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NRW: Wieder Fehler beim Zentralabitur

Schüler sollen nicht benachteiligt werden

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Gymnasium, Nordrhein-Westfalen, Zentralabitur, Schule
12.04.2008 -

(bikl) Auch im zweiten Jahr des Zentralabiturs in Nordrhein-Westfalen wurden den Schülern keine fehlerfreien Fragen vorgelegt. Wie der Kölner Stadtanzeiger meldet, mussten sich die Prüflinge wieder mit fehlerhaften Vorgaben in den Aufgaben auseinandersetzen.

Betroffen von der Panne, so die Zeitung, waren Leistungskurse in Erdkunde, Erziehungswissenschaften und Geschichte. In einer Tabelle für eine Erkunde-Klausur sei die Jahrestonnage am Seehafen Rostock mit 190 Millionen statt 19 Millionen angegeben worden und in einem Text für den Leistungskurs Erziehungswissenschaften sei durch das Vertauschen zweier Wörter der Sinn einer Aussage verdreht worden. Beide Fehler seien während der Klausuren richtiggestellt worden. Den Schülern habe man deshalb mehr Zeit einräumen können. Der Fehler in der Klausur zum Fach Geschichte sei schon vor Beginn der Klausuren aufgeklärt worden.

"Kein Schüler muss unter Fehlern leiden", wird der Sprecher des NRW-Schulministeriums, Andrej Priboschek, zitiert. "Wenn Schüler aus fehlerhaften Aufgabenstellungen falsche Schlüsse gezogen haben, wird ihnen das nicht zum Nachteil gereichen." Außerdem seien es laut Sprecher des Ministeriums "leicht zu erkennende Fehler" gewesen.

Dass die Aufgaben der Zentralklausuren vor den Prüfungen von unbeteiligten Fachlehrern unter Abiturbedingungen gelöst worden waren, hatte allerdings die diesjährigen Fehlerpannen nicht verhindern können.

Erst im vergangenen Jahr hatte Schulministerin Sommer nach Fehlerpannen in der Prüfung zum Fach Deutsch sogar die Bezirksregierungen angewiesen, sämtliche ausstehenden Prüfungsaufgaben noch einmal zu kontrollieren.

41 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von ChilllyPepper, am 12.04.2008, 15:59

Wenn die Fehler doch so leicht erkennbar waren, warum hat man sie dann nicht bereits vor den Prüfungen entdeckt?! Dies ist doch einmal mehr ein Anzeichen dafür, dass die Pannen im letzten Jahr nichts bewirkt haben. Große Töne spucken kann doch jeder, aber etwas verändern, ja das steht auf einer anderen Karte. Hoffentlich bemüht man sich nun wenigstens alle Fehler, die sich möglicherweise noch in den austehenden Prüfungen "eingeschlichen" haben, auszumerzen!

von ysiii, am 14.04.2008, 16:00

Fehler passieren laufend, in den Nachrichten, in der Zeitung, hier bei n-tv. Wer will bei fast 800 Aufgaben keinen Fehler machen? Natürlich ist das ärgerlich und für die Beteiligten auch peinlich. Aber ... irren ist menschlich - wer es besser kann, soll sich melden!

von thobu, am 14.04.2008, 17:33

Viel schlimmer als die offensichtlichen Fehler sind die, die sich in der Logik der gestellten Aufgaben auf tun. Ich sitze gerade an der Korrektur von Deutsch Lk Klausuren und kann nach mehr als 20 Dienstjahren nur mit dem Kopf schütteln. Die Themen sind mit der heißen Nadel gestrickt und enthalten deshalb viele wissenschaftliche Fragwürdigkeiten, die zu Fußangeln für auf Abiturthemen fixierte SchülerInnen werden, die mit pawlowschen Reflexen auf schlampig gestellte Themen antworten. Ich habe mir in all den Jahren dezentralen Prüfens im Abitur solche Ausfälle nie erlaubt.

von Glubbi, am 15.04.2008, 18:14

Es stimmt, dass jeder mal (Flüchtigkeits-) Fehler macht. Was mir aber als Gymnasiallehrer mit über 30-jähriger Erfahrung im Abiturvorschläge- Einreichen übel aufstößt ist die Erinnerung, mit welcher Arroganz und Kleinkariertheit die vorgesetzte Behörde uns Lehrern die eingereichten Prüfungsvorschläge oft wegen Kleinigkeiten nicht genehmigt hat. Darüber sollte man mal ein Sammelforum einrichten, wie die Behörde uns mit z.T. haarsträubenden Einwänden gegängelt hat. Da saßen die am längeren Hebel und nun, wo sie selbst am Zuge sind, sollten sie sich was schämen!

P.S. Ich hatte nichts dagegen, dass die Behörde unsere Prüfungsaufgaben kontrollierte, denn es gibt ja auch Kollegen, bei denen es nötig ist. Aber die bornierte Kleinkariertheit und Willkür, mit der dies geschah, finde ich immer noch zum Kotzen! Und darum bin ich ein wenig schadenfroh! Schade nur, dass die SchülerInnen darunter zu leiden haben.

von Nina, am 17.04.2008, 15:52

Ich bin sozusagen Augenzeuge. ch habe am Freitag meine Erziehungswissenschaften - LK - Klausur geschrieben. Das falsche Wort war meiner Meinung nach SEHR Sinnentfremdend: Die haben doch tatächlich "unbewusst" mit "bewusst" verwechselt, was echt ein Hammer ist, wenn man bedenkt, worum es in PÄDAGOGIK geht! Das war ein Schlüsselwort! Glücklicherweise hatte ich mich für einen anderen Vorschlag entschieden. Ich frage mich, warum denen das jedes Mal erst WÄHREND der Klausur auffällt! Die hatten doch jetzt ein Jahr Zeit, alles zu überprüfen. Und gerecht ist das auch wieder nicht, die E-mail wurde angeblich um 10:30 h losgeschickt, unser Schulleiter kam mit der Nachricht erst um 12:45 h und eine Freundin von einer anderen Schule hat es gar nicht erfahren - deren Schulleiter hatte anscheinend nicht seine E-mails gecheckt.

