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Wikipedia aktiv gegen Atomgegner?

Befürworter des Atomstroms sollen Wikipedia-Autoren für Öffentlichkeitsarbeit und Arbeit an Schulen organisieren / heute.de fragt nach der Neutralität der Enzyklopädie in Sachen Kernenergie

02.07.2008

(redaktion/heute.de) "Unterwandert die Atomlobby das freie Online-Magazin Wikipedia?" wird im online-Chanel des ZDF-Nachrichtenmagazins heute gefragt unter Hinweis auf Erfahrungen des BUND Freiburg. Wikipedianer dagegen verteidigen das beharrliche Löschen von Links zu kritischen Webseiten als Ringen um Inhalte.

Links auf kritische Seiten wurden gelöscht

Das, so heute.de, sieht der BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein mit Sitz in Freiburg anders und liefert ein Indiz: "Weblinks, die in Wikipedia-Artikeln zum Thema Kernkraft auf die atomkritischen Webseiten des BUND Freiburg verwiesen, wurden regelmäßig gelöscht."

Verwundert waren die Freiburger umso mehr, als in den betreffenden Artikeln die Links zu den Webseiten der AKW-Betreiber unverändert blieben – eine ausgleichende Verlinkung also nicht möglich war.

Eine Neutralität verlinkter Seiten sei auch nicht zwingend geboten, erklärte dazu Mathias Schindler vom Wikimedia Presse-Team gegenüber heute.de, allerdings müsse durch den Link ein "inhaltlicher Mehrwert zu einem Thema" beigesteuert werden. Und genau diesen "spezifischen inhaltlichen Mehrwert" habe man bei den Seiten, zu denen die Links gelöscht wurden, nicht erkennen können.

Aus Steuermitteln bezahlte Autoren unerwünscht, wenn sie kritisch sind?

Inzwischen, so heute.de weiter, würden die Freiburger BUND-Seiten bei der Wikipedia sogar auf einer schwarzen Liste stehen. Schindler vom Wikimedia Presse-Team verteidigt diese Maßnahme, weil der BUND durch sein massenhaftes Verlinken gegen das Regelwerk der Wikipedia verstoßen habe. Damit aber nicht genug, denn der BUND soll einen Zivi mit der Durchführung der Verlinkungen beauftragt haben. Grund genug für den Wikimedia-Sprecher, den Sachverhalt von staatlicher Stelle regeln zu lassen: "Da ich davon ausgehe, dass es nicht in den Aufgabenbereich eines aus Steuermitteln geförderten Zivildienstleistenden fällt, sich in einem Netzlexikon solche edit-wars zu liefern, habe ich den Sachverhalt dem Bundesamt für den Zivildienst (BAZ) mitgeteilt und um ein Einschreiten gebeten", so Schindler gegenüber heute.de.

Mittels Wikipedia in die Köpfe der Schüler

Weiter berichtet heute.de von einer Tagung der in Berlin ansässigen Kerntechnischen Gesellschaft. Deren Fachgruppe "Nutzen der Kerntechnik" habe sich auf ihrer 17. Tagung in Merseburg am 22. April letzten Jahres intensiv beschäftigt mit dem Thema "Wikipedia. Öffentlichkeitsarbeit und Arbeit an Schulen". Bereits sieben Monate später habe man auf der nächsten Fachgruppensitzung Mitte November 2007 Vollzug melden können und im Protokoll der 18. Tagung der Fachgruppe "Nutzen der Kerntechnik" vermerkt: "Zahlreiche Mitglieder der Fachgruppe engagieren sich auch als Autoren bzw. Korrektoren bei www.wikipedia.de."

www.heute.de/ZDFheute/inhalt/8/0,3672,7261448,00.html


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