Macht das G8 die Kinder krank?
Interview mit Klaus Hurrelmann über die Auswirkungen der verkürzten Schulzeit
Mehr zu: Deutschland, didacta - die Bildungsmesse, G8, Gesundheit, Interviews, Leistungsdruck, Schulstress, Volksbegehren, SchuleWenn Schüler in Deutschland Abitur machen, sind ihre Altersgenossen in den meisten anderen Ländern längst Studenten oder in der Berufsausbildung. Das soll sich ändern. Damit deutsche Schüler international wettbewerbsfähiger werden, wurde in den vergangenen Jahren beinahe bundesweit das neunjährige Gymnasium auf acht Jahre verkürzt. Doch Proteste blieben nicht aus. Sogar ein Volksbegehren gegen das achtjährige Gymnasium (G8) wurde in Bayern initiiert, scheiterte aber an mangelnder Beteiligung. Dennoch klagen insbesondere Eltern und Schüler über zu hohe Arbeitsbelastung und enormen Leistungsdruck. Wir sprachen mit dem Bielefelder Gesundheits- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann über die Auswirkungen der verkürzten Schulzeit. Hurrelmann leitete unter anderem die Shell-Jugendstudien 2002 und 2006 und die World Vision Kinderstudie "Kinder 2007".
Herr Hurrelmann, in einer bayerischen Umfrage attestierten vier von fünf G8-Eltern ihrem Kind "schulbedingte Stresssituationen" und mehr als die Hälfte halten die verfügbare Freizeit ihrer Kinder für nicht ausreichend. Macht das G8 die Kinder krank?
Klaus Hurrelmann: So sehr ich grundsätzlich die Umstellung befürworte, weil wir damit Deutschland in die international üblichen Strukturen eingliedern, so sehr habe ich mich darüber geärgert, wie sie in der Realität umgesetzt worden ist, nämlich im Prinzip nur durch eine Verdichtung des bestehenden Stoffes. Vor allem wurde die Chance nicht wahrgenommen, auf moderne Formen der Lehrplangestaltung umzustellen, bei dem nicht mehr jedes Detail festgelegt wird. Große Teile der Schülerschaft – wahrscheinlich größere als zuvor - geraten durch diese schulischen Anforderungen unter einen Bewährungsdruck. Hier kommt es dann zu Ausweichbewegungen, die Gesundheitsprobleme mit sich bringen können.
Und das bedeutet ganz konkret?
Klaus Hurrelmann: Es sind drei Auswege, die wir in den letzten Jahren sehen und die zugenommen haben. Wir können – vor allem bei den Mädchen, die eher diese Variante wählen – mehr psychosomatische Störungen verzeichnen. Bei den Jungen sehen wir eine Zunahme von aggressiven Varianten bis hin zu sehr spektakulären Ereignissen. Auch hier zeigt die Forschung einen Anstieg. Ich sehe auch Aggressionen kollektiver Art bis hin zur Bedrohung der Schule durch Gewalttaten auf dieser Schiene, nicht immer ursächlich, aber atmosphärisch. Und es gibt eine dritte Variante, die zugenommen hat, das ist die Flucht in Medikamente, aber auch in legale und illegale Drogen. Diese Gewaltphänomene an Schulen – gerade auch an Gymnasien – halte ich nicht für zufällig. Die Zunahme von Alkoholexzessen – auch gerade bei Gymnasiastinnen und Gymnasiasten – sind die Spitzen, die zeigen, dass sich da ein Druck zusammenbraut. Um nicht missverstanden zu werden: Das hängt nicht ganz ursächlich mit G8 zusammen, aber die Schulzeitverkürzung hat diese Atmosphäre des Bewährungsdrucks an Schulen noch einmal hochgeschaukelt.
Doch das G8 ist Fakt und Sie selbst halten ja auch eine Schulzeitverkürzung für notwendig. Wie lässt sich denn unter diesen Voraussetzungen die Situation der Schüler (und Lehrer) verbessern?
Klaus Hurrelmann: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass Gymnasien, die auf eine Erweiterung mit einem guten und gut rhythmisierten Ganztagsbetriebs umstellen, ganz viel von diesem Druck abfangen. Unter anderem, weil man dort noch eine Mittagspause mit Sozialaktivitäten und insgesamt sehr viel mehr Kontaktmöglichkeiten in der Schule hat.
In diesem Zusammenhang wird – beispielsweise in Nordrhein-Westfalen – über Samstagsunterricht diskutiert. Auch eine denkbare Lösung?
Klaus Hurrelmann: Samstagsunterricht ist nicht unklug, denn der Halbtagsunterricht – fünf Mal sieben Stunden in der Woche – ist unter dem Gesichtspunkt der Lerneffizienz, neben der psychologischen und körperrhythmischen Frage, völlig ineffektiv. Ein Vormittagsunterricht mit mehr als fünf Stunden, wie wir ihn in Deutschland als Tradition haben - diese 45 vollgestopften Minuten - macht einfach keinen Sinn. Insofern bin ich neugierig, ob die eine oder andere Schule den Unterricht am Samstag tatsächlich als eine in sich durchaus stimmige Alternative wählt.