Mich regt vor allem auf, dass die von uns dermaßen viel verlangen und es selbst nicht schaffen, EINEN TEXT ABZUSCHREIBEN!!!!!!! Und dann noch so arrogant zu sagen, die Fehler seien leicht zu erkennen gewesen! Glauben die im Ernst, dass ich als Schüler, wenn ich an einer zentral gestellten Prüfungsaufgabe sitze und etwas seltsam finde, dann denke: die haben bestimmt einen Fehler gemacht und ich versteh den Text jetzt mal nicht so, wie er da steht, sondern so, wie ich denke, dass er so lauten müsste??????!!!!!!

von gast, am 17.04.2008, 16:00

Es ist nicht so schlimm, dass Fehler vorkommen, da diese erkannt werden können.

Jedoch ist es beim diesjährigen Abitur so, dass die Aufgaben schwerer sind als letztes Jahr und aufgrund mangelnder Zeit (zumindest in den Naturwissenschaften Mathe und Biologie) schwer bzw. fast gar nicht zu bewältigen sind. Wenn man die diesjährigen Klausuren mit denen aus dem letzten Jahr vergleicht kann man zum Schluß kommen, dass die Anforderung enorm erhöht wurden, was sehr zu lasten der Schüler geht. Vllt. bemerkt die Bezirksregierung dies und überdenkt die Aufgabenfülle noch einmal.

von Sebastian, am 17.04.2008, 17:50

Ich war glücklicherweise nicht von den Fehlern betroffen, allerdings muss ich meinem Vorposter zumindest im Zusammenhang mit Mathematik recht geben, die Aufgaben waren für die überwiegende Mehrheit der Schüler in der gesetzten Zeit weder bei den LK, noch bei den GK Klausuren zu schaffen. In der Biologie, zumindest im LK fand ich die Klausur relativ einfach im Vergleich zu dem was wir in der Schule gemacht haben und im Vergleich zu dem was in anderen Fächern im Zentralabitur gefordert wurde, allerdings bleibt für uns alle die Benotung anhand des tollen Erwartungshorizontes abzuwarten.

von Linus Haacke, am 17.04.2008, 18:47

Ich habe heute meine Abiturklausur im Biologie GK geschrieben. Was in den 3 regulären Stunden verlangt wird ist eigentlich zuviel. Bei der Genetik-Klausur stand ich bei Aufgabe 3 wirklich am Schlauch, da wir im Unterricht die dort anhand von schematischen Zeichnungen dargestellte (chemische) Regulation durch Glucokinase NIE besprochen haben. Sogar meine Lehrerin, welche sich zwar nicht intensiv mit den Aufgaben auseinandergesetzt hatte, war der Meinung, dass die 3 Teilaufgabe extrem schwer und "komisch" war. Warum konnten die vom Ministerium nicht einfach entweder die Substrat- oder Endproduktregulation, welche in jedem Fall behandelt worden ist, in die Klausur nehmen? Muss es immer etwas ganz "besonderes" sein? Und dass die in Aufgabe 2 dargestellte DNA-Sequenz auf dem nicht-codogenen Strang liegt (nicht das ich darauf reingefallen wäre), dient meiner Ansicht nach doch nur um den Schülern eine Falle zu stellen... Ich bin mir ziemlich sicher, dass einige in die "Falle" getappt sind. Lächerlich...

von isa, am 18.04.2008, 06:23

ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem fenster lehnen, da ich den erweartungshorizont nicht kenne und somit die lösungsvorgaben somit auch nicht, aber der aussage, dass die mathe und bio lk klausuren zu schwer oder zu knapp von der zeit bemessen waren, kann ich nicht zustimmen. ich habe in bio ht2 und ht3 gelöst und hatte genügend zeit. die ameisenaufgabe fand ich einen witz, da sie zum größten teil aus "fasse die ergebnisse zusammen" bestand. auch in mathe kann ich mich nicht beschweren. wir hatten ht2 und ht3 und ht7. zweimal analysis und einmal stochastik. die aufgaben waren zu bewältigen. stochastik war anspruchsvoller, aber die analysisaufgaben waren meiner meinung nach sehr einfach. bin icht der meinung, dass ich durchgefallen bin. ich bin dennoch gespannt auf die pädagogik gk klausur. hoffentlich kommt da nicht so ein blödsinn, wie im lk. unser pädalk meinte, dass zwei texte hurrelmann beinhalteten, obwohl zu dem einen heitmeier und die gewalttheorien viel besser gepasst hätten. man darf gespannt sein... gruß eine abiturientin aus nrw.

von Maja, am 19.04.2008, 18:49

Meiner Meinung nach, und ich habe auch die Biologie-LK-Klausur geschrieben,war die Zeit viel zu knapp bemessen. Ich habe in unserem Kurs, der immerhin 23 Schüler umfasst keinen einzigen finden können, der alle Teilaufgaben in der Zeit sauber und gewissenhaft hat lösen können. So ging es auch mir. Ich habe mit Mühe und Not die Ökologieaufgabe ganz und die Evolutionsaufgabe nur von Aufgabe 1-3 bewältigt. Allerdings hat das Evolutionsthema schwer unter dem Zeitdruck gelitten. Ich habe den Eindruck, man hat sich bewusst nicht ausreichend mit den Aufgaben auseinandergesetzt bevor man sie den Schülern einfach so vorgesetzt hat. Ausserdem bin ich der festen Überzeugung, dass in diesem Jahr beim Abitur stark ausgesiebt wird. Ich frage mich nur warum. Dem Ausschuss muss einfach klar gewesen sein, dass diese Aufgaben nicht so ohne weiteres zu lösen waren. Viele Schüler haben sich stark benachteiligt gefühlt. Ich finde man sollte gegen diese Form von "Diskriminierung" Widerspruch einlegen.

von skabiosa, am 22.04.2008, 15:55

Ich habe heute meine Sowiklausur im Grundkurs geschrieben! Da wurde bei einer Aufgabenstellung die falsche Zeile für ein Zitat aus dem Textauszug angegeben!

Ich finde es schon sehr peinlich, wenn keiner bei der Überprüfung der Aufgaben die Quellen bzw. Zeilen überprüft und alles nur überflogen wird!

