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Naturwissenschaftler gegen Stundenstreichungen im achtjährigen Gymnasium

"Nicht mehr vertretbare Absenkung des allgemeinen Bildungsniveaus"

Mehr zu: Baden-Württemberg, G8, Schule
12.02.2008 -

(bikl/idw) In einem gemeinsamen Appell haben jetzt die wissenschaftlichen Fachgesellschaften aus Biologie, Chemie und Physik or Stundenkürzungen im naturwissenschaftlichen Unterricht an Gymnasien gewarnt, wie sie jüngst Günther Oettinger ins Gespräch gebracht hatte. Der baden-württembergische Ministerpräsident will damit die zeitliche Belastung von Schülern an achtjährigen Gymnasien (G8) verringern.

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) fordern von der baden-württembergischen Landesregierung, den Naturwissenschaften unbedingt einen ihrer Bedeutung angemessenen Platz einzuräumen beziehungsweise zu erhalten. Kürzungen bei den Naturwissenschaften seien ein Schritt mehr in die falsche Richtung. Die Naturwissenschaften müssten gleichrangig neben Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache stehen, so die Naturwissenschaftler.

Naturwissenschaft und Technik gehörten zu den Schlüsselfaktoren für das erfolgreiche Bestehen im Wettbewerb der Hochtechnologieländer. Forschung, Entwicklung und Innovation seien entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Diese wiederum seien angewiesen auf ein leistungsfähiges und effizientes Bildungssystem. Die Unterrichtsfächer Biologie, Chemie und Physik leisteten wesentliche Beiträge zur Studierfähigkeit der Abiturienten, insbesondere in Hinblick auf natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge.

"Bildung durch Naturwissenschaften", so heißt es in der Stellungnahme wörtlich, "vermittelt neben Faktenwissen weitere Kompetenzen wie Analysefähigkeit, Problemlösungskompetenz, Urteilsvermögen und das Denken in interdisziplinären Zusammenhängen. Naturwissenschaftliche Bildung wirkt damit weit über die Grenzen der naturwissenschaftlichen Disziplinen hinaus in alle Lebensbereiche. Dies schließt auch soziale, ökologische, medizinisch-gesundheitliche, ökonomische und technologische Fragestellungen ein. Vor diesem Hintergrund messen VBIO, GDCh und DPG der naturwissenschaftlichen Bildung im Gymnasium eine besondere Bedeutung bei."

Bereits 2006 hatten sie dies in einer gemeinsamen Stellungnahme, die auch der Landesregierung in Stuttgart zugesandt wurde, dargelegt. "Umso besorgter sind Biologen, Chemiker und Physiker über die derzeit in Baden-Württemberg - aber auch in anderen Bundesländern - stattfindende Diskussion über eine Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums. Sie sind überzeugt, dass eine Reform nicht zu einseitigen Einschränkungen des naturwissenschaftlichen Fächerkanons und damit zu einer nicht mehr vertretbaren Absenkung des allgemeinen Bildungsniveaus führen darf. Naturwissenschaften sind Allgemeinbildung und Bestandteil der Zukunftsfähigkeit unseres Landes!", heißt es abschließend in der Stellungnahme.

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