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Europäische Kommission unterzeichnet EQR

Mehr Mobilität für EU-Bürger, weil Qualifikationen vergleichbar werden

Mehr zu: Bologna-Prozess, ERASMUS-Programm, Europa, Mobilität, Promotion, Qualifikationsrahmen, Zeugnis, Berufliche Bildung
24.04.2008 -

(redaktion) Gestern wurde die Empfehlung über die Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR) vom Europäischen Parlament und dem Rat offiziell unterzeichnet. Der EQR soll als "Übersetzungshilfe" zwischen den Qualifikationssystemen der Mitgliedsstaaten dienen, damit Abschlüsse für Arbeitgeber, Bürger und Einrichtungen vergleichbarer und verständlicher gemacht werden und Arbeitnehmer und Lernende ihre Qualifikationen in anderen Ländern nutzen können.

Vor acht Jahren, im März 2000 hatte der Europäische Rat es sich in Lissabon zum Ziel gesetzt, die Europäische Union zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt" zu machen und die Modernisierung der Bildungssysteme als einen entscheidenden Schritt dorthin definiert. Im Jahr 2002 haben dann die europäischen die Staats- und Regierungschefs auch einen Termin dafür festgesetzt: Bis zum Jahr 2010 soll Europa, was die Qualität seiner Bildungssysteme angeht, weltweit führend sein.

Acht Kompetenzstufen

Drei Jahre später schließlich einigten sie sich auf einer Tagung des Europäischen Rates in Brüssel auf den Europäischen Qualifikationsrahmen - einen aus acht Stufen bestehenden Katalog, der Bildung europaweit vergleichbar machen soll. Diese acht Stufen reichen von grundlegenden allgemeinen Kenntnissen und Fertigkeiten (Stufe 1) bis zur Beherrschung eines hoch spezialisierten Wissensgebiets (Stufe 8). Die Mitgliedsstaaten erhielten die Aufgabe, eigene Nationale Qualitätsrahmen (NQR) zu erstellen.

Die drei höchsten Niveaus entsprechen den im Rahmen des Europäischen Hochschulraums im Zuge des Bologna-Prozesses definierten Hochschulabschlüssen, wie Bachelor, Master und Promotion. Sie können jedoch auch für hochspezialisierte berufliche Qualifikationen stehen, wie zum Beispiel bei Fluglotsen oder Toningenieuren.

Damit der EQR auf unterschiedliche Systeme anwendbar ist, basieren die Qualifikationsniveaus auf Lernergebnissen, also darauf, was ein Lernender weiß, versteht und kann und nicht mehr auf dem Lerninput, der durch die Dauer eines Lernprozesses oder die Art der Einrichtung bestimmt wird.

Mehr Mobilität

Der EQR soll die Mobilität der Bürger fördern und gilt als Ergänzung für bestehende Programme wie das Erasmus-Programm für die Mobilität von Studierenden und den Europass, ein Standarddokument, in dem die Bürger ihre Qualifikationen transparent darstellen können.

Zurzeit könnte zum Beispiel ein Unternehmen in Irland zögern, einen Bewerber aus Ungarn einzustellen, weil es die Qualifikationen dieser Person nicht genau versteht. Doch sobald der Rahmen eingeführt ist, werden ungarische Zeugnisse einen EQR-Verweis (z. B. EQR Niveau 5) tragen, so dass die Arbeitgeber in Irland das Niveau der fraglichen Qualifikation besser einschätzen können.

Unterschiedliche Bildungswege

Viele Mitgliedstaaten erstellen bereits eigene Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) entsprechend dem EQR. Qualifikationsrahmen werden immer stärker als Instrumente wahrgenommen, mit denen das Bildungssystems eines Landes durchlässiger werden soll.

Der Zeitplan

Bis zum Jahr 2010 sollen nun die Mitgliedstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme an den Europäischen Qualifikationsrahmen koppeln und ab 2012 sollen auch Zeugnisse und Diplome einen EQR-Verweis tragen.

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