Haben "Zappelphilipp-Kinder" andere Gehirnströme?
ADHS-Studie des Universitätsklinikums Heidelberg
Mehr zu: ADHS, Deutschland, Sonderthemen(redaktion/idw) Rund drei bis fünf Prozent der Kinder in Deutschland leiden an ADHS, Jungen sind drei- bis neunmal häufiger betroffen als Mädchen. Im Rahmen einer Studie wollen Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg jetzt den Ursachen und Zusammenhängen des Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndroms auf den Grund gehen.
Die Kinder haben Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, sind unruhig und lassen sich leicht ablenken. Seelische, soziale und schulisch-berufliche Probleme sowie Folgeerkrankungen wie Depressionen können für die betroffenen Kinder und Familien die Folge sein.
Bislang ist noch nicht vollständig erforscht, wie die Krankheit entsteht. Aktuelle Ergebnisse internationaler Studien liefern aber erste Hinweise darauf, dass das motorische System der Kinder, also die Steuerung von Bewegungen und Muskelaktivität durch das Nervensystem, betroffen ist. Die Folge ist ein erhöhter Bewegungsdrang. Mit Hilfe von EEG-Untersuchungen möchten die Heidelberger Forscher unter Leitung von Professor Dr. Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, nun untersuchen, ob es Unterschiede in den Gehirnströmen von hyperaktiven und gesunden Kindern gibt. "Dies könnte bedeuten, dass bei hyperaktiven Kindern eine geringere Erregung ausreicht, um eine Bewegung auszulösen", erklärt Professor Dr. Franz Resch.
Die Untersuchung setzt sich aus einem Test (IQ-Test, ADHS-Ausschluss etc.) und der eigentlichen EEG-Messung zusammen, die mehrere Hirnstrom-Aufzeichnungen beinhaltet und mit Pausen insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden dauert. "Wenn wir die Mechanismen von ADHS genauer verstehen, können wir auch effizientere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entwickeln", erklärt Professor Dr. Resch.
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