Bei normalen Klausuren ist bei keinen meiner Lehrer jemals ein Fehler unterlaufen, obwohl sie ihre Klausuren nicht so gründlich überprüfen lassen müssen wie beim Zentralabitur.

von Marie, am 23.04.2008, 00:10

Ich war bei den Aufgaben in Biologie einfach total verwirrt, weil die Ameisenaufgabe nur abschreiben war (hoffentlich hab ich mich da nicht total vertan!Ich zweifel mittlerweile alles an, was ich geschrieben habe) und die Genetik-Sache war iwie total schwer, weil es ein Erbgang war, der nie besprochen wurde und das finde ich doch etwas unfair...Immerhin waren in der Klausur keine Fehler...diese führen nämlich zu totaler Verwirrung....Kein normaler Schüler denkt sich: Oh, das wird wohl ein Fehler sein und weil ich einfach mal nen übersteigertes Selbstbewusstsein habe, schreib ich das hin, was ich für richtig halte." Je nach dem um was für einen Fehler es sich handelt, kann man die komplette Klausur in den Müll hauen...

von Angelika, am 23.04.2008, 17:42

Bei der diesjährigen Mathe-LK-Klausur wurde Qualität durch Quantität ersetzt. Von zwei Leistungskursen am Gymnasium konnte kein(e) einzige(r )Schüler(in) alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen und zwar nicht, weil die Aufgaben anspruchsvoll, sondern in ihrer Menge nicht zu bewältigen waren.

Hoffentlich reagiert das Schulministerium nicht erst im nächsten Jahr, denn dann sind wir, die Abiturienten im Jahr der Mathematik 2008, die Leidtragenden.

von DJ Racoon , am 23.04.2008, 20:08

Moah ihr Heulsusen :D Biologie LK Klausur zu wenig Zeit? Wozu zum abschreiben HT3 und zu wenig denken? HT1?? LOL also bitte so ein Gejammer kann ich nicht ertragen, also wer die Klausur als Bio-LK-Schüler nicht lösen konnte, der hat meiner meinung nichts in der oberstufe zu suchen ;). Auch die Klausur hätte keine Abiklausur sein dürfen, weil einfach kein Wissen verlangt wurde... Also hört auf zu heulen das Zentral Abi 2008 ist ein Geschenk und wer die Klausuren nicht lösen konnte, AHHHHHH Grundschule? denn nen 5 Klässler ohne Bio-wissen hätte die klausur lösen können, weil war nur abschreiben und logisch verknüpfen MEHR NICHT!!!

von gast, am 24.04.2008, 11:32

die bio lk aufgaben waren wirklich leicht und auch zeitlich zu schaffen. die beiden stochastik aufgaben im mathe lk auch, allerdings war dafür die analytische geometrie total übertrieben. selbst meine lehrerin hat sich hinterher erschrocken, als sie gesehen hat, wie schwer die aufgabe war.

von ZsaZsaZsu, am 24.04.2008, 13:24

Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht und kann mich nur wundern. Wie scheinbar die meisten hier, hatte ich einen Bio und einen Mathe LK. Auch bei uns war Mathe unglaublich viel, aber es war einfach. Ich habe zwar nicht alles geschafft, aber meine Standardzwei habe ich trotzdem bekommen. Ich würde an eurer Stelle also nicht so rumheulen.

Über Bio könnt ihr euch ja wirklich freuen, wenn ihr in einer Aufgabe nur abschreiben musstet. Zwar waren unsere Aufgaben nicht besonders schwer, aber nachdenken musste man schon.

Ich würde mir an eurer Stelle war nicht solche Gedanken machen, letztes Jahr gab es auch Fehler und bei uns an der Schule lagen trotzdem 14 von 84 Schülern unter 2,0 und nur zwei sind durchgefallen.

von Gisela Steinke, am 28.04.2008, 14:36

Ich korrigiere gerade Abitur Bio-LK-Klausuren und kann mich nur sehr, sehr wundern.

Jede der drei Aufgaben hatte im Schnitt 6 bis 7 Materialseiten.Die Schüler hatten genau 30 Minuten Zeit, sich durch dieses Material hindurch zu hetzen - anders war diese Materialschlacht nicht zu bewältigen. Kein Fachlehrer hätte diese Schlacht gewinnen können, um einigermaßen befriedigt eine Aufgabe verwerfen zu können. Als Schüler wurde man von diesem Material erschlagen. Was aber viel schlimmer ist: das Material war z.T. nur Schaumschlägerei und wurde für die Bearbeitung der Aufgaben nicht benötigt. Aber zunächst einmal sieht die Aufgabe wahnsinnig schwer aus, was Schüler nur verschreckt und in Angst versetzt. Wenn man dann genau hinsieht und den Erwartungshorizont betrachtet, kann man nur vom vielen Kopfschütteln Halsschmerzen bekommen, wenn der Hals vor lauter Ärger nicht schon total dick angeschwollen ist. In der Genetikaufgabe wird eine mitochondriale Vererbung betrachtet, es wird aber nicht korrekt in der Fragestellung formuliert, dass alle sonst üblichen Erbgänge auszuschließen sind. Im Erwartungshorizont steht diesbezüglich ebenfalls Falsches.Es wird ein autosomaler Erbgang ausgeschlossen, weil... die dann folgende Begründung gilt aber nur für rezessiv autosomal. Es wird z.B. ein kompletter mitochondrialer DNA-Ring abgebildet mit sehr vielen komplizierten Abkürzungen, die Schüler nur verwirren.Gebraucht davon wird nur ein winzig kleiner Abschnitt.

Die Aufgabe gibt inhaltlich gar nicht so viel her, aber man hat den Eindruck, dass durch das viele Material Qualität vorgetäuscht werden soll, die nicht da ist. Die Ameisenaufgabe zeigt ähnliches. Hier mussten Schüler in der Tat fast nur abschreiben, sodass jeder Schüler dadurch irritiert werden konnte. Aber die vielen Diagramme waren schon beeindruckend.Mal davon abgesehen, dass auch ein Nicht-Biologe mit etwas Verstand diese Aufgabe hätte lösen können - wozu also lernen, fragt man sich da.

Hätte ich solche Aufgaben vor einigen Jahren eingereicht, sie wären mir um die Ohren gehauen worden.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen eine Fortbildung machen???

Die Verteilung der Punkte ist an manchen Stellen auch nicht nachvollziehbar. Aber es mussten ja insgesamt unbedingt 150 Punkte erreicht werden.Fröhliches Würfeln...

Es ist keine Freude aufgetreten. Viele Kollegen teilen meine Meinung.

Hoffentlich wird es nächstes Jahr besser. Hoffentlich haben die Verantwortlichen bis dahin gelernt.

von Martin Nowack, am 28.04.2008, 19:17

Für die Mathematik (hier: GK) kann ich ähnliches bestätigen.

