(bikl.de) Die hessische Landesregierung will in den nächsten drei Jahren flächendeckend ein "Kinder-Sprach-Screening" (KISS) einführen, bei dem Vierjährige auf ihre sprachlichen Fähigkeiten getestet werden. Entsprechend dem Ergebnis sollen die die Kinder dann in der Kindertageseinrichtung und durch die Sensibilisierung der Eltern gefördert werden.
"Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und zur Teilhabe an der Gesellschaft. Mit der Sprachentwicklung wird der Grundstein für die Zukunft der Kinder gelegt. Deshalb müssen wir bereits im Kindergartenalter den Sprachstand testen, um die Kinder entsprechend zu fördern", erklärte die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger bei der Vorstellung des Hessischen Kinder-Sprach-Screenings (KiSS) in Wiesbaden. Dabei gehe es ausdrücklich um alle Kinder, unabhängig davon, ob sie einen Zuwanderungshintergrund haben oder nicht. Im Jahr 2003 hatte eine hessische Studie Auffälligkeiten bei 28 Prozent aller Kinder ausgemacht.
Die sozialpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kordula Schulz-Asche kritisierte den von der Landesregierung vorgeschlagene Zeitpunkt der Sprachstandserhebung mit vier Jahren als viel zu spät. Außerdem blieben Sprachstandserhebung und die Vorlage eines guten Konzeptes ohne Wirkung, wenn nicht ausreichend Geld für Maßnahmen zum Erwerb der deutschen Sprache vorhanden sei.
Das Land Nordrhein-Westfalen hatte bereits im Februar 2007 verpfllichtende Sprachtests für Vierjährige eingeführt. Art und Durchführung der Tests waren allerdings auf großen Protest gestoßen.