Weitere Informationen:
G8 in den einzelnen Bundesländern
Das achtjährige Gymnasium (G8) ist mittlerweile zum Regelgymnasium in Deutschland geworden. Beinahe alle Bundesländer haben die verkürzte Schulzeit eingeführt. In Thüringen und Sachsen wurde das G8 nach der Wende beibehalten. Es folgten Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Saarland, Hamburg, Bayern, Niedersachsen, Berlin, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Brandenburg hat das zwölfjährige Schulsystem zum Schuljahr 2007/2008 eingeführt und Schleswig-Holstein strebt die Verkürzung der Schulzeit ab 2008/09 an. Rheinland-Pfalz will die 12-jährige Schulzeit bis zum Abitur in Verbindung mit einer Ganztagsschule (G8GTS) zunächst nur an ausgewählten Gymnasien umsetzen. Beginn: Schuljahr 2008/09.
Dazu auf der didacta (19. bis 23. Februar 2008 in Stuttgart):
"Das achtjährige Gymnasium: Bleibt beim Turboabitur zu viel auf der Strecke?" Referenten: MD Josef Erhard, Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender Philologenverband, Christiane Staab, Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Universität Bielefeld. Moderation: Frauke Haß, Frankfurter Rundschau. Termin: Freitag, 22.02.2008, 10.30 bis 12.00 Uhr, forum bildung, Halle 1, Stand 1C51
"Was Kinder in Deutschland fühlen, meinen, wünschen: Die aktuellen Kinderstudien und ihre Auswirkungen auf Schule, Politik und Gesellschaft" – darüber diskutieren am 22. Februar um 13:00 Uhr auf dem Forum "didacta aktuell": Dr. Franz Alt (Deutsches Jugendinstitut München), Prof. Dr. Hans Bertram (Humboldt Universität Berlin), Anja Beisenkamp (PROSOZ ProKids Herten), Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Universität Bielefeld), Paula Honkanen-Schoberth (Deutscher Kinderschutzbund). Moderation: Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis (Präsident des Didacta Verbandes e. V.).
(Das Interview mit Prof. Dr. Klaus Hurrelmann ist abgedruckt im Themendienst 1 zur didacta 2008.)
Leider geht Prof.Hurrelmann nicht auf eine dringend nötige Entrümpelung der Lerninhalte ein. Traditionell führt die deutsche gymnasiale Oberstufe in derart schwindelerregende inhaltliche Höhen, die bei unseren Nachbarn höchstens auf der Universität erreicht werden. Hier werden Zeit und Nerven vergeudet. Stichwort: Shakespeare bis in die letzten Feinheiten, aber in London nicht nach dem Weg fragen können... Da stimmt doch was nicht!
Sehr geehrter Hr. Gratzer,
Sie haben es mit Ihrem letzten Satz auf den Punkt gebracht. Vielen Dank.
Ich bin grade in der 13, stehe also kurz vor dem Abitur und kann meinen Vorrednern leider nur recht geben! Ich habe die Erfahrung vor allem in Mathe (grade in einem Fach, in dem sich ja bekanntermaßen so schon viele überfordert fühlen und selbst in Grundkursen) und in meinem Leistungskurs Pädagogik (man beachte das Paradoxon), in dem viele Inhalte so gedrängt sind dass die Stunden fast nur noch daraus bestehen, dass der Lehrer Material austeilt dass wir dann zu Hause bearbeiten müssen!
Aber solange Frau Schavan populistisch ins Mikrofon brabbeln kann, das müsse ja so sein damit wir mit dem europäischen Durschnitt mithalten könnten, wird sich daran leider nichts ändern!
Diese Diskussionen über G8 bringen mich langsam nur noch zum lächeln...Ich komme aus Sachsen und gehe mittlerweile in die 11. Stufe und bis jetzt hatte ich noch überhaupt keine Probleme damit das Abi in 12 Jahren zu schaffen. Auch kenne ich nicht wirklich Leute, die sich darüber beschwert hätten. Und die, die es nach 8 Jahren Gymnasium nicht geschafft haben, hätten es auch nach 9 Jahren nicht geschafft...
Ich finde diese Diskussionen einfach nur total übertrieben und langsam frage ich mich ob wir hier vielleicht alle hochbgabt sind, schließlich kommen wir schon seit Jahren mit diesem Schulsystem zurecht, ohne dass sich Spezialisten Sorgen machen, ob wir das auch alles schaffen.
Ich bin Mutter einer 13 jährigen Tochter in der 8. Klasse auf dem G8-Gymnasium in Hamburg. Mein Kind hat 39 Schulstunden zzgl. Hausaufgaben und Übungszeit. Unter der Woche keine Zeit für Hobbies, Sport und Freunde, Streßsymptome wie Erschöpfung, Bauchweh, Kopfschmerzen, Einschlafprobleme und Depressionen kommen in der Klasse gehäuft vor. Kinder schlafen im Unterricht ein oder halten nur mit Cola und Kaffee durch. Verkürzte Gymnasialzeit darf nicht auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder gehen. Das Weltwissen wächst, das Lebensalter auch, warum also die Schulzeit verkürzen. Früher hatten wir auch kein Problem mit der Konkurrenz in den Nachbarländern, weil unsere Schulausbildung gut war. Ich halte das Turbo-Abi für eine Kosteneinsparung zu Lasten unsrerer Kinder. Wenn man die Schüler fragt, was sie nach dem Abi machen wollen, bekommt man oft die Antwort, "erst einmal ausruhen oder ins Ausland", was hat die Einsparung dann genützt? In unserem langen leben haben wird nur eine Kindheit. Kinder brauchen Zeit und Freiraum, um Kreativität, Lebensfreude und psychische Stabilität für später zu gewinnen.