HT1 (Analysis) war zwar nicht grundsätzlich schwer, aber schlecht gestellt: Anstatt - wie üblich - Zwischenergebnisse o.ä. anzugeben, musste man zur Lösung von Teilaufgabe c) den Teil b) gelöst haben (oder zumindestens lösen können). Das ist m.E. weder zulässig noch sinnvoll.

Darüber hinaus kann man sich fachlich streiten, ob eine Randwertbetrachtung bei der Maximumsbestimmung sinnvoll ist, wenn der zugehörige Graph vorgelegt wurde und aus diesem ebenso wie aus der Modellierung klar hervorgeht, dass es keine Randmaxima geben kann. Dass Schüler hier nicht an die Randwertbetrachtung denken, halte ich für klar. Kostet sie aber weitere 3 Punkte.

Weiter unten sollen die Schüler - was aber auch dem Fachlehrer nur am Punkteschema und dem dort verzeichneten AFB III deutlich wird - eine in der Aufgabenstellung angegebene Formel herleiten. Steht aber leider nicht in der Aufgabenstellung. Schade! Hier kann man eigentlich nur jedem Schüler alle 4 Pkte geben, wenn er die Formel korrekt übertragen hat und angewendet hat...

HT6 (Geometrie) toppt das Ganze aber noch: Damit nicht so offensichtlich ist, dass viel zu viel AFB III-Aufgabenteile enthalten sind, wurden die im Punkteschema einfach mal eben kaschiert: Ein und dieselbe Überlegung - nämlich die Entwicklung eines Streckenzugs zur Bestimmung eines Punktes - ist innerhalb einer Aufgabe zuerst dem AFB III, dann dem AFB II zugeordnet. Warum muss man das hier überhaupt auf zwei Punkte anwenden? Wollte man die Aufgabe aufblähen, bekam dann aber Probleme wegen zu viel AFB III und hat das dann mal umdeklariert?

Die Berechnung des Punktes mit dem entwickelten Streckenzug dann AFB I - aber wenn man den Weg nicht erkannt hat, nützt das nichts, und so sind dann in einer Teilaufgabe letztlich effektiv 10 Punkte AFB III für viele Schüler verloren. Die nächste Teilaufgabe steigt dann auch wieder mit AFB III ein, und auch dort wieder mit "ermittelt Lösungsansatz" (4 Pkte AFB III) und dann "berechnet" genau das (weitere 4 Pkte, vermeintlich AFB I). Problem auch hier: Wer die Aufgaben aus dem AFB III nicht meistern kann, hat eigentlich auch keine Chance, Punkte aus dem AFB I zu ergattern. Das Das erscheint mir nicht fair, zumal die Aufgabenbauer im letzten Jahr bewiesen haben, dass man diese Hürden auch kleiner gestalten kann (durch Ziwschenergebnisse, andere Formulierung der Aufgabentexte ["zeigen sie, dass"], usw.).

Zuletzt sind dann - leider auch mit leicht falsch zu verstehender Formulierung der Aufgabenstellung - zwei Restkörper zu beschreiben, was nur dem AFB II zugeschrieben ist, wo aber auch ich doch sehr genau nachdenken musste - ich hätte das klar AFB III genannt.

Eine stark polarisierende Klausur - entweder man beherrscht die Aufgaben aus dem AFB III und bekommt dann die AFB I-Punkte geschenkt. Oder man scheitert am AFB III und bekommt dann auch keine Chance, sein Wissen im AFB I unter Beweis zu stellen.

So dürfen Abiklausuren nach nicht entwickelt werden, schon für 'normale' Klausuren gelten strengere Regeln! Waren die Matheklausuren im letzten Jahr wirklich gelungen (vielleicht etwas zu leicht), so sind sie in diesem Jahr zum Nachteil der Schüler erheblich zu schwer.

Und da das Zentralabitur ja per Definition ein Erfolg ist, wird es sicherlich auch keinerlei Korrekturen geben, die die jetzigen Schüler betreffen. Leider verloren!

von Max Mustermann, am 29.04.2008, 14:44

Die größten Fehler wurden meiner Meinung im Fach Mathe gemacht, wie hier schon angesprochen wurde, war es meiner Meinung nach nicht möglich alle Aufgaben in der kalkulierten Zeit zu bearbeiten!

Ich habe Abitur im Mathematik-Leistungskurs (ohne Cas) geschrieben.

Die Zeit reichte nicht einmal aus, um eine kurze Pause zum Essen und Trinken einzulegen.

Die Aufgaben waren zwischen 2 und 3 Seiten lang, während bei meiner Probeklausur alle Aufgaben auf eine Seite gepasst haben.

Es gab auch schon zahlreiche Beschwerden gegen eine bestimmte (Oktaeder-) Aufgabe.

von mma.ramotswe, am 29.04.2008, 22:48

Hello out there,

Zur Abwechslung etwas aus dem Fach Englisch (LK):

In der ersten Aufgabe heißt es jeweils: "outline ..." - laut Handreichungen: "give the main features, structure or general principles of a topic" (nach meinem Verständnis ist dies eine intelligent raffende Darstellung). Erwartet aber werden detaillierte Angaben (in HT 1 deutlicher als in HT 2).

Schülerinnen und Schüler, die sich an die Anweisung "outline"im ursprünglich gemeinten Sinn gehalten und sich pointiert kurz gefasst haben - wie im Unterricht geübt - wurden benachteiligt, und dies konnte auch durch das Hintertürchen "erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium" nicht aufgefangen werden.

Überragende Teilleistungen in Einzelbereichen kommen unter die Räder der Vereinheitlichung.

Ich kann mir vorstellen, dass dies auch auf andere Fächer zutrift.

von Amy, am 30.04.2008, 14:18

Ich persönlich finde es ein Unding, dass solche Fehler unterlaufen. Selbstverständlich sind die Zuständigen auch "nur" Menschen, trotz alledem sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass besagt Zuständige den SchülerInnen Leistungen abverlangen, die im gesetzten Zeitrahmen kaum, wenn nicht sogar unmöglich, zu bewältigen sind. Da sollte es doch nicht zu viel verlangt sein, dass zumindest Aufgabenstellungen und Texte fehler- und widerspruchsfrei sind.

Ich persönlich werde den Eindruck nicht los, dass von den SchülerInnen ganz selbstverständlich verlangt wird, wie eine Maschine zu arbeiten - anders kann ich mir die überzogenen Erwartungen nicht erklären. Zeit zum Nachdenken? -Fehlanzeige.

