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Jetzt gemeinsam gegen spickmich.de

Verfahren in der Hauptsache zu den bekannten Vorwürfen

Mehr zu: spickmich.de, Schule
08.01.2008 -

(bikl) Eine Gymnasiallehrerin und eine Schuldirektorin wollen mit ihren beiden Unterlassungsklagen vor dem Kölner Landgericht erreichen, dass ihre persönlichen Daten und ihre Bewertung in dem seit Frühjahr 2007 bestehenden Portal spickmich.de gelöscht werden, erklärte Gerichtssprecher Dirk Eßer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Die Gymnasiallehrerin war bereits Ende November 2007 in einem einstweiligen Verfügungs-Verfahren juristisch gescheitert. Damals hatte das Kölner Oberlandesgericht die Bewertungen unter spickmich.de als vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt betrachtet. Inzwischen kam die Klage der Schulleiterin hinzu. Bei dem jetzt anstehenden Verfahren in der Hauptsache gehe es im wesentlichen um dieselben Rechtsfragen wie im einstweiligen Verfügungsverfahren, der Sachverhalt könne aber intensiver ermittelt werden, so der Sprecher des Gerichts.

Auf spickmich.de können Lehrer in Kategorien wie "gut vorbereitet", "faire Noten" oder "menschlich" mittels der schulüblichen Notenskala von 1 bis 6 bewertet werden. Nach Angaben der Betreiber soll inzwischen mehr als eine Viertelmillion Schüler dort ihre Lehrer benotet haben. Ablehnend gegenüber dem Portal stehen allerdings nicht nur die beiden klagenden Lehrerinnen sondern auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Deutsche Philologenverband.

>> Weitere Meldungen zu spickmich.de

3 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von gross, am 10.01.2008, 18:21

Es ist doch bemerkenswert und "merk"-würdig, welchen Aufwand (Gymnasial-)Lehrer treiben, um öffentliche negativ-Bewertungen ihrer Schüler im Internet zu unterbinden.

Lehrer sollten sich doch erinnern: sicherlich haben sie sich mit ihrer Meinung über ihre Lehrer in ihrer Schulzeit auch nicht zurückgehalten und diese überall wo´s möglich war, zum Besten gegeben. Und das war gut so.

Lehrer sind in eine Position gesetzt, in der sie wie ein Politiker von der Schüler- Eltern-Öffentlichkeit wahrgenommen, bewertet und manchmal auch zu leicht befunden werden.

Warum sind sie so ängstlich? Liegt das an der Furcht vor ihren mobbig-bereiten Kollegen und Kolleginnen?

von michael, am 09.03.2008, 12:00

es scheint doch eher so zu sein, dass es um die form der bewertung geht. ein ehrliches feed-back dürfte keinen pädagogen aus dem sattel heben. die anonyme bewertung ohne möglichkeit von diskussion und klärung ist schlicht unproduktiv.

zudem hat es vermutlich kein bürger gern, wenn bewertungen über seine person (es geht ja nicht um rein fachliche kriterien) öffentlich gemacht werden. diese vorgehensweise entspricht einem modernen pranger.

in gleicher weise wäre es doch auch völlig unzumutbar, würden die noten der schüler öffentlich gemacht, würden führungszeugnisse von mitarbeitern veröffentlicht oder krankenakten von patienten.

lehrer sollten den gleichen schutz der privatsphäre genießen wie andere bürger auch. eine konkrete sachkritik im rahmen der schule (elternbeirat, schülervertretung, vorgesetzter) schließt das natürlich nicht aus. aber etwas respekt vor dem menschen hinter der funktion muss schon sein.

von datatoddle, am 21.06.2008, 07:44

Ich bin spät dran, aber mir geht das Gerichtsurteil für spickmich.de immer wieder einmal im negativen Sinne durch den Kopf....

Ist das in gewisser Form nicht das, was man im Dritten Reich und in der DDR gemacht hat? Anonymes Denunziantentum.... Judenstern....Informelle Mitarbeiter.....

Wie kann man zulassen, dass deutsche Schüler dazu erzogen werden, sich hinter der Anonymität zu verstecken und keine Zivilcourage brauchen, um Kritik zu üben.

Spickmich.de ist eben nicht, seine Meinung öffentlich kundtun.


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