Bemerkung zu Julia Müllers Kommentar: Meine Tochter, die in Baden-Württemberg das Abitur machte und in Mathematik gerade mal eine 4 schaffte, kann jetzt ihrer Kommilitonin aus Sachsen beim Studium in Mathe unter die Arme greifen. So viel zu den Qualitätsunterschieden in den einzelnen Bundesländer. Es ist unverständlich, dass unser KM diese Qualität mit der Einführung des G8 verdummbeutelt. Schauen wir doch nach Frankreich. Dort sind die Schüler mit ihre, dem Gymnasium vergleichbaren Schule früher fertig, müssen aber ein Jahr (bezahlte!) Universitätsvorbereitung machen. Wollen wir das nachmachen? G8 ist nur auf Kosten der Kindheit und/oder auf Kosten der Qualität des Abiturs zu haben. Der Tag hat nur 24 Stunden und die werden auch durch Förderung und Hausaufgabenbetreuung nicht länger. Die Familien leiden darunter mit ihren Kindern.
Habe gerade den 2. Kommentar gelesen und bin ein wenig verwundert über sog. "Qualitätsunterschiede" (nationaler Ländervergleich) Hallo? Vielleicht kann man dies nicht an nur 2 Studentinnen werten! Deshalb hier mal eine Pressemeldung reinkopiert:
Sachsen erfolgreich beim PISA-Test
Spitzenplatz für Gymnasien in Naturwissenschaften
Dresden, 03.11.2005 Beim PISA-Test liegt Sachsen im Ländervergleich mit an der Spitze. "Die erreichten Ergebnisse zeigen sogar, dass sich sächsische Schüler international sehr gut behaupten können", sagte Kultusminister Steffen Flath. Das sächsische Schulsystem sei damit international konkurrenzfähig. In Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften und Problemlösen liegen die Kompetenzen sächsischer Schülerinnen und Schüler über dem internationalen OECD-Durchschnitt. In der deutschen Wertung eroberte Sachsen in Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen den zweiten Platz nach Bayern. Im bundesweiten Vergleich der Gymnasien erreichten sächsische Gymnasiasten vordere Plätze, in den Naturwissenschaften sogar Platz 1.
Die Bildungspolitik der letzten 15 Jahre habe sich bewährt, so Flath. "Das sehr gute Abschneiden Sachsens ist aber vor allem ein Beleg für die tolle Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer", sagte der Kultusminister. Er stellte jedoch klar, dass sich der Freistaat nicht auf dem Erfolg ausruhen dürfe. Der PISA-Test zeige, dass man sich an den Schulen noch stärker als bisher den leistungsschwächeren Schülern zuwenden müsse.
Gegenüber der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 2000 erzielte Sachsen in allen Kompetenzbereichen deutliche und statistisch signifikante Verbesserungen. In Mathematik sind für Sachsen und Thüringen die bundesweit größten Zuwächse zu verzeichnen. Bei den mathematischen Kompetenzen erreichten hiesige Gymnasialschüler den zweiten Platz. Auch beim Lesen ist es sächsischen Schülern offensichtlich gelungen, die Kompetenz bedeutsam zu verbessern. "Der dritte Platz für alle Schüler und der vierte für die Gymnasien kann aber nicht zufrieden stellen", sagte Flath. Hingegen können sich Sachsens Schüler bei den Naturwissenschaften international messen lassen: Platz 2 im deutschen Vergleich aller Schüler und Platz 1 für die Gymnasien.
In puncto Chancengerechtigkeit liegt Sachsen mit Finnland, Japan, Kanada und Schweden in der internationalen Spitzengruppe, wie die PISA-Studie deutlich macht. Die ansonsten in Deutschland zu beklagende enge Kopplung von sozialer Herkunft und Kompetenzniveau gilt für Sachsen nicht. Die relative Wahrscheinlichkeit eines Facharbeiterkindes, das Gymnasium zu besuchen, ist in Sachsen deutlich größer als im Bundesdurchschnitt. "Wir müssen das hohe Niveau der Chancengerechtigkeit halten, wenn möglich sogar verbessern", sagte Flath.
In Sachsen wurden bei PISA 2003 insgesamt 2348 Schüler aus 88 Schulen untersucht (26 Gymnasien, 59 Mittelschulen, eine Sonderschule, zwei Berufsschulen).
Nähere Information zu den PISA-Ergebnissen und den Bildungsreformen in Sachsen unter www.sachsen-macht-schule.de/pisa/.
Ich bin der erste G8 Jahrgang auf meiner Schule und gerade in der 8.Klasse - ich weiß gar nicht wieso alle gegn G8 sind. Teilweise würde ich sogar so etwas wie g7 für sinnvoll halten. Wir haben ein Mädchen in der Klasse, die gerade übersprungen hat und sich weiterlangweilt. Außerdem sind die g8 Schüler genauso faul wie die g9 Schüler und schreiben eigentlich dieselben Noten. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann eher, dass man ohne Abitur fast keine ordentliche Stelle bekommt und deshalb jedes Kind, egal wie interligent oder nicht ins Gymnasium kommt. Kein Wunder, dass dann die Mütter solcher verhätscheltn Kinder motzen, dass alles so schwer ist! Und was den Nachmittagsunterricht angeht - in der 5.Klasse hat man eigentlich noch am meisten, damit die oben Angesprochenen grad wieder rausfliegen! In der 6.Klasse hatte ich dann auch schon 4Stunden weniger. Wahrscheinlich ist es nur der Umstieg, von der Grundschule, der so auffällt- schließlich haben die Kinder da nun wirklich praktisch nichts zu tun!