Zudem erscheint es mir persönlich als sehr guter Schülerin absolut unverständlich, dass eine Klausur oberflächlichen Inhalts, die weite Felder des Bewertungsrasters abdeckt, qualitativ besser sein soll als eine, in der zwar insgesamt eventuell weniger Aspekte angesprochen werden, die allerdings auch in "angemessener", sprich vertiefender, Weise.

Mir wurde zum Verhängnis, dass ich versucht habe, die Aufgaben in gewohnt qualitativ wie auch quantitativ einigermaßen anspruchsvoller Weise zu lösen, mit dem Ergebnis, dass die Zeit einfach nicht gereicht hat.

Demzufolge dürften meine Klausuren sehr viel schlechter ausgefallen sein als gewohnt - zumindest laut Bewertungsraster.

Meine Lehrer tun mir Leid - doppelte Arbeit dank Abweichungsprüfungen. Das kann's doch so nicht sein, oder?

von The Fox, am 30.04.2008, 16:47

Zusammenfassend liegen zahlreiche Mängel in mehreren Fächern vor (von besonderer Erheblichkeit in Mathe LK, Bio LK - von Bio war ich mit Genetik und Ökologie selbst betroffen!).

Dabei bestehen sowohl formale wie auch inhaltliche Mängel. (Ich kann zb bestätigen, dass aufgrund des Umfangs beider Biologie-Aufgaben die dafür vorgesehene Zeit bei weitem nicht ausreichte; niemand aus unserem Bio-LK ist fertig geworden).

Offensichtlich waren die Aufgaben infolge einer unzureichenden Vorbereitung von Anfang an so gestaltet, dass die überwiegende Mehrheit der Schüler (selbst die Kursbesten) sie nicht vollständig bewältigen konnten --> Formmangel!

Daneben stellen die inhaltlichen Fehler (Aufgabenstellungen zur Genetik-Aufgabe, falscher Stammbaum) einen Mangel dar, der nicht nur zu weiterer Zeitnot für Schüler führte, sondern auch inhaltlich zu Punktabzügen bei der Bewertung ihrer Arbeiten führen muss. Diesen Fehler haben die Schüler jedoch nicht zu vertreten.

Darüber hinaus leitet sich der Erwartungshorizont nicht aus den Aufgabenstellungen ab.

Aus diesen Gründen - mal abgesehen von dem zusätzlichen psychischen Stress für Schüler, der durch die Mängel hervorgerufen wurde - war es von vorn herein nicht möglich, 15 Punkte zu erreichen. Jede Aufgabe muss jedoch so gestaltet sein, dass theoretisch 15 Punkte erreicht werden können.

Da dies hier in dreifacher Hinsicht nicht gegeben ist, sollten die Schüler gesammelt Widerspruch gegen ihre Noten erheben, da vor allen Dingen auch keine Vergleichbarkeit ihrer jetzigen Noten mit denen der 2007er-Abiturienten gegeben ist. Damit werden die 2008er Abiturienten auch hinsichtlich ihrer Ausbildungs- und Studienplatzchancen benachteiligt... insoweit ist der Sinn des Zentralabis durch Schlechtleistung der Bezirksregierung offensichtlich verfehlt!

Gegen einen solchen Skandal muss juristisch vorgegangen werden, sonst lernt Ddorf es nicht.

von Hans, am 30.04.2008, 18:54

Die Fehler in den Erdkunde-Abiturklausuren sind ja noch einigermaßen harmlos. Selbst unter Prüfungsstress sollte ein Schüler erkennen, dass der Seegüterumschlag im Rostocker Seehafen sich von 2004 auf 2006 nicht auf 190 Mio. t verzwölffacht haben kann, wenn in allen anderen aufgeführten Jahren seit 1992 die Werte zwischen 10 und 18 Mio. t betragen.

Gravierender sind da schon andere Mängel - z. B. in EK LK HT 3 die stümperhafte "eigene Zusammenstellung" von M 3. Was heißt denn "Tertiärer Sektor 70 %"? Ist das der Anteil an den Erwerbstätigen oder am BIP von Santiago? Oder heißt das, dass 70 % aller Tertiärbeschäftigten Chiles in Santiago arbeiten? Nächstes Beispiel: "2003 Zulassung von 970.000 PKWs" in Santiago. In einer Stadt mit ca. 6 Mio. Einwohnern sind in einem einzigen Jahr fast 1 Mio. PKWs zugelassen worden??? Gemeint ist wohl, dass es insgesamt so viele zugelassene PKWs gab. Deutsch ist eben eine schwierige Sprache.

Noch schlimmer sind die z. T. unausgegorenen und fehlerhaften Aussagen in den Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen. In EK LK HT 3 heißt es gleich zu Beginn: "Der Prüfling lokalisiert die chilenische Hauptstadt Santiago in Binnenlage am Ostabhang der Anden." Seit wann liegt Santiago denn in Argentinien? Und was bitteschön ist eine "ringförmige Struktur mit abnehmendem Sozialgefälle von innen nach außen"? Hier weiß jemand offensichtlich nicht zwischen Sozialgefälle und Sozialstatus zu unterscheiden, heißt es doch tatsächlich danach nochmals "ringförmig abnehmendes Sozialgefälle von innen nach außen". Oder: Was ist denn eine "Verschärfung sozialer Konflikte durch Stadt der Oberschicht in Wohngebiet mit hohem Armutsanteil"? Interessant ist es auch zu erfahren, dass Provinzgrenzen in Chile enorm wichtig sind und schier unüberwindliche Hindernisse darstellen: Punkte gibt es doch tatsächlich für "Bevölkerungszunahme in Randbereichen innerhalb der Provinzgrenze", für "stellenweise Überschreitung der Provinzgrenze" und nochmals für "stellenweise Überschreitung der Provinzgröße (sic!)".

Derart Dilettantisches hätte man uns früher links und rechts um die Ohren geschlagen!

von Klaus Thal, am 30.04.2008, 21:24

Die Mathe-LK Klausur war eine Katatrofe. Die Geometrie-Aufgabe HT 6 (Oktaeder im Würfel) war völlig unsinnig. Kein Mensch konnte sich denken, wo im Koordinatensystem dieser Oktaeder liegt. Ohne zündende Idee verstrickte man sich in totalem Zahlenwust : Jeder vernünftige Anwender würde den Körper mit dem Mittelpunkt in den Nullpunkt legen und die Ecken auf die Koordinatenachsen. Die abgeschnitten Oktaederecken : um sie als Vektoraufgabe zu lösen muss man mehrere Schnittpunkte berechenen. Nicht schwer aber das dauert. Und was sollte dieser blödsinnig Parameter a ? Schliesslich : wo hätten wir gelernt, Ecken und Kanten in unvorstellbaren Körpern zu zählen ?

