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CDU Kultusminister forden Rücktritt Schleichers

Vorab-Bewertung der neuen Pisa-Studie "ein politischer Skandal"

Mehr zu: PISA (Studie), Schule
29.11.2007 -

(bikl.de) Die Diskussion um die aktuelle PISA-Studie hat eine neue Dimension bekommen: Jetzt fordern die Kultusminister der unionsgeführten Länder den OECD-Pisa-Koordinator Andreas Schleicher zum Rücktritt auf.

"Wenn das OECD-Konsortium diejenigen mit hohen Konventionalstrafen bedroht, die vorab Informationen herausgeben, und dann ein OECD-Vertreter selbst mit Aussagen vorab an die Öffentlichkeit geht, ist das ein einmaliger Vorgang", sagte die Sprecherin der CDU/CSU-Kultusminister, Karin Wolff, der Zeitung "Die Welt".

Schleicher müsse deshalb von seinen Aufgaben bei der OECD entbunden werden. Nachdem eine spanische Zeitung Teile der Pisa-Studie am Mittwochabend vorzeitig veröffentlicht hatte, bestätigte Schleicher anschließend die Studienergebnisse gegenüber tagesschau.de. Danach liegen deutsche Schüler im Vergleich mit Gleichaltrigen aus 57-Staaten beim Umweltwissen und in Naturwissenschaften auf dem 13. Platz. 2003 war es noch Rang 18. Schleicher betonte aber gleichzeitig, dass dies keine Verbesserung darstelle. Beide Tests seien wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur nicht vergleichbar, weil zum Beispiel das aktuelle Testverfahren bestimmte Stärken von deutschen Schülern begünstigt habe.

Massive Kritik übte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus an diesen Aussagen. "Für den OECD-Mann Schleicher sind offenbar nur schlechte deutsche Ergebnisse gute Ergebnisse. Im übrigen muss sich die OECD fragen lassen, warum sie einen Test konstruiert, der über drei Jahre hinweg nicht vergleichbar ist. Wenn dem so wäre, dann hat die ganze PISA-Testerei die Hälfte ihres Werts verloren."

Auch der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz (KMK), Erich Thies, kritisierte das Verhalten Schleichers. "Dass Herr Schleicher vor Ablauf der Sperrfrist eine Bewertung der neuen Pisa-Studie vorgenommen hat, ist ein politischer Skandal", sagte Thies der "Welt". Die OECD müsse deshalb rasch Konsequenzen ziehen.

Ein OECD-Sprecher wies die Rücktrittsforderung der unionsgeführten Bundesländer zurück. Schleicher, wie auch die OECD selbst, hätten lediglich dargestellt, dass die Ergebnisse der beiden Tests von 2003 und 2006 wegen der geänderten Aufgabenstellung nicht vergleichbar seien. Dies sei auch der deutschen Seite bekannt.

Offziell soll die Pisa-Studie am 4. Dezember in Berlin vorgestellt werden. Bis dahin gilt eine Sperrfrist. Wenn ein OECD-Mitgliedsland die Sperrfrist durchbricht, kann es sanktioniert werden. Die OECD selbst hat allerdings nach den vorzeitigen Veröffentlichungen die Kernergebnisse bereits heute mitgeteilt.

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