Ex-Ministerpräsident Vogel verteidigt G8
"Eines der Beispiele, bei denen der Westen vom Osten lernen kann"
Mehr zu: G8, Schulstruktur, Sport, Schule(bikl/ots) Der frühere Ministerpräsident von Thüringen Bernhard Vogel hat sich jetzt auch in die G8-Diskussion ein geschaltet. In einem Interview mit der ZEIT verteidigt er das achtjährige Gymnasium. In Thüringen und Sachsen gebe es das Abitur nach insgesamt zwölf Schuljahren schon seit 1990 mit guten Erfahrungen, erklärte der CDU-Politiker.
"Wenn es zwei Länder gibt, in denen seit achtzehn Jahren ein achtjähriges Gymnasium erfolgreich arbeitet, kann es doch kein unüberwindbares Hindernis sein, nun auch in den übrigen Ländern zu einem achtjährigen Gymnasium zu kommen." Vogel sieht sich heute darin bestätigt, bei seinem Amtsantritt als Ministerpräsident vor sechzehn Jahren innerhalb der Kultusministerkonferenz beharrlich für das zwölfjährige Abitur gekämpft zu haben. Schon damals sei ihm klar gewesen, dass dies eines der Beispiele sei, bei denen der Westen vom Osten lernen könne. Und in der Tat hätten ja dann auch alle westlichen Länder schrittweise begonnen, über G8 nachzudenken.
Aus Vogels Sicht würden die Abiturienten in Thüringen nicht den Eindruck machen als seien sie unaufhörlich überfordert. Er regiert damit auf Kritik, wonach das Turbo-Abitur Schüler zu stark belaste und ihnen Zeit zum Spielen oder für den Sport raube. Die Leistungen der Schüler seines Bundeslandes hätten nicht unter der Verkürzung gelitten, erklärt Vogel: "Ich bin noch keinem Professor begegnet, der sich über thüringische Studenten beklagte oder mir gesagt hätte, die Abiturienten seien schlechter auf das Studium vorbereitet als die aus Bayern oder Rheinland-Pfalz."
Außerdem sprach sich Vogel in diesem Interview gegen längeres gemeinsames Lernen der Schüler aus. Er sei für eine Differenzierung nach vier oder spätestens sechs Jahren.
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