Und dann kommt noch HT 7. Nur noch eine knappe Stunde Zeit, aber das geht einfach los. Doch schon in der dritten Teil-Teil-Aufgabe hakt es wieder : wie oft wirft eigentlich der Basketballwerfer, um mehr als viermal hintereinander beim Freiwurf zu zu treffen ?

Nach 10 Minuten Ratlosigkeit eben weitermachen. Aber nun kommt dreimal dieselbe Aufgabe - nur muss man den Text erst richtig verstehen. Die letzten Teilaufgaben scheinen einfach, aber die Zeit ist abgelaufen.

Hätte ich doch bloß Deutsch, Englisch oder Erdkunde als LK gewählt. Da waren die meisten zufrieden.

von Friedrich, am 30.04.2008, 23:36

Nach mehr als 20jähriger Abiturerfahrung in NRW und 6 Jahre in B-W: traurig, was hier geleistet wurde!

Vor allem in Mathematik. Viele Schüler werden um eine ganze Note (3 Notenpunkte) schlechter abschneiden, als wenn sie im letzten Jahr die Prüfung abgelegt hätten.

Teilweise gab es bei der Aufgabenstellung entweder bewusste Irreführung oder staunenswerte Inkompetenz. Referendare hätte man damit durchfallen lassen.

von Friedrich, am 30.04.2008, 23:39

PS:

Von insgesamt 32 Schülern in Mathematik (LK und GK) gingen 3 (drei) während der Klausur raus. Das spricht für sich.

von Ann-Kathrin, am 02.05.2008, 14:31

Ich persönlich finde es einfach nur ärgerlich, dass selbst, wenn all diese Ärgerlichkeiten und Vorkommnisse bis nach Düsseldorf gelangen sollten, das für uns Abiturienten doch NIEMALS mehr positiv enden wird! Wir werden unsere schlechteren Noten bekommen!

Und unsere gute Frau Bildungsministerin kann 5mal sagen, dass das nicht schwerer geworden ist... Jaaa neee, is klar!!!

von Artur W., am 02.05.2008, 19:23

Ich kann mich den Vor"schreibern" hinsichtlich ihrer Meinung zum GK-Mathe-Abitur nur anschließen. Eine entscheidende Unterlassung in HT1 (Anwendung Exponentialfunktion - Wirkstoffkonzentration eines Medikaments), nämlich die fehlende Kontrollösung für die erste Ableitung, hat sehr viele Schüler/innen verunsichert und sie unnötig viel Zeit gekostet. Hätte ich früher als verantwortlicher Lehrer einen solchen Vorschlag bei der Bezirksregierung eingereicht, hätte ich ihn sicherlich mit einem entsprechendem Kommentar zurück bekommen, denn die einzelnen Aufgabenteile mussten immer unabhängig voneinander lösbar sein!!! Im Zentralabitur scheint das nicht mehr zu gelten. Das absolute Maximum musste m.E. nach vorliegender Aufgabenstellung und dem Graphen nicht mehr gesondert nachgewiesen werden.

Auch die Oktaederaufgabe (HT6) war m.E. nicht klar genug in der Aufgabenstellung. Zunächst wird ein "Lexikonartikel" zum Oktaeder vorangestellt. In den Aufgabenstellungen wird an mehreren Stellen dann verlangt genau diese Oktaedereigenschaften nachzuweisen. Etliche SuS sind aber davon ausgegangen, dass ein Oktaeder vorliegt, denn die Zeichnung belegte das ja wunderbar. Klar - die Sus sollen natürlich auch ihre Lesekompetenz nachweisen; aber in dieser stressigen, äußerst angespannten Situation des schriftlichen Abiturs achten eben nicht immer alle auf die Feinheiten - daran können sich die Aufgabensteller/innen wahrscheinlich nicht mehr erinnern.

Hier würde ich mir doch einige Änderungen (Probedurchgänge) wünschen, weil es offenbar in der bisherigen Weise nicht möglich ist, solche Benachteiligungen für die SuS auszuschließen.

Wütend macht mich jedoch die arrogante Rückmeldung der Behörde (wer immer sich auch dahinter verbirgt) auf telefonische Nachfrage während des schriftlichen Abiturs wegen der fehlenden Kontrollösung, dass die SuS das schon schaffen können und außerdem solche Fähigkeiten (mit falschen Zwischenlösungen weiterrechnen können) von ihnen zu verlangen seien. So etwas hätten wir uns zu Zeiten des dezentralen Abiturs mal erlauben sollen....

von Flo, am 02.05.2008, 21:45

Genau das ist eben das Problem, die Aufgaben in Mathematik werden nächstes Jahr wieder leichter gestellt und die Probleme dieses Jahr werden verschwiegen. Und die Leute, die dadurch benachteiligt worden sind, können sich nicht wehren.

Auch wenn ich nur Mathe-GK geschrieben habe, wenn ich die beiden analytischen Algebraaufgaben vergleiche, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es ist einfach unfair!!

von f. mühlhoff, am 02.05.2008, 23:49

Ich korrigiere gerade die Erziehungswissenschaft-LK-Klausur(Bettelheim-

Aufgabe - die mit der 'unwichtigen' Verwechselung von "bewußt" und "unbewußt")und ich komme ins Grübeln:

Allein das handschriftliche Abschreiben der "Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen" betrüge ca. 18 Seiten. Da es sich aber nur um stichwortartige Formulierungen handelt, bedeutet das, dass eine sehr gute Arbeit erst entstünde, wenn ein Abiturient aus diesen Stichworten auch ganze Sätze bildete. Er hätte dann zwar ca. 30 Seiten verfasst, der (Be)deutung des Textes näher gekommen wäre er damit - nach meinen alten Maßstäben - aber kaum. Denn auch der Aufgabensteller weiß in weiten Teilen nichts Besseres mit dem Text anzufangen als auf - vermeintlich - immer höherer Abstraktionsebene das dort schon Gesagte wieder und wieder zu wiederholen. Unerträglich! Bewertung daher völlig beliebig.