Ja, wenn man sich viele aktuelle bildungspolitische Debatten in der letzten Zeit so anhört, dann scheint es nur noch darum zu gehen, möglichst schnell mit etwas fertig zu sein. Egal ob Einschulung mit 5 Jahren, G8, Bachelor und Master - überall wird nur noch verkürzt, gestrafft, verdichtet. Ob ein derartiger Bildungsbetrieb aber reife Persönlichkeiten produziert oder doch nur lebende Festplatten, wird die Zukunft zeigen. Ich bin da skeptisch. Eine Gesellschaft, die selbstgewählte Freiräume und Müßigkeit derart verachtet, bekommt irgendwann die Quittung.
Große Pause: Toller Kommentar. Wir bekommen gerade vorgeführt, wie viel Hirn unsere Wirtschaftsführer noch haben. Das reicht manchmal unfallfrei nur zur nächsten Quartals-Pressekonferenz. Die Politiker sind auch nicht besser, weil sie ebenfalls nach kurzfristig öffentlich Vorzeigbarem heischen. "Gut Ding braucht Weile"
Ich muss einräumen, dass ich ehrlich gesagt nicht viel Ahnung von den "Auswirkungen des G8 auf die zukünftige Weltwirtschaft" oder gar den politischen Umständen, die die Einführung dieser Schulform verursachten, habe. Es muss reichen, wenn ich einfach aus Erfahrung spreche.
Ich bin 15 Jahre alt und besuche ein Gymnasium in der Oberpfalz. Die derzeitigen 10. Klassen, die ich besuche, bilden die erste Jahrgangsstufe im G8. Natürlich kann ich nicht viel Vergleiche zu früher ziehen, aber ich habe insg. mehr Wochenstunden als meine Freundin in der 12. Klasse. Wenn mich also jemand fragt, ob ich mit dem Druck zurecht komme, sage ich jedes Mal wieder: "Ich kenn es nicht anders"
Außerdem bringt Rumjammern in der Situation eines Schülers nicht das Geringste. Jeder Schüler muss schlichtweg versuchen sein Bestes zu geben, um den Weg in und durch das Abitur zu schaffen.
Ich persönlich habe viele Hobbies (2x pro Woche Sport, BigBand, Blaskapelle, etc.) und mache auch meine Hausaufgaben zuverlässig, habe weder schlechte Noten, noch ein einziges Mal wiederholt.
Allerdings muss ich einräumen, dass ich viele Schüler kenne, die mit dem Druck nicht zurechtkommen. Aber was passiert mit denen? Sie wiederholen eine Klasse oder werden auf die Realschule, in manchen Fällen auf die Hauptschule zurückgestuft. Was geschieht mit ihnen? Sie machen einen Spitzenabschluss auf ihrer Schule und sind froh mit der Entscheidung, gewechselt zu haben.
Das ist meiner Meinung nach der Punkt. Schüler, die mit dem Druck nicht klarkommen, haben keine Chance auf individuelle Förderung, da für so etwas schlichtweg keine Zeit übrig ist.
Nicht unbedingt das achtstufige Gymnasium ist Schuld, sonder der volle Lehrplan, in dem viel zu vertiefter Stoff angeboten wird.
Das ist möglicherweise auch der Grund, warum Schüler mit Schwächen in speziellen Fächern einfach keine Chance mehr haben.
Und zu wissen, wie eine Mitose abläuft, aber keine Ahnung haben, wie die Länder in Europa heißen ist schwach..
Hallo,ich verstehe auch nicht, warum teilweise so negativ über G8 gesprochen wird.Ich habe bis zu meinem 12. Lebensjahr in Jena (Thüringen) gewohnt, wo es, wie auch schon erwähnt, nie etwas wie G9 gab.Die 5./6. Klasse bin ich also dort zur Schule gegangen und hatte weder schulische noch sonstige Probleme. Und nachmittags hatte ích außerdem noch Zeit, um diversen Hobbies nachzugehen. Das Hausaufgabenpensum war ebenfalls in Ordnung.Nach dem Umzug nach Mainz, bin ich dort in die 7. Klasse gekommen, wo ich von den vielen Hausaufgaben erstmal ziemlich überrascht war. Nach sechs Wochen bin ich in die nächt höhere Klasse gesprungen, also in die 8. Physik hatte ich in Jena schon ab der 6, Geschichte ab der 5 - das war also überhaupt kein Problem, in den anderen Naturwissenschaften und Mathe konnte ich ohne große Schwierigkeiten einfach mitmachen. In den Sprachen musste ich den Stoff der 7. Klasse halt aufarbeiten, aber auch das ging.Nach eins, zwei Monaten war ich wieder Klassenbeste und nach der 9. Klasse habe ich auf ein Oberstufengymnasium in Hessen gewechselt, bei dem alle die 10. Klasse überspringen. Wenn ich dann in zweieinhalb Jahren mein Abitur habe, hätte ich "G7" absolviert.Ich halte G9 für unnötig. Der Stoff wird einfach nur ewig durchgekaut und es werden außerdem viele Schüler durchs Gymnasium geschleppt, die vielleicht dort gar nicht hingehören. Wenn man den Stoff in den 8 Jahren nicht hinbekommt, dann schafft man das auch nicht in 9.Und die anscheinend auftretenden Depressionen, Stresssituationen, Zeitmängel,... liegen nicht an G8 sondern höchstens an einer schlechten Umsetzung.
