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Europäisches Lehrertraining gegen Schulverweigerung

Onlinebefragung der EU soll Grundlagen schaffen

Mehr zu: E-Learning, Europa, Internationaler Austausch, Lehrerbildung, Prävention, Schulverweigerer, Training, Schule
14.07.2008 -

(redaktion/pm) Schulverweigerung ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis eines langsamen Prozesses, der oftmals schon in der Grundschule beginnt. Rückblickend stimmen die meisten Lehrkräfte darin überein, dass es Warnsignale gab - erste Anzeichen für Schulverweigerung, für Schulmüdigkeit und dass man schon "damals hätte eingreifen sollen". Europaweit soll dafür jetzt ein spezielles Trainingsprogramm für Lehrer entwickelt werden, damit sie präventiv gegen Schulverweigerung und Schulabbruch tätig werden können.

Warum bleiben Schülerinnen und Schüler der Schule fern? Was führt zu Schulmüdigkeit? Wie begegnen Lehrkräfte dem Schwänzen und was ist zu tun bei Schulverweigerung? Diese und ähnliche Fragen sind Gegenstand einer Onlinebefragung von Lehrkräften, die am 2. Juli 2008 im Rahmen des EU- Projekts "School Inclusion" startet.

Mit diesem Projekt macht sich die Europäische Kommission die Prävention von Schulabsentismus zur Aufgabe. Projektpartner aus fünf Ländern haben sich vorgenommen, in zwei Jahren ein Online-Trainingsprogramm für Lehrkräfte zu entwickeln. In einem e-Learning Kurs mit fünf Modulen soll europaweit Handwerkszeug zur Verfügung gestellt werden, um der Schulverweigerung präventiv zu begegnen.

Die Ergebnisse der Befragung sind Grundlage eines Trainingspakets zur Prävention von Schulmüdigkeit und Schulabbruch. Da Lehrkräfte Experten für die Zielgruppe und das Thema sind, sollen ihre Erfahrungen, Ideen, Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Befragung wird unter www.unipark.de durchgeführt.

3 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Christiane Hoepner, am 15.08.2008, 23:13

Solange es in D zu viele GrundschullehrerInnen gibt, welche anhand Ihres Beispieles den Kindern die Freude am Lernen grundlegend austreiben, sind gerade Lehrer vermutlich NICHT die Experten, welche zur Ergreifung präventiver Maßnahmen geschult werden sollten - das Geld ist anders besser investiert. Demotivierede Lehrkräfte insbesondere in den Grundschulklassen sollten präventiv ERSETZT werden durch solche LehrerInnen, welche hochmotivierten Grundschülern - und wenn mal mal die leuchtenden Gesichter und den Stolz bei de EInschulung beobachtet sind das ALLE Kinder! - NICHT die Freude am Lernen und Schule nehmen, sondern sie darin durch positives Vorbild bestärken und fördern.

Es sind nicht die Kinder, welche Probleme bereiten - es sind die Alten, welche nie gelernt haben was Freude am Lernen und lebenslanges Lernen bedeutet, und dieses beratungsresistent auf die übernächste Generation übertragen. Davon gibt es leider immer noch viel zu viele im deutschen Schuldienst. Da helfen keine Teilnahmen an freundlichen Programmen - die Lehrerschaft muss schlichtweg nach qualitiven Maßstäben und menschlich-persönlichen Eignungen wesentlich gezielter selektiert werden.

von Sabine Kiefner, am 18.08.2008, 19:45

Tja, Herr Hoepner, ich stimme Ihnen zwar in allen Punkten zu, aber genau das Gegenteil wird gerade einmal wieder praktiziert. Da wird eine hochmotivierte und engagierte Lehrerin zwangsversetzt, weil die Kinder durch ihre Unterrichtsmethoden zu gute Noten schrieben und einfach einmal Spaß am Unterricht hatten. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn Kinder plötzlich mit Freude und Erfolg lernen dürften?

Das muss gleich im Keim erstickt werden, bevor Eltern bundesweit auf die Idee kämen, einen solchen Unterricht auch für ihre Kinder zu fordern.

Solange solche Dinge passieren und Schulbehörden da keinen Riegel vorgesetzt bekommen, bzw. ihr Verhalten revidieren müssen, glaube ich nicht daran, dass Schulbehörden und Politiker wirklich ernsthaft daran interessiert sind, Problemen wie der Schulverweigerung auf den Grund zu gehen und diese