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Schulpartnerschaften steigern Lernerfolg

Studie zum EU-Programm Comenius

Mehr zu: Europa, Fremdsprachen, Internationaler Austausch, Mobilität, Schule
28.01.2008 -

(bikl/pm) Eine Schulpartnerschaft des EU-Programms Comenius bietet den teilnehmenden Schülern, Lehrern und Schulen eindeutige Vorteile. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer kürzlich durchgeführten Studie über die Auswirkungen europäischer Schulpartnerschaften, die durch Comenius finanziert werden. Laut der Studie steigern derartige Schulpartnerschaften den Lernerfolg der Schüler und schaffen in den Schulen eine bessere Lehr- und Lernumgebung. Außerdem motivieren sie Schüler und Lehrer dazu, Fremdsprachen zu erlernen, und fördern das interkulturelle Verständnis sowie die entsprechenden Kompetenzen.

Ján Figel', Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, begrüßte diese Ergebnisse. Er betonte, dass es erforderlich sei, die europäische Dimension der Schulbildung zu stärken. "Comenius sorgt dafür, dass Europa in die Klassenzimmer kommt, und bereichert somit die Schulbildung. Es geht aber nicht nur darum, junge Europäer zusammenzubringen. Auch werden Schüler und Lehrer dabei unterstützt, ihre wichtigsten Kompetenzen und Fertigkeiten zu verbessern, die sie für eine erfolgreiche Karriere in unserer immer fortschrittlicheren Wissensgesellschaft benötigen. Die vorliegende Studie belegt, welch großen Nutzen Schüler, Lehrer und Schulen aus der Teilnahme an Comenius ziehen können. Ich möchte viele andere dazu ermutigen, ebenfalls mitzumachen, insbesondere in diesem Jahr 2008, im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs."

800 000 Schüler in Schulpartnerschaften

Das Programm Comenius, das derzeit ein Teil des EU-Programms Lebenslanges Lernen für den Zeitraum 2007 bis 2013 ist, unterstützt Projekte, die Schulen in verschiedenen europäischen Ländern gemeinsam durchführen. Im Rahmen dieser Projekte arbeiten Schüler und Lehrer an vereinbarten Themen und tauschen Projektergebnisse zwischen den Partnerschulen aus. Darüber hinaus präsentieren sie ihre Ergebnisse in Form von kleineren Veröffentlichungen, Websites oder DVDs. Für die Arbeit der Comenius-Schulpartnerschaften werden hauptsächlich Kommunikationstechnologien genutzt; Reisen werden daher nur selten gemacht. 2007 waren mehr als 800 000 Schüler in derartige Partnerschaften eingebunden. 30 000 von ihnen nahmen an einer Mobilitätsmaßnahme teil, um ihre Partner in anderen Ländern zu treffen.

2007 gab die Europäische Kommission eine Studie in Auftrag, mit der die Auswirkungen dieser Comenius-Schulpartnerschaften auf Schüler, Lehrer und die teilnehmenden Schulen als Ganzes untersucht werden sollten. Die Ergebnisse sind äußerst positiv: Sowohl Schüler als auch Lehrer haben ihre Sprachkenntnisse verbessert, ihre interkulturellen Kompetenzen erweitert und ein besseres Schulklima erlebt.

Bessere IKT-Kenntnisse und soziale Kompetenzen

Den Aussagen der Lehrer zufolge haben mehr als 70 % ihrer Schüler ihre soziale Kompetenz und ihre Teamfähigkeit verbessert. Zwei Drittel der Schüler haben Fachkenntnisse und IKT-Kompetenzen erworben sowie ihr Selbstbewusstsein und ihre Lernmotivation gesteigert, so die Lehrer in ihrer Bewertung. Darüber hinaus haben 75 % der Lehrer ihre Fähigkeit zur Arbeit in interdisziplinären Teams verbessert. Auch beschäftigten sie sich mit neuen Themen und lernten neue Lehrmethoden kennen.

Mehr Interesse an Fremdsprachen

Durch die Comenius-Schulpartnerschaften steigerte sich bei mehr als 75 % der Schüler das Interesse und die Motivation, Fremdsprachen zu lernen; 62 % verbesserten erheblich ihre Englischkenntnisse und 23 % ihre Kenntnisse in einer anderen Sprache als Englisch. Außerdem verbesserten zwei Drittel der teilnehmenden Lehrer ihre Englischkenntnisse. Oft läuft die Kommunikation im Rahmen der Partnerschaften hauptsächlich auf Englisch ab, während andere Sprachen seltener zum Einsatz kommen. Nichtsdestotrotz hat ein Drittel der Lehrer auch seine Kenntnisse in einer anderen Sprache als Englisch verbessert.

Besseres Schulklima

Ferner hat sich laut 60 % der Befragten das Schulklima verbessert, und es wird häufiger interdisziplinär gelehrt und gelernt. Die Arbeit an Projekten, so die Befragten, ist beliebter geworden; je intensiver und aktiver die Schüler an Projekten teilnahmen, umso positiver waren die Auswirkungen auf die Schulpartnerschaft. Nach Ansicht einer großen Mehrheit aller Lehrer (79 %) ist die europäische Dimension in ihren Schulen dadurch sichtbarer geworden.

Größeres interkulturelles Verständnis

Laut der Studie haben mehr als 80 % der Lehrer festgestellt, dass sich ihre Schüler mehr für andere Länder und Kulturen interessieren. Diese haben ihr Wissen über das Leben, insbesondere das Schulleben, in den Partnerländern wesentlich vertieft. Auch sind sie anderen Kulturen und Ausländern gegenüber toleranter geworden. Die Auswirkungen auf die Lehrer sind gleichermaßen bemerkenswert: 90 % der Lehrer verstehen das Schulsystem der Partnerländer nun besser und wissen auch mehr darüber; 82 % haben langfristige persönliche Kontakte mit Lehrern an Partnerschulen aufgebaut.

In die Studie waren fast 8 000 Schulen eingebunden, die in den letzten sechs Jahren am Programm Comenius teilgenommen hatten. Die Studie wurde im Auftrag der Europäischen Kommission von der Gesellschaft für Empirische Studien in Kassel in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schul- und Bildungsforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt.

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Eva von Zobeltitz, am 29.01.2008, 19:11

Ich freue mich über Ihren Artikel und den Erfolg von Comenius. Für mich als Comenius Initiatorin an der Schule bedeutet dieses Projekt vor allem, hinschauen und nicht nur drüber reden, in die "neuen Länder" und in den Osten schauen und nicht nur drüber reden. Wer reist denn schon in seinem Urlaub an die moldawische Grenze in eine kleine Stadt und lernt dort Leute vor Ort kennen,mit all ihren Qualitäten und Qualifikationen, mit ihrer Energie und Leistungsbereitschaft,und korrigiert sein BIld von Rumänien als dem Armenhaus Europas.Oder in die östliche Slowakei, kurz vor der ukrainischen Grenze und begegnet dort jungen Leuten voller Intelligenz, Phantasie und Gastfreundschaft. Leere Flecken in unseren Köpfen füllen sich langsam mit Sachkenntnis und befreien sich von Vorurteilen, die die Medien allzu oft verbreiten. Wir lernen nicht nur Englisch, sondern mit dem Gedanken klar kommen, dass die Menschen dort schätzenswert sind, auch wenn bei uns Arbeitsplätze nach dort verschwinden.

Dies nur ein Ausschnitt unserer Erfahrung mit Comenius.


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