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Keine Hauptschulen mehr in Rheinland-Pfalz?

Heute soll neues Modell vorgestellt werden

Mehr zu: Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Hauptschule, Rheinland-Pfalz, Schule
30.10.2007 -

(bikl.de) Rheinland-Pfalz will die Hauptschule abschaffen, das berichtete heute der SWR. Nach dem Sender vorliegenden Informationen soll ab 2009 schrittweise eine neue Schulform eingeführt werden. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) will noch heute Einzelheiten bekannt geben.

Zur Diskussion stehen angeblich zwei Möglichkeiten: In der einen Variante sollen Haupt- und Realschüler künftig in einer Klasse unterrichtet werden und nach der 9. Klasse entscheiden, ob sie die Schule mit dem Hauptschulabschluss verlassen oder noch ein Jahr bis zur Mittleren Reife weitermachen. Die zweite Variante sieht vor, dass die Kinder bis zur 7. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Danach sollen sie in getrennten Klassen bis zum jeweiligen Abschluss weiterlernen.

In einer ersten Stellung nahme hat die baden-württembergische GEW empfohlen, dass dieses Bundesland sich an den Nachbarn in Rheinland-Pfalz orientieren und rechtzeitig die Weichen für eine Reform des überholten dreigliedrigen Schulsystems im Südwesten stellen solle.

Der Deutsche Lehrerverband (DL)hingegen hat die Pläne der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Abschaffung der Hauptschule als "krasse Fehlentscheidung" bezeichnet.

Mit der Abschaffung der Hauptschule, so erklärte Verbandspräsident Josef Kraus, seien nämlich keineswegs die Hauptschüler und deren individuelle Förderbedürfnisse abgeschafft. "Die Alternative zur Hauptschule ist insofern nicht deren Abschaffung, sondern deren zeitgemäße Weiterentwicklung zu einer Schule mit hohen Praxisanteilen und mit höchstindividuellen Fördermaßnahmen", so Kraus.

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von dw, am 10.11.2007, 22:52

Ich bin Leiterin einer kleinen Hauptschule im "sozialen Brennpunkt". Unsere Kinder, von denen viele aus zerrütteten Familien kommen, brauchen viel Zuwendung durch Lehrer, zu denen sie Vertrauen haben, individuelle Förderung im Klassenverband, intensive Berufsorientierung und vor allem Aufbau des Selbstvertrauens. Das kann nur im geschützten Rahmen einer KLEINEN Hauptschule verwirklicht werden.


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