Bei der Akademikerquote müsste eher die Anzahl der Master- bzw. Uni-Diplom-Absolventen (= Anzahl der Langzeitstudien) verglichen werden. Ich denke, hier würde das Bild dann wieder anders aussehen.
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