Ein Schüler, der nicht völlig des Lesens unkundig ist, erhält, weil er ja irgendwie um den zu bearbeitenden Text nicht herumkommt, in jedem Fall eine "3" (oder allenfalls eine "4"). Ein wirklich sehr guter Schüler jedoch hätte in den "guten, alten Zeiten" vor dieser - angeblichen - Standardisierung nie einen solchen breitgetretenen Quark geschrieben. Heute muss er das - oder er wird von einem "gewissenhaft" die einzelnen Punkte abarbeitenden Lehrer mit einem "gut" oder "befriedigend" bestraft.

Gewiss wird das Ministerium wieder stolz auf die - durch diesen Unfug künstlich von ihm selbst erst hergestellte - geringe Anzahl von Notenabweichungen zwischen Erst- und Zweitkorrektor hinweisen.

Da der grundsätzliche Fehler, Textanalysen atomistisch zu verpunkten, aus politischen Gründen wohl so bald nicht beseitigt werden kann, steht zu befürchten, dass im nächsten Jahr die Erwartungshorizonte noch unübersichtlicher, noch komplexer durch-"operationalisiert" werden. (Schom im letzten Jahr war der Kriterienkatalog für die Bewertung der Grundkursklausur Sozialwissenschaften (Schichtungstheorie) der dunkelste, der unverständlichste Text, der mir seit langem untergekommen ist.

von hendrik.a., am 03.05.2008, 21:22

@ kommentar des gk-korrektors :

ich bin mit der gk klausur (Ht2 zbd ht6; Radfahren und oktaeder) auch schlechter als mit den kursklausuren klargekommen. bei uns sind bei der klausur ca 60 prozent unseres kurses aufgrund des oben beschriebenen problems nicht weitergekommen.

Die aufgabenstellung bei ht6 e) lautete soweit ich mich erinenrn kann:

"beschreiben sie die seitenflächen des entstandenen körpers ( kantenlänge, anzahl der ecken)."

ichb hab das dahingehend verstanden, dass man einfach die form der seitenflächen und deren kantenlängen beschreiben soll ( zb quadrat/ 1/3k und sechseck 1/3 k.)

allerdings meinen viele auch , man solle die gesamtzahl der ecken des enstanden körpers beschreiben.vllt kann mir jemand hierb ja eine antwort auf die frage geben :D

von The Fox, am 04.05.2008, 15:31

So, bei der oft zu recht geäußerten Kritik am Zentralabitur dieses Jahrgangs muss doch nun eigentlich mal gehandelt werden...

Denn geht es hier ja wirklich um massive Fehler der Bezirksregierung, die für die jeweiligen Fächer (Mathe, Erdkunde, Bio, Pädagogik, SoWi...) kompetent und sachlich vorgetragen wurde.

Nur frage ich mich: was bewirkt letztendlich unsere verständliche Verärgerung hier? So wie oben schon die Arroganz der Behörde ausgedrückt wurde, denke ich, dass Ddorf sicherlich nichts im Sinne der SchülerInnen unternehmen wird, wenn man denen nicht mal deutlich klar macht, dass es so jedenfalls nicht geht!

Den Schaden, z.B.

(Schüler konnten zeitlich nicht fertig werden, Aufgaben zu schwer oder zu unausgegoren und daher nicht richtig lösbar, zeitintensive Fehler in den Aufgaben mit Verwirrungseffekt, 12-14 Seiten Materialmengen, realitätsfremder bis unlogischer/absurder Erwartungshorizont

--> alles das führt zum Nachteil der SuS)

muss Düsseldorf jetzt beheben und nicht erst im nächsten Jahr besser machen.

Man muss die Behörde jetzt konkret und am besten schriftlich dazu auffordern, die Nachteile für uns SchülerInnen auszugleichen... zb durch Schulmail an die Schulen, dass die Erwartungshorizonte hinsichtlich des Bewertungsmaßstabes abgeändert werden!!!

Könnte zb doch schriftlich durch die Landeselternschaft oder die Lehrerverbände oder auch durch die Schulleitungen erfolgen...

Denn eines ist klar: wenn wir da jetzt nichts konkretes unternehmen, dann verbleiben wir SuS im Nachteil für den wir nichts können! Und das oft auch mit erheblicher Verschlechterung der beruflichen Chancen und Ausbildungen, da der NC durch die 4-fach-Wertung der Klausurnoten direkt drastisch leidet.

von henrik.a., am 04.05.2008, 15:49

an die mathe lehrer.

auch bei nuns im gk wurde die aufgabenstellung unterschiedlich intepretiert:

war den nun verlangt, die seitenflächen des neuen körpers zu beschreiben (z.B viereck und sechseck mit kantnelänge 1/3 k) oder musste man den ganzen körper beschreiben ?

von Kunstlehrer, am 04.05.2008, 22:02

Als Zugabe in einem noch nicht genannten Fach kann ich folgende Mängel in den zentral gestellten Aufgaben für den Kunst-LK beisteuern:

1. Teilaufgabe Vergleich Brancusi / Marc:

"Vergleichen Sie die subjektiven Wirkungen der beiden Kunstwerke"

Problem: In den Abbildungen zwei verschiedene Fassungen der Brancusi-Plastik, Vorderseite aus New York, Rückseite aus Venedig und der Marc); klar, jeder unabhängige

Leser (und auch meine Schülerinnen und Schüler) vergleichen die Plastik mit dem Bild (wäre früher undenkbar gewesen...), aber wer den Werkbegriff bri Brancusi kennt (und das sollten die SuS bei Thematisierung der Vorgaben) weiß, dass hier insgesamt drei Werke abgebildet wurden.

2. Abbildung Liechtenstein: Die Abbildungsqualität ist durch eine vollkommen

überzogene Sättigung farbverfälscht (weiß wirkt rosa, große gelbe Flächen scheinen abgetönt und

nach unten hin dunkler bzw. oranger zu werden)

Auch dieses Material hätten wir früher (zu Recht) nicht genehmigt bekommen...

Email-Reaktion aus dem Ministerium (am Prüfungstag, 10:43 Uhr):

"Die Aufgabenstellngen im Kunst-LK sind so in Ordnung." Das nenne ich Ignoranz.

