NRW-Schulministerin Sommer will Ganztagsunterricht an Gymnasien
Philologen fordern Anrechnung der Betreuungszeit bei den Lehrerstunden
Mehr zu: Elternwille, G8, Ganztagsschule, Gymnasium, Nordrhein-Westfalen, Schule(ots/bikl.de) NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) will auch bei Gymnasien verstärkt den Ganztagsunterricht ermöglichen. "Mein Wunsch ist, überall dort, wo der Elternwille da ist, Ganztagssysteme zu schaffen", sagte Sommer in einem Interview mit der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung von heute.
"Das ist pädagogisch sinnvoll. Ich sehe aber auch die Notwendigkeit für die Eltern, deren Kinder vier Jahre lang an einer Ganztagsgrundschule unterrichtet wurden. Sie benötigen eine entsprechende Anschlussbetreuung, um Beruf und Familie weiter miteinander vereinbaren zu können." Sommer hatte sich bisher auf den Ausbau von Haupt- zu Ganztagsschulen konzentriert. Die Verkürzung der Gymnasialschulzeit von neun auf acht Jahre hat jedoch zu umfangreicheren Stundenplänen und damit zu Nachmittagsunterricht für Schüler der Klassen fünf bis sieben auf dem Weg zum Abitur geführt - ohne längere Pausen, ohne Mittagessen.
Da allein schon aus Kostengründen nicht alle Gymnasien auf einen Schlag auf Ganztagsbetrieb umstellen können, schweben Sommer Varianten vor: "Vielleicht bieten manche Schulen nur einen Zweig an oder Ganztag nur für einige Jahrgangsstufen." Nicht jede Schule müsse deshalb gleich Köche einstellen: "Es gibt auch Catering-Kost, die gesund ist und schmeckt." Die Grundsatzentscheidung für eine Umstellung der Gymnasien auf Ganztag müsse allerdings Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) fällen, sagte Sommer. "Er gibt die Richtlinien vor." Lehrer-, Elternverbände sowie SPD und Grüne fordern schon seit geraumer Zeit den Ganztag für Gymnasien.
Der nordrhein-westfälische Philologenverband hat den Verstoß Sommers begrüßt, forderte jedoch gleichzeitig für die zusätzlichen Betreuungsaufgaben während der Mittagspause eine Anrechnung auf das Pflichtstundendeputat der Lehrer.
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