Was heisst, auch wenn viele Schüler garnicht da hingehören ? Jede verdient ne Chance auf Bildung, G8 trägt das Problem mit sich, dass nur Schüler, welche unter wohlabenden und stressfreien Bedingungen wohnen, die besseren Chancen haben. Ich bin gerade in G8 11ten Klasse und habe 4 mal nachmittags Unterricht, d.h. ich kann gerade mal 1 mal in der Woche weg, da ich auch am Wochenende lernen muss.
Momentan bin ich in der 11.Jahrgangsstufe eines Gymnasiums in Bayern. Meiner Meinung nach ist das G8 viel zu schlecht organisiert. An sich waere die Idee eines acht jaehrigen Gymnasiums nicht so schlecht, aber an der Umsetzung hapert es noch. Da ich im ersten Jahrgang bin, der in Bayern das G8 hat(also die Versuchskaninchen), spuere ich es gerade am eigenen Leibe. Keiner hat so richtig bescheid gewusst, wie alles werden wuerde. Die Buecher wurden erst kurz vor Schulbeginn gedruckt. Teilweise bekamen wir unsere Buecher erst Wochen nach Schulbeginn.
Ich habe 37 Wochenstunden, deutlich mehr als die Schueler des G9 und wir lernen gerade den Stoff, den die anderen erst zwei Jahre spaeter lernen wuerden.
Fuer Hobbies habe ich absolut keine Zeit mehr. Ich komme aus der Schule nach Hause und muss noch stunden lang Hausaufgaben machen und lernen. Ich lerne wirklich viel, aber es bringt mir nichts. Trotz allem Lernaufwand schreibe ich schlechte Noten. So geht es aber nicht nur mir, beispielsweise in Mathe haben unsere Arbeiten immer einen Schnitt von 4-5 Punkten, auch in den anderen Faechern gehnt es nicht viel besser.
Meiner Meinung nach macht das G8 krank. Man ist nur am lernen und hat ueberhaupt keine Freizeit mehr. Mit der Zeit hat man einfach keine Motivation mehr. Man will einfach nicht mehr lernen, kann einfach nicht mehr, man ist voellig ausgebrannt. Ich sehe es an mir selbst, ich bin nur noch schlecht drauf und deprimiert.
Bis her hatte ich eigentlich keinerlei Probleme mit dem G8, ich war immer relativ gut in der Schule. Erst seit diesem Jahr faellt der Unterschied zum G9 stark auf.
Es ist zwar normal, dass es in der Oberstufe mehr tun muss und es schwer ist, aber der Unterschied zum G9 ist dennoch enorm.
Schueler aus der Zwoelften Klasse, die also ein Jahr aelter sind als wir, haben viel weniger Unterricht und den Stoff, den sie lernen haben wir zum Teil schon in der Zehnten gemacht.
ich frage mich wohin das führt?! wir haben keine freizeit und sind nur noch mit der schule und lernen beschäftigt! Selbst die Lehrer haben große Probleme, da wir viel zuviel stoff in so kurzer zeit lernen müssen.
Außerdem: wenn man alles so schnell lernt bleibt nichts hängen und bei der jobsuche läuft alles schief...
das ist nicht toll
ich muss Charlotte (am 30.11.2009, 18:54) größtenteils zustimmen. ICh bin im selben Jahrgan, also in der Q11 und das ebenfalls in Bayern und damit ebenfalls eins der Versuchskaninchen.
Um ein Besipiel zu den Büchern zu liefern. Der Bereich für Mathe in meinem Ordner hat bis Ende Oktober größtenteils aus Blättern bestanden, weil wir kein Buch hatten. Wir bekamen dann ein Heftchen mit den ersten zwei Kapiteln des richtigen Buches und wen wunderts - mit jeder Menge fehlern durch die Hasr, in der es warscheinlich verfasst wurde. Mttwl. haben wir das richtig Buch, ich glaube wir bekamen es noch vor den Weihnachtsferien, sich bin ich mir aber nicht...
bzgl Freizeit: Ich habe meinen Sport aufgegeben, weil es mir zuviel wurde. Derzeit bin ich am Überlegen unregelmäßig wieder anzufangen, weil ich meistens einfach keine Lust mehr habe irgentetwas zu tun, nach Schule+Lernen+Hausaufgaben. Mein Tag ist, obwohl ich auf keiner(!) ganztagsschule bin gespickt mit Schule. 2x bis 15:30, 1x bis 17:00 und 2x (mit viel Glück) nur bis 1, danach kommen noch Hausaufgaben + LErnen und die Wochenenden bestehen auch nicht gerade aus Freizeit, nein, wenns heißt "Wie gehen Skifahren" überlege ich vorher zweimal, ob ich nicht lieber zuhausebleibe zwecks lernen. Ich finde das ist irgentwo kein Zustand. Ich komme gut klar damit soweitt, nur der Freizeitfaktor stört ein wenig.
Alles in allem habe ich mich damit abgefunden, meine noten sind wirklich nicht schlecht, vor meinem Schnitt steht eine 1,x, nur irgentwo leidet eben der Kopf und damit auch der Körper v.a. durch mangelnde Bewegung (zu wenig Zeit für Sport) und diese Lernerei, nach der man einfach "leer im Kopf" ist.
Allen gleichgesinnten liebe Grüße und allen, die mit dem G8 so garkeine Probleme haben, herzlichen Glückwunsch, aber denkt auch mal an die, die damit mehr Probleme haben und das meckern zwischendurch einfach mal brauchen, um luft aufzulassen ;)
LG
Meiner Meinung nach sind Kinder, die mit dem G 8 (zumindest in Bayern) ohne Probleme zurecht kommen, in der Minderheit. Die meisten Kinder haben kaum noch Freizeit. Meine Tochter ist derzeit in der 8. Klasse. Sie hat zweimal pro Woche Unterricht und ist dann um 16:15 zuhause. Jeden Nachmittag ist eine Liste von Hausaufgaben zu erledigen, Übungen, Wiederholungen usw. - so dass sie selbst am Wochenende noch stundenlang das aufarbeiten muss, was sie unter der Woche nicht mehr geschafft hat. Zur Zeit hat sie keine Zeit für extra Unternehmungen - sogar Arztbesuche sind ein Problem, weil dann die Zeit wieder fehlt. Heute morgen war ihr wieder mal total schlecht, weil sie Angst hat, dass ihre Leistung nicht ausreichen könnte. Es gibt Lehrer, die verlangen, dass man nicht nur den Stoff verstanden hat, sondern alle Fachbegriffe in deutsch und englisch verstanden komplett aufsagen kann (billingualer Unterricht in Geographie). Ein Schüler hatte eigentlich alles gewusst und nur ein paar Fachbegriffe nicht mehr parat gehabt und dafür eine 4 kassiert. Obwohl ich versuche, ihr zeitsparende Arbeitstechniken beizubringen oder auch sonst zu helfen, wo es geht, weiß ich nicht, wie die nächsten Jahre wirklich gut zu überstehen sind.
Bin in der 8.Klasse eines Gymnasium und find es exterm stressig.
Hab Montag und Dienstag bis 15.30 Uhr Schule, Donerstags bis 17.30Uhr(!), nur Freitag und Mittwoch bis halb eins, obwohl da kommt mittwochs noch Konfi bis 16.00Uhr dazu.
Dann noch Hausaufgaben und lernen, da hab ich jetzt schon keine Zeit mehr für Freizeitaktivitäten und bin abends total kaputt vom vielen Lernen.
Will gar nich wissen, wie das erst wird wenn die ganzen Klassenarbeiten beginnen.
In Niedersachsen hat ein Volksbegehren gegen G8 begonnen. Die dafür erforderlichen 25.000 Unterschriften sind schon jetzt deutlich überschritten. 87.000 Unterschriften liegen vor. Dem Voksbegehren muß also stattgegeben werden und bis Mai 2011 müssen 10% der Niedersachsen ein Votum gegen g8 abgegeben haben. Wenn es so weiterläuft kann man vom Erfolg ausgehen. Dann muß der Landtag dem Volksbegehren zustimmen und das alte G9 ohne Wenn und Aber wieder einführen. Oder er läßt einen Volksentscheid zu, den der Landtag selbst organisieren muß. Wie in der Schweiz. Ich selber war 13 Jahre in der Schule + 1 Jahr in den USA. Dort gibt es auch ein G8, seit Jahren. Aber das Niveau des Abiturs dort reicht für die Realschule. Aber wir hatten jeden Tag nach dem Essen ab 13:00 Sport. Vereine in der Stadt gab es nicht, das organisierte alles die Schule.
Das G8 Kinder krank machen soll ist natürlich eher metaphorisch zu betrachten. Ich gehe momentan in die 10. Klasse eines Gymnasiums in Berlin und habe 4x die Woche bis 15.30 Unterricht, einmal bis 14.30.
Hausaufgaben dauern bei schneller Arbeit etwa 45 Minuten, bei gründlicher Arbeit etwa 80 Minuten.
Da man ja nicht nur Schule im Kopf haben will geht man danach zum Training oder zum Gitarrenunterricht oder zu ähnlichem. Wenn dann aber die "Arbeitensaison" mit drei Arbeiten pro Woche beginnt fängt man an zu überlegen, ob man jetzt zum Training geht oder noch mehr lernt. Meistens entscheidet man sich für das Lernen, darunter leidet der Sport und Freunde treffen ist sowieso maximal einmal pro Woche möglich.
Die Kinder, die mit G8 so gut klarkommen, brauchen anscheinend keine Freizeit oder haben kein Leben außerhalb der Schule.
Unsere Lehrer sind größteinteils auch überfordert und können keine Wiederholstunden machen, sondern es wird durch den Stoff "geprescht" und wer nicht mitkommt braucht eben Nachhilfe, die nochmal mit mindestens einer Stunde pro Woche verbunden ist.
Das ganze System ist, so scheint es undurchdacht und letztendlich ein reines Sparprogramm. Wozu die Schüler ein Jahr länger Unterricht machen lassen, das kostet doch mehr. Interessanterweise müssen dann aber Schüler der 7. Klasse zum Beispiel in Bio Sachen lernen, die bei G9 noch in der 10. Klasse gelehrt wurden. Das kann so nicht gut gehen.
Was war das Hauptargument für die Einführung von G8 -
Man will sich am europäischen Standard ausrichten.
Prima, dann hätte man das Renteneintrittsalter ja auch bei 65 lassen können!
Meine These; G8 ist eingeführt worden, weil man langfristig für ein Jahrgang Lehrerkapazität einspart.