P.S.:

Zumindest an unserer Schule ging erst am Montag

nach dem Prüfungsklausurtag die Abiverfügung zu, in der erstmals stand, dass die (wie bisher vom Fachlehrer einzureichende) von der Fachaufsicht ausgewählte Gestaltungspraktische Klausur nicht extern gegenkorrigiert werden soll. Meine guten bis sehr guten SuS hatten wegen zu erwartender Unwägbarkeiten bei der Gegenkorrektur einer Praktischen Arbeit ohne Kontaktmöglichkeit zwischen Erst- und Zweitkorrektoren jedoch von vornherein auf die Auswahl der Aufgabe verzichtet. So haben in diesem Zentralabitur bei mir erstmalig nicht etwas weniger als die Hälfte der SuS die Praxis gewählt, sondern lediglich 10%. Es bleibt ein fader Beigeschmack: Mangelnde Organisationsfähigkeit oder Absicht?!

von Alexandra, am 12.05.2008, 20:29

Das ist doch dieselbe Situation wie mit den Kopfnoten. Wir sind die Versuchskaninchen. Der einzige Abiturjahrgang, der sie in dieser Form haben wird – und somit sind wir damit arm dran, wenn wir schlecht auf Gebieten abschneiden, auf denen andere gar nicht bewertet wurden. Aber natürlich wird das nicht verbessert, das Bildungsministerium interessiert sich dafür, wie die Publicity aussieht, und kann durch Aussagen in Bezug auf das nächste Jahr für sich selbst alles ins Reine bringen. Was mit uns wird, das ist denen dann doch egal.

von Sören , am 13.05.2008, 14:57

Zu Mathe LK kann ich nur sagen wenn die Regierung das abitur zentral stellt um dadurch ein allgemeingültiges und gleichwertiges abitur in nrw

erreichen will, dann muss das auch für die verschiedenen jahrgänge gelten sonst kann ich mir das mit dem zentralabitur auch sparen, schließlich interressiert es bei einer bewerbung auch keinen ob ich 07 oder 08 mein abitur gemacht habe dann zählt halt wer die besseren noten hat.

Und zu den Fehlern in den Aufgabenstellungen so frag ich mich, ob die Klausuren nicht ein einziges mal von einem lehrer vorher durchgarbeitet worden. Teilweise sind die fehler so gravierend, dass jedem Fachlehrer die Fehler sofort auffallen müssten, zwar gab es fast 800 Aufgaben allerdings gibt es zich tausende lehrer in nrw wodurch dieser aufwand nur mehr als angemessen wäre. Da das Minesterium viel zu stolz ist fehler einzugestehen sind wir eh die leidtragenden. ich hoffe ihr habs trotzdem geschafft wenn nich viel glück in den nachprüfungen

von gast, am 19.05.2008, 18:28

Also ich bin von der Bio-LK Klausur betroffen und kann nur sagen, dass die Klausur an sich vielleicht nicht schwer war, aber es auf Grund des vielen Matrials einfach verwirrend war! Die Zeit war auch zum "abschreiben HT3" viel zu kurz!

Selbst unsere Lehrer haben mit dem Kopf geschüttelt und sich gefragt was das soll!

Zu Mathe kann ich nur sagen dass selbst dei besten aus unserem Kurs (GK) weniger als die Hälfte haben !

von Hanna, am 29.05.2008, 21:00

Ich hab auch Bio geschrieben und ich war von diesem Stammbaum einfach auch total verwirrt...und wenn ich jetzt noch höre, dass selbst in dem Erwartungshorizont fehler sind, na dann Prost-mahlzeit...

Ich finds vor allem echt enntäuschend: wir hatten mit den Klausuren vom Vorjahr geübt, und ich hatte auch das Stark heft...und da war nciht mal annährend so viel Material...ich mein: gut....man konnte einfach runterschreiben, aber ich persönlich saß in der Klausur und war super irritiert, weil ich einfach die ganze zeit dachte: Oh Gott, ich mach alles falsch...die können doch nicht wollen, dass ich einfach nur abschreib.....vllt hab ich zuviel nachgedacht, wie auch immer ich bin einfach mal sehr gespannt auf die ergebnisse

von Arfst Wagner, am 06.06.2008, 13:48

Hallo, weg mit den Prüfungen, die auf einem völlig falschen (Chancen-)Gleichheitsbergiff entwickelt wurden.

Cnahcengleichheit heisst, jede(r) kann sich so entwickeln, wie es in seinen Fähigkeiten liegt und jeder Mensch ist anders.

Portfolio ist die Prüfung der Zukunft, Bismarck hat ausgespielt.

von Nic, am 07.06.2008, 20:46

Abituriet, M LK Gym.

"Chancengleichheit" ein tolles Wort.

Der Beste aus unserem Kurs hatte 10 Punkte. Mathe-Bücher gab es für kurze Zeit, leihweise. Der Unterricht war mäßig. Hausaufgaben wurden selten besprochen. Wir sind nun die Opfer des Zentralabiturs!

von Daniel , am 09.06.2008, 02:08

also ok... fehler in aufgabenstellungen hin oder her.... diejenigen die die aufgaben stellen sind auch nur menschen...ist alles nachvollziehbar...sie machen natürlich - weil sie nur menschen sind - auch mal einen fehler.

aber die sache ist ja die,

es geht hierbei um existenzen, um ein GANZES leben; nein, nicht nur EIN leben sondern HUNDERTE von leben die verändert werden, durch fehler die in aufgaben auftreten. Diese fehler bzw unklarheiten in der aufgabe sollten nicht bewertet werden oder gar anders bewertet werden.

man stelle sich nunmal vor (weit hergeholt) ein junger mann, gerade mit dem abi fertig, hat aber um 1 punkt (mit nachprüfung) seinen angestrebten, für das physikstudium notwendigen NC nicht erreicht und muss aus diesem grund eine andere fachrichtung wählen z.b. englisch.

nun kann es ja sein, dass dieser junge mann nach 5 jahren (bin kein physiker) physikstudium - wenn er denn den NC gehabt hätte - erklären kann wie es möglisch ist den ort und gleichzeitig den zeitpunkt eines elektrons zu bestimmen (was aus heutiger sicht nicht möglich ist).

Was wäre dann???

nur weil bestimmte aufgabenteile falsch bewertet wurden im abi, hat die welt einen einstein weniger und somit die evolution des menschen und gleichzeitig der technik verlangsamt und verändert.

es könnten gar ganz andere dinge passieren.

ich will einfach nur klarmachen dass wir Abiturienten für die leute aus der bezirksregierung doch sowieso nur ne nummer sind....die bekommen ihr geld...aber ein leben zu verändern oder gar einen traum eines menschen zu zerstören...

weit hergehlt aber naja....so kanns ausgehen.


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