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Mehr Mobilität in der beruflichen Bildung

Europäische Kommission legt europaweites Leistungspunktesystem vor

Mehr zu: Europa, Mobilität, Qualifikationsrahmen, Weiterbildung, Berufliche Bildung
14.04.2008 -

(bikl/pm) Die Europäische Kommission hat jetzt ein Konzept für ein europaweites Leistungspunktesystem in der beruflichen Bildung vorgelegt. Dieses System mit der Bezeichnung ECVET soll Unionsbürgern die offizielle Anerkennung der in einem anderen Land erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen erleichtern.

"Zum ersten Mal in der Geschichte sind wir in der Lage, ein System zur Übertragung von Lernergebnissen in der beruflichen Bildung ins Leben zu rufen. Mit ECVET können Auszubildende ihre Ausbildung viel leichter in verschiedenen Berufsbildungseinrichtungen und in unterschiedlichen Ländern absolvieren, was zur Förderung der Mobilität der Lernenden in ganz Europa beiträgt. Dies ist umso bemerkenswerter, als es europaweit über 30.000 Einrichtungen der beruflichen Bildung gibt", erklärte der für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständige EU-Kommissar Ján Figel'.

Diese neue Initiative baut auf den Erfolgen von ECTS, dem Europäischen System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen im Hochschulbereich, auf. Durch das 1989 eingeführte System wurden isnbesondere die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen erleichtert.

Die Bildungssysteme in Europa sind sehr fragmentiert und häufig komplex. Dies gilt auch für die berufliche Bildung und Weiterbildung. Wegen der großen Anzahl von Qualifikationen und Verfahren, selbst innerhalb der einzelnen Länder, ist die Übertragung der in einem bestimmten System erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in ein anderes System bislang sehr schwierig.

Das europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) soll nun die Mobilität der Bürger fördern und ihnen einen besseren Zugang zum lebenslangen Lernen ermöglichen, unabhängig davon, ob dies in einem formellen, nicht formellen oder informellen Rahmen geschieht. Bei ECVET werden Einheiten von Lernergebnissen definiert und mit einer bestimmten Leistungspunktzahl verbunden. Dies erlaubt den für die Ausstellung von Qualifikationen zuständigen Einrichtungen in den Mitgliedstaaten, die anderswo erworbenen Lernergebnisse und die damit verbundenen Leistungspunkte in ihr eigenes Qualifikationssystem für berufliche Bildung zu übertragen.

ECVET ist in vollem Umfang kompatibel mit dem europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen im Hochschulbereich und mit den nationalen Systemen zur beruflichen Bildung. Der Vorschlag der Kommission erfolgt allerdings nur in Form einer Empfehlung, die nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt wird. Den Mitgliedstaaten steht es in der Folge frei, diesem System auf freiwilliger Basis beizutreten und es nach eigenen Modalitäten umzusetzen. Die Kommission hat ebenfalls einen Vorschlag für einen Bezugsrahmen vorgelegt, mit dessen Hilfe die Mitgliedstaaten ihre bewährten Verfahren in der beruflichen Aus- und Weiterbildung besser austauschen könnten. Der europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung, der Gegenstand einer separaten Empfehlung ist, soll zu mehr Transparenz und Kohärenz der in diesem Bereich ergriffenen politischen Maßnahmen beitragen.

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