(redaktion/pm) Immer häufiger fahren Eltern ihren Nachwuchs mit dem Auto bis vor die Schultüre. Solche Bring- und Holfahrten gefährden einerseits andere Kinder durch riskante Manöver auf Fußgängerstreifen und Trottoirs und schränken andererseits die persönliche und soziale Entwicklung der chauffierten Kinder ein. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz setzt sich jetzt in seiner Kampagne "Zu Fuß zur Schule" dafür ein, dass Kinder den Schulweg möglichst aus eigener Kraft zurücklegen.
Polizei, Psychologen und Pädagogen sind sich einig: Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, erweisen dem Nachwuchs einen Bärendienst. Auch die Lehrer bemerken die markante Zunahme der Elterntaxis.
Eine Untersuchung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel belegt, dass in gewissen Gegenden bereits mehr als zehn Prozent der Kinder regelmäßig mit dem Elterntaxi zur Schule gefahren werden. In zentrumsnahen Gebieten und einkommensstarken Gemeinden wie beispielsweise der Zürcher Goldküste sind es sogar bis zu einem Drittel. Je mehr Autos in einem Haushalt zur Verfügung stehen, desto häufiger werden die Kinder chauffiert.
"Kinder, die nicht frühzeitig lernen sich sicher im Verkehr zu verhalten, tragen ein größeres Risiko auf Freizeitwegen zu verunfallen" erklärt Christine Steinmann vom VCS.
Aus Umfragen bei Eltern geht hervor, dass nicht die Länge des Schulweges ausschlaggebend ist, ob das Kind chauffiert wird oder nicht. Auswertungen des Mikrozensus ergeben, dass zwei Drittel der Primarschulwege kürzer als ein Kilometer sind. Als Gründe für die Taxidienste werden unter anderen erwähnt: Bequemlichkeit; Unbekümmertheit oder der Gedanke, etwas Gutes für das Kind zu tun.
Heute startete der VCS seine mehrjährige Kampagne "Zu Fuß zur Schule", die sich an Eltern von fünf- bis siebenjährigen Kindern richtet. Ziel ist es, den Eltern aufzuzeigen, welche positiven Auswirkungen das Zufußgehen hat und welche Nachteile die Elterntaxis mit sich bringen: