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Experten fordern mehr Musik und Kunst an den Schulen

"Hamburger Erklärung" veröffentlicht

Mehr zu: Ethik, Individuelle Förderung, Künstlerische Fächer, PISA (Studie), Sport, Stiftungen, Schule
07.03.2008 -

(bkl/pm) Die Expertenkonferenz "Schule ist mehr als PISA", veranstaltet von der ZEIT-Stiftung, hat heute die "Hamburger Erklärung" veröffentlicht, in der sie unter anderem mehr Musik, Kunst, Theater und Sport an den Schulen einforderte.

PISA habe vielfältige pädagogische und strukturelle Maßnahmen ausgelöst, von der Intensivierung frühkindlicher Bildung bis zur Reform der Lehrerbildung, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Das deutsche Schulsystem komme durch Leistungsvergleiche, Erhebungen zur Lernentwicklung und kompetenzorientierte Tests unter bislang ungekannten Erfolgsdruck.

Die Teilnehmer der Konferenz wollten unter anderem wissen, wo individuelle Förderung, entdeckendes und selbstgesteuertes Lernen, ästhetische und politische Elemente und der Allgemeinbildungsauftrag der Schule bleiben.

Die sieben zentralen Thesen der "Hamburger Erklärung" lauten:

  1. Bei aller Notwendigkeit der Qualifikation der Schüler und Schülerinnen in Deutsch, Mathematik und den Naturwissenschaften - Schule macht mehr aus als in diesen Fächern vermittelt wird.

  2. Schule muss die Heranwachsenden umfassend mit den Grundlagen unserer Kultur vertraut machen, neben Wissenschaft und Technik mit Musik, Kunst, Theater und Sport, mit Religion, Ethik und Philosophie.

  3. Sie muss den ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen die Chance geben, Ta-lente zu entwickeln und zu pflegen. Nur so wird Vertrauen zu sich gefasst und Ich-Stärke entwickelt.

  4. Schwächere benötigen den Schutz der Stärkeren, Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen sind eine Bereicherung, Regeln und Werte sind nur von Bedeutung, wenn sie von allen auch akzeptiert und gelebt werden. Gemeinschaftserfahrungen dieser Art sind die Basis für Charakterbildung und die spätere Bewährung in einer demokratischen Gesellschaft.

  5. Für all dies muss Schule einen Raum bieten. Und vor allem muss es hierfür eine hohe öffentliche Wertschätzung geben, damit Schule diese Aufgaben erfolgreich gestalten kann.

  6. In Schulen mit einem solchen Profil muss allerdings auch finanziell investiert werden. Schulen mit einer solchen Programmatik sind Ganztagsschulen mit angemessenen Räumlichkeiten, unterschiedlich, aber immer gut ausgebildetem Personal und einem rhythmisierten Tagesablauf mit einem gesunden Mittagstischangebot. Mit der derzeitigen personellen und materiellen Ausstattung der Schulen ist dies nachhaltig und flächendeckend nicht zu erreichen.

  7. Den verantwortlichen Politikern, muss bewusst werden, dass diese Investitionen lohnen, denn Defizite im Bildungsbereich sind fatal, sie schlagen langfristig mit dem Faktor 7 zu Buche. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Investitionen in Bildung sind die Basis für eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft unserer Gesellschaft.

Auf der Konferenz "Schule ist mehr als PISA" diskutierten Experten, darunter Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (München), Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann (Bielefeld), Prof. Dr. med. Joachim Bauer (Freiburg), Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt, (Potsdam) und Prof. Dr. Ulrich Herrmann (Universität Ulm) ihre unterschiedlichen Positionen in den vier Foren "Ästhetische Bildung","PISA und die Folgen", "Schulkultur gestalten" und "Beziehungengestalten".

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