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Hamburg: Initiative "Schule für alle"

Volksbegehren für neues Gesetz geplant

Mehr zu: Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Hamburg, Sitzenbleiben, Sonderschulen, Stadtteilschule, Volksbegehren, Schule
01.11.2007 -

(bikl.de) In Hamburg hat jetzt eine Gruppe von Eltern, Lehrern und Schülern eine Volksinitiative für eine "Schule für alle" gestartet. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der früheren Schulsenatorin Rosemarie Raab (SPD). Für ihre Gesetzesinitiative zur Einführung der Gemeinschaftsschule müssen die Initiatoren bis zum 7. Januar 10.000 Unterschriften sammeln. Für das geplante Volksbegehren sind dann die Unterschriften von rund 61 000 Wahlberechtigten erforderlich.

Das von der Initiative geplante "Gesetz zur Einführung der Gemeinschaftsschule" sieht vor, dass alle Kinder bis Klasse 10 eine Gemeinschaftsschule besuchen. Außerdem sollen Integrationsklassen als Regelangebote in der Primar- und Sekundarstufe geführt werden und Eltern sollen entscheiden, ob sie ihr behindertes Kind in einer Integrationsklasse oder einer Sonderschule unterrichtet lassen. Außerdem sieht das Gesetz vor, das Sitzenbleiben abzuschaffen und der Schulkonferenz die Entscheidung zwischen Berichts- oder Notenzeugnissen zu überlassen.

In der Auftaktveranstaltung der Initiative erklärte die frühere Schulsenatorin Rosemarie Raab (SPD) unter anderem: "Eine Schule für alle hebt die soziale Spaltung der Stadt nicht auf, aber sie ist ein wichtiger Schritt für eine höhere Chancengerechtigkeit. Er muss einhergehen mit pädagogischen Reformen, die individualisierenden und binnendifferenzierenden Unterricht zum pädagogischen Alltag werden lassen – so wie es die große Mehrheit der von der Elternkammer befragten Grundschuleltern erstrebt und wie es in Finnland und anderswo in dieser Welt erfolgreich praktiziert wird. Die Sorge, dass in einer Schule für alle das leistungsstärkste Viertel nicht ausreichend gefördert wird, hatten seinerzeit auch Gymnasialeltern und -lehrer in Finnland. Diese Sorge hat sich als unbegründet erwiesen. Insofern ist die Schule für alle für die Leistungsstarken kein Risiko, aber sie kann verhindern, dass die andere Hälfte der Schülerschaft unter der Aussonderung der ersten leidet."

Im April erst hatte die Hamburger Bürgerschaft beschlossen, dass der Senat die Einführung des sogenannten Zwei-Säulen-Modells aus Stadtteilschulen und Gymnasien zum 1. August 2009 anstreben soll. Danach sollen Haupt-, Real- und Gesamtschulen abgeschafft werden und zum 1. August 2009 durch neuartige Stadtteilschulen ersetzt werden, die nach 13 Jahren auch bis zum Abitur führen sollen. Daneben soll das Gymnasium erhalten bleiben, das schon nach 12 Jahren zur Hochschulreife führt.

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Pappone, am 19.04.2009, 23:41

Immer diese Formulierungen, ,,...die Eimheitsschule wie in vielen anderen Länder auch..." als ob das weltweit die Norm wäre. Die Einheitschule führt nur zur Senkung des Niveaus, das weiß jeder der bis drei zählen kann. Diese Gleichmacherei wird am Ende einen Haufen lernunwilliger Schüler bewirken. Wird das Nicht-Sitzenbleiben dann obendrauf gesetzt ist der Untergang des Abendlandes nicht mehr weit. Italien ist das beste Beispiel für die Qualität einer Einheitschule, nämlich unterstes Niveau und schlechte PISA-Ergebnisse. In Finnland klappt es, aber die Finnen haben auch eine andere Mentalität, alles ist kleiner, überschaubarer und gesellschaftlich homogener. Abgesehen davon schneiden die deutschen Abiturienten bei PISA besser ab als die finnischen Oberstufenschüler. Diese ganze Propaganda gegen das deutsche Schulsystem, dieses Kaputtreden, diese Gleichmacherei sind nicht mehr zu ertragen, was zum Teufel hat Finnland in den letzten Jahrhunderten großartiges hervorgebracht dass sich ein Land wie Deutschland danach richten muss???????????Nur weil die finnischen Schüler von Anfang an auf das bestehen von Tests gedrillt werden heißt das nicht das sie klüger, kreativer, gebilderten sind als die deutschen Schüler!


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