Schule in NRW: Bestnote oder mangelhaft?
IW-Studie lobt - Schüler und Lehrer kritisieren
Mehr zu: Auszeichnungen, Bildung in Zahlen, Bildungsberichte, Bildungsstandards, Hausaufgaben, Nordrhein-Westfalen, Schülervertretung, Schulgesetz, Zentralabitur, Schule(redaktion) Während Lehrer und Schüler die nordrhein-westfälische Schulpolitik gegenwärtig heftig angehen, wurde heute Barbara Sommer, der Kultusministerin des Landes, die beste Schulpolitik in Deutschland bescheinigt. Und zwar von der arbeitgebernahen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft".
Die Initiative hatte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Studie "Politik-Check Schule" in Auftrag gegeben. Den Ergebnissen zufolge, so heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative, habe der PISA-Schock Wirkung gezeigt. Alle 16 Landesregierungen hätten - wenn auch in unterschiedlichem Tempo - ihre Schulgesetze und ihre Schulpolitik modernisiert.
Gemessen wurden in der Studie die "schulpolitischen Verbesserungen", die die Landesregierungen in ihren Schulgesetzen verankert haben. Dazu zählte unter anderem die Umsetzung der Bildungsstandards, die Einführung von Schulinspektionen und Vergleichsarbeiten, die Förderung der Selbstständigkeit der Schulen, die Einforderung von Schulprogrammen oder die Einführung von Ganztagsschulen.
Nordrhein-Westfalen sei Spitzenreiter einer Gruppe von fünf Bundesländern, die diese schulpolitischen Hausaufgaben besonders gut erledigt hätten, so die Studie. IW-Direktor Professor Michael Hüther präsentierte die Ergebnisse heute in Berlin in Anwesenheit der nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara Sommer.
Die muss sich allerdings morgen einer ganz anderen Begutachtung ihrer Schulpolitik stellen. Im Landtagsausschuss für Schule und Weiterbildung geht es nämlich unter anderem um die Erfahrungen mit dem Zentralabitur 2008. Die Landesschülervertretung NRW hat die betroffenen Abiturienten aufgefordert, an der Sitzung teilzunehmen.
Das Zentralabitur war in diesem Jahr zum einen wegen erneuter Fehler in die Kritik geraten, Zum anderen kritisierten Lehrer, Schüler und Verbände aber auch, dass die Klausuren in einzelnen Fächern zu schwer oder verwirrend gewesen seien und die Punkteverteilung nicht immer hätte nachvollzogen werden können. Selbst der Philologenverband wählte deutliche Worte: Man müsse 2008 von einer großen Zahl handwerklicher Fehler ausgehen. Die IW-Studie hingegen nennt unter dem Punkt "zentrale Prüfungen" als Spitzenreiter die Länder Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
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