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PISA-Chef kritisiert Schulunterricht

Geschlechterunterschiede bei Lesekompetenz und Matheleistungen

Mehr zu: Deutschland, Girls' Day, Leseförderung, Lesekompetenz, Mathematik, PISA (Studie), Schule
24.04.2008 -

(redaktion) Anlässlich des Girls' Day hat OECD-Bildungsexperten Andreas Schleicher erneut die Schwächen des deutschen Bildungssystems benannt: Jungen mangele es an Lesekompetenz, Mädchen hätten Probleme mit Naturwissenschaften. Trotz der andauernden Debatte über Pisa habe sich daran nichts geändert, erklärte Schleicher gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Dass der weibliche Nachwuchs technische Arbeitsfelder bislang meidet, führte Schleicher auf Unterrichtserfahrungen zurück. Schon 15-jährige Mädchen schnitten in diesem Bereich bei PISA signifikant schlechter ab als Jungen. Andererseits belege der internationale Vergleich aber auch, dass es in vielen Ländern keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern gebe. "Den Mädchen fehlen also nicht die für die Mathematik notwendigen kognitiven Grundfähigkeiten, sondern es fällt ihnen offenbar schwerer, geeigneten Zugang zum traditionellen Mathematikunterricht zu finden", so Schleicher gegenüber der NOZ.

Gleichzeitig verwies der Leiter der internationalen PISA-Studien auf einen weiteren Nachholbedarf der deutschen Schulen. "Insbesondere am unteren Ende der Leistungsskala sind die Jungen deutlich überrepräsentiert", warnte er. So wie die Mädchen Probleme in der Mathematik hätten, mangele es Jungen vor allem an Lesekompetenz.

Die Schulmisere in Deutschland machte Schleicher an einem Beispiel deutlich: Wenn ein Supermarktleiter beobachten würde, dass 70 von 100 Kunden seinen Laden ohne Einkauf wieder verließen, würde er sich Gedanken über die Attraktivität des Angebots machen, anstatt sich über die Kunden zu beklagen. "Doch so weit denken wir in der Schule oft nicht", beklagte Schleicher.

2 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Michael Stanzer, am 24.04.2008, 20:07

"mädchen/frauen wissen zwar wie man ein rad wechselt, männer/jungen hingegen können es" - was kann man aus diesem beispiel lernen?"

nun, die gründe warum das deutsche bildungswesen unreformierbar ist, sind leicht erklärt: alles im schulalltag läuft nach "schema F", alles ist kategorisiert und irgendwie schubladisiert bis ins letzte detail, der stoff, das denken und handeln der schüler, lehrer, eltern usw... zu guter letzt wird dann noch alles was beziehungsarbeit ist ausgelagert oder überhaupt abgeschoben...

zurück zum lehren und lernen: dieses "schema F" lernen landet nur im kurzzeitgedächtnis, was aber, wie wir von der neuropädagogik wissen, über den prüfungstag hinaus keinen bestand haben kann - diese methode kommt also nur denen entgegen die talentiert sind, alle andere fallen durch den rost - deutschland ist zwar das land der gehirnforscher, doch finden deren erkenntnisse kaum eingang in den schulalltag - man würde sonst wissen, dass nur ein holistisches lernen auf grund unserer genetischen disposition den weg ins langzeitgedächtnis schafft und deshalb kompetenzorientiert ist und nur dieses im rahmen des lebenslangen lernen dem erfolgreichen problemlösen dienen kann bleibt rundum leider unberücksichtigt -

dass genau dieses pauker-system zu einer historischen epoche, die man vielleicht einmal "Hartz4" nennen wird, geführt hat, sei in diesem zusammenhang nicht unerwähnt

von Günter Hartkorn Dipl.-Ing FH ( Selbstlernberater ), am 25.04.2008, 02:59

An der Schule könnte man ein Selbstlernzentrum einrichten, in dem man mit einer speziellen Selbstlernsoftware selbstentdeckend lernen kann.

Im Saarland sind bereits drei solcher Lernzentren,zur Zeit noch im außerschulichen Bereich, für Schüler und Erwachsne eingerichtet.

Hier kann sich der Schüler den Lernstoff Selbstgesteuert,und ohne Zeitdruck entsprechend seiner persöhnlichen Aufnahmefähigkeit aneignen

Hierfür wurden spezielle PC-Arbeitsplätze eingerichtet.


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