Hallo,
ich bin z.Zt. in der 9.Klasse und apelliere an die Regierung, das G8 abzuschaffen! Ich kann nur von mir aus sagen, dass es nichts unsinnigeres gibt, als das G8! In den Medien steht viel darüber, wie gut das G8 Schulsystem klappt, ich frage mich aber, wie man das wissen kann, wenn weder die Schüler noch die Lehrer danach gefragt wurden. Ich sitze den ganzen Tag zu Hause herum und lernen diesen unnützlichen Lernstoff. Sogar viele Lehrer behaupten, dass der Lernstoff, den sie früher in der Schule vorgesetzt bekommen haben, im Leben nie wieder brauchbar sein wird. Die Lerninhalte soltlen endlich mal gründlich entrümpelt werden, denn ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie es sonst weiter gehen soll. Nur dass ein kürzeres Schulsystem finanziell von Vorteil ist, heißt noch lange nicht, dass es auch gut ür die Schüler ist. Hat es mir irgendeinen Vorteil gebracht? Macht es mich schlauer? Im Gegensatz: Durch den Druck kommt man nicht mehr mit!
Ich könte noch so viel schreiben, meiner Meinung nach sind die eh zu blöd um das zu kapieren!
Ich bin momentan in der Q11 an einem Gymnasium in Bayern. Ehrlich gesagt, weiß ich mittlerweile nicht so recht, wie ich über das G8 denken soll. Ich hab natürlich das G9 nie erlebt, kann also somit, außer durch Meinungen und Gespräche von und mit G9lern, nicht wirklich vergleichen und kann nichts über den Stoff in anderen Bundesländern sagen. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass bei uns jeder überfordert ist. Überwiegend kommt es den Schülern aus unserer Stufe so vor, als ob die Lehrer selber nicht wüssten, wie sie uns den neuen Lehrplan vermitteln sollen und schütteln bei ziemlich jeder Frage über das G8 merklich den Kopf. Unsere Mathelehrerin schiebt Stoff aus dem früheren G9 und aus Q12 in unsere Aufgaben, weil alles relevant und wichtig für das Abitur ist. In Bio wird uns erzählt, dass der Stoff eig. im neuen Lehrplan abgeschafft ist, es muss uns aber trotzdem was darüber erzählt werden, weil es wichtig ist.
Jeder Lehrer fordert von uns was anderes. Hier hört man, dass das auswendig lernen wichtig und am einfachsten ist, im nächsten Kurs heißt es, dass man in der Oberstufe selber nachdenken muss.
Für mich persönlich stiftet alles Verwirrung und ich hab null Ahnung zu was das alles führen wird. Wenn ich dabei bedenke, dass das System in z.B: Frankreich weitaus schwerer zu meistern ist, dann frag ich mich, was europäischer Standard überhaupt darstellen soll. Ich habe eigentlich mit meinem Stundenplan, im Gegensatz zu anderen aus meiner Stufe, noch Glück, ich habe gottseidank nur 2mal Nachmittag und Montag und Mittwoch zwischen 11 und 12 aus, andere haben bis zu 5mal Nachmittag (Orchester, Chor usw.). Der Großteil kommt nach der Schule grade noch zu ihrem Musikunterricht oder gehen in die Sportvereine und kommen erst gegen 7 oder 8 Uhr abends nachhause.
Zum gesundheitlichen möchte ich sagen, dass ich persönlich mittlerweile sehr große Probleme mit dem Schlafengehen habe, meine Schlafenszeiten sind extrem unregelmäßig. Außerdem sind so gut wie alle Schüler chronisch erkältet und liegen mit Fieber im Bett, ich selber war innerhalb von 3 Monaten (überwiegend Prüfungszeit) 3mal erkältet und hatte nicht die Gelegenheit vernünftig auszukurieren und leide mittlerweile an Migräne-Anfällen.
Meiner Meinung nach ist das Hauptproblem im G8 die Stoffverteilung in den jeweiligen Fächern, denn wie schon so oft gesagt, wird man in Zukunft mehr als ein Drittel des Gelernten nicht mehr brauchen. Durchschnittlich fallen die Noten an unsere Schule in der Q11 und Q12 gut aus, aber die Schüler laufen rum wie Zombies. Was mir aufgefallen ist, dass sehr viele Schüler angefangen haben zu rauchen (und haben in ihrem Leben vorher noch nie irgendwelche Drogen angefasst, geschweige denn angesehen)und, dass am Wochenende mit extrem viel Alkohol gefeiert wird.
Wie gesagt, ich weiß nicht recht, wie ich vernünftig urteilen soll, aber an der Stoffverteilung und vor allem das Einquetschen so vielen Stoffes wie möglich, wobei vieles überflüssig ist, liegt eindeutig ein Problem.
Was war das Hauptargument für die Einführung von G8 -
man will sich am europäischen Standard ausrichten? Blöd nur, dass allein die Verkürzung um ein Jahr nicht ausreichend ist. Man hätte auch die Inhalte und den Umfang anpassen müssen. In England belegt ein Schüler in der Oberstufe (A-Levels) nur noch 4 Fächer. Beim International Baccalaureate sind es 6 Fächer, die benotet werden. Und beim G8 sind es mindestens 12 Fächer, wobei jeder Lehrer auch noch meint, sein Fach wäre der Leistungskurs.
Was hat das mit Ausrichtung an europäische Standards zu tun?
Hallo, meine Tochter geht in Bayern auf ein Gymnasium und wenn ich das alles so lese, scheint es da auch die größten Probleme zu geben. Wer ist dann richtig auf dem Gymnasium??? Sie hatte in der Grundschule nur Einsen und wollte selber, also muß man ihr doch eine Chance geben. Jetzt ist sie in der 9. Klasse und bei uns, muß ich so sagen, leidet die ganze Familie unter dem permanenten Druck.Oder ist das Gymnasium nur für solche gedacht, deren Eltern selber studiert und sich genug Nachhilfe leisten können um ihren Nachwuchs durchzubringen?? An dem Lehrplan wurde nicht viel verändert und wenn die Kinder Fragen haben werden sie oft noch nieder gemacht nach dem Motto, warum die Klasse zu blöd wäre den Stoff zu kapieren. Meine Tochter ist fertig, unglücklich und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Soviel zu Bayern......und G8
G8 ist nun wirklich eine komplett unnütige Erfindung. Einige der Politiker haben das ja mittlerweile selber eingesehen... so, dass in Berlin z.B. eine Sekundaschule einführen, die dann plätzlich iweder 13 Jahre Schule ermöglichen soll.....
Warum bleiben wir nicht einfach bei dem alten System???? Das funktionierte doch halbwegs??? Die Antwort lautet, um Geld zu sparen....
Interessant,m dass ein Land wie Deutschland Millarden Euro für Banken und Griechenlandrettung hat, aber kein Geld um ein vernünftigers Bildungssystem zu ermöglichen.
G8 macht unsere Schüler kaputt.... Wie soll man ein Jahre Schule reinholen können??? Wie soll man den Unterrichtsstoff da noich ernsthaft verstehen????
Meiner Meining anch, sollten wir zurück zum G9 gehen und außerdem endlich damit beginnen, dass Bildungspolitik Bundesangelegenheit wird, und wir nicht lönger 16 Bildungssysteme haben!!!!
Hallo,
Ich komme aus NRW und bin im ersten Jahrgang,an dem g8 eingeführt wurde. Ich bin jetzt in der Q1(11te Klasse) und war bis jetzt der Meinung,dass g8 nicht belastend war.-Bis jetzt. Ich hatte immer einen relativ guten Notendurschnitt 1,5-2,0. Nun in der Q1-Phase in der wir mit direktem Vergleich mit der 12 stehen,fallen unsere Noten dementsprechend aus. Meine ersten Klausuren waren 3-4. Wundersamerweise waren die Klassenbesten,die Klassen sind nun gemischt,immer Schüler aus dem 12ten Jahrgang. Komisch auch,dass die 10er z.T. weiter im Stoff sind als wir. Wir,die Versuchskaninchen,bei denen Die Bücher und Lehrpläne frisch aus der Druckerei kommen,inklusive Fehler und unangepasstem Lernpensum. Selbst unsere Lehrer sagen,dass wir im Gegensatz zu den 12ern erhebliche Defizite aufweisen. Wie sollen wir in Europa wettbewerbsfähiger sein,wenn unsere Abiturzeugnisse durchschnittlich sein werden und unserem Doppeljahrgang, Lehrstühle,Ausbildungsplätze u. Ä, fehlen werden.
Das Problem an der Schule ist für mich nicht die Menge an zu lernenden Stoff, sondern die Anwesenheitspflicht. Ich habe 32 Stunden in der Woche (+ manchmal samstags) auf dem G9.
Man steht mitten in der Nacht auf, um ein paar Stunden auf einem Stuhl zu sitzen und dann vor Erschöpfung lethargisch am Bett zu kleben und auf den nächsten Tag zu warten.
Wirklich lernen kann ich dadurch nur am Wochenende und in den Ferien.
Nach der Grundschule habe ich so gut wie gar nichts mehr in der Schule gelernt. Ich war auf 10 Schulen, in 5 verschiedenen Bildungsgängen, in 2 Bundesländern, in 11 verschiedenen Klassen und hatte über 100 Lehrer, bei denen ich nur bei 2 sagen kann, sie würden ihre Arbeit gut machen.
Das was man in der Schule pro Halbjahr und Fach lernen soll, kann man selbstorganisiert gut in einer Woche schaffen, in der Schule hingegen wird man total ausgebremst, angelogen und demotiviert. Deswegen widerstrebt es mir auch etwas mein Potenzial an dieses Land zu verschwenden.
Ich bin nicht hochbegabt und langweile mich trotzdem zu Tode in der Schule. Es geht dort eben um andere Dinge als (fachliche Dinge)zu lernen. Würde man in der Schule sinnvolleren Unterricht machen, der eben nicht nur Zeitverschwendung darstellt, und richtige Lernmethoden lernen und nicht permanent demotivieren, wäre auch ein G5 für durchschnittlich Intelligente zu schaffen, so wie es jetzt ist stellt das G8 einfach nur Zeitraub dar, man muss noch mehr in der Schule sitzen (Zeit die man nicht zum lernen nutzen kann), aber trotzdem mehr lernen? Man sollte dann wenigstens so fair sein und den Unterricht auf 2-3 Tage/Woche kürzen.
Deutschland ist eine Bildungswüste, das ändert man auch nicht dadurch, dass man Lehrer überbezahlt, das lockt einfach nur mehr unfähige/ungeeignete/geisteskranke/geldgierige an, die dann im grunde nur gesellschaftsfeindliche einstellungen verbreiten, anstatt ihre Aufgabe zu erfüllen.
Was ist das für ein Bildungssystem, bei dem man ohne System mehr Bildung erhält?
Schule
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