Freie Schulen fordern mehr Unterstützung
Starres Festhalten an Lehrplänen beklagt
Mehr zu: Bildungswesen, Hessen, Privatschulen, Schulgeld, Schule(bikl.de) Mehr finanzielle Unterstützung durch das Land haben heute die freien Schulen in Hessen gefordert. Gleichzeitig beklagen sie fehlende Freiräume durch zu enge Vorschriften und Genehmigungsvoraussetzungen.
Auf ihrer heutigen Pressekonferenz in Kassel betonten die Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Schulen in Hessen (AGFS) die große Bedeutung der Schulen in freier Trägerschaft für das hessische Schulwesen. "Freie Schulen sind innovativ und geben durch ihre pädagogische Arbeit häufig auch Impulse für das staatliche Schulwesen. Das wird uns von Bildungsexperten und Politikern immer wieder bestätigt", so AGFS-Sprecher Norbert Handwerk. "Um diese Aufgabe erfüllen zu können, brauchen diese Schulen aber die entsprechenden Rahmenbedingungen. Leider sind diese auch in Hessen derzeit noch nicht gegeben." Handwerk beklagt vor allem die zum Teil sehr langwierigen Genehmigungsverfahren und das starre Festhalten an Lehrplänen: "Es ist erwiesen, dass verschiedene Wege zum gleichen Ziel führen können. Daher dürfen Schulen in freier Trägerschaft nicht zu Kopien der staatlichen Schulen gemacht werden."
Ein weiteres Problem sieht Handwerk in der zu geringen finanziellen Unterstützung der freien Schulen durch das Land: "Da die finanziellen Beihilfen zu niedrig sind, werden die Eltern durch die Zahlung von Schulgeld über Gebühr belastet. Damit wird es ihnen erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht, eine Schule zu wählen, die ihren Vorstellungen entspricht."
Die heutige Pressekonferenz war gleichzeitig Auftakt der ersten "Woche der freien Schulen in Hessen". Unter dem Motto "Bildung braucht Vielfalt" soll mit unterschiedlichen Veranstal-tungen und speziellen Aktionen auf das umfangreiche Angebot und die große Bedeutung freier Schulen für das Schul- und Bildungswesen aufmerksam gemacht werden.
In Hessen gab es im Schuljahr 2005/06 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 219 Schulen in freier Trägerschaft, davon 158 allgemein bildende und 61 berufliche Schulen. Sie wurden von rund 43.500 Schülerinnen und Schülern besucht. Hinzu kommen 33 so genannte Ergänzungsschulen.
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