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Schulmuseum Nürnberg zeigt "Bildung für alle"

Nach zwei Jahren Bauzeit mit neuer Ausstellung wiedereröffnet

Mehr zu: Bayern, Geschichtsunterricht, Leistungsdruck, Schulbuch, Stundentafel, Zeugnis, Sonderthemen, Schule
25.03.2008 -

(bikl/idw) Mit der Ausstellung "Bildung für alle" und neuem Konzept öffnet das Schulmuseum, eine Kooperation zwischen der Universität Erlangen-Nürnberg und der Stadt Nürnberg, nach zwei Jahren wieder seine Pforten und erlaubt seinen Besuchern Einblicke in 500 Jahre Schulgeschichte. Zur feierlichen Eröffnung am 31. März 2008, um 11.00, werden unter anderem der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, der Rektor der Universität, Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, sowie der Nürnberger Oberbürgermeis­ter, Dr. Ulrich Maly, erwartet.

Die neue Ausstellung "Bildung für alle" unterstreicht die Bedeutung der Bildung für den Einzelnen wie für die politische und wirtschaftliche Entwicklung vom Mittelalter bis heute. Ausgehend von der Geschichte Nürnbergs werden eine Vielzahl bislang unveröffentlichter Dokumente, Briefe und Gegenstände gezeigt, darunter Originale aus dem 17. Jahrhundert und aus der Zeit des Dritten Reichs. Zu sehen sind darüber hinaus zahlreiche Spickzettel aus sechs Jahrzehnten aus der einmaligen Sammlung des Museums.

Die Ausstellung thematisiert, wie Schule über die Jahrhunderte hinweg wichtige Anregungen gibt, aber manchmal auch überfordert. Sie zeigt, wie Schülerinnen und Schüler mit Leistungsdruck umgehen und durch Bildung soziale Hürden überwinden. Mit Hilfe von Bildung können Völkerverständigung und Aufklärung gelingen; Schule kann aber auch für Ideologien und Manipulation missbraucht werden. Schulbücher und Lehrmittel, die Kriegshetze betreiben oder zur Völkerverständigung aufrufen, verdeutlichen dies. "Es ist uns wichtig zu zeigen, dass Schule Bildung fördern, aber auch für andere Zwecke missbraucht werden kann", betont Dr. Mathias Rösch, der Leiter des Museums.

Das Museum zeigt die Bedeutung von Bildung für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region an verschiedenen Beispielen auf. Dazu gehört die Schulgeschichte eines bedeutenden Nürnberger Industriellen ebenso, wie die eines Kindes aus einer Bäckersfamilie. Biografien von Jungen und Mädchen, Alltagsgegenstände, Stundentafeln und großformatigen Klassenfotos machen die Ausstellung lebendig und anschaulich.

Die Präsentation nimmt Bezug auf neueste Forschungsergebnisse zur Bildung und Bildungsgeschichte. So wird auf die PISA-Debatte ebenso eingegangen wie auf neuere Erkenntnisse der Schulbuchforschung. Bestückt wird das Museum aus der schulgeschichtlichen Sammlung der Universität, einer der größten deutschen Sammlungen zur Schulgeschichte. Prof. Dr. Annette Scheunpflug, die Leiterin des Lehrstuhls Pädagogik I der Universität, an den das Museum wie die Sammlung angegliedert sind, sieht in dieser Verzahnung von Forschung und öffentlicher Präsentation "die wesentliche Bedeutung dieses Museums für die Öffentlichkeit, aber auch für die Universität".

Angebote für alle Altersgruppen und Schularten

Das Museum wendet sich mit unterschiedlichen Programmen an Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Senioren und Fachpublikum. Neben der Dauerausstellung werden für alle Altersgruppen und Schularten Führungen und Workshops zu Themen wie "Kindheit früher", "Geschichtsunterricht 1870" oder "Historisches Rechnen" angeboten. In einem Original-Klassenzimmer des Jahres 1900 findet historischer Unterricht statt. In Ruhe können Besucherinnen und Besucher in alten Schulbüchern, Schulheften und Zeugnissen bekannter Personen blättern und sich an die eigene Schulzeit erinnern. Das Museum verleiht historische Schulgeräte und Schreibgeräte und bietet Räume für Fortbildungen, Klassentreffen und Biografiearbeit mit älteren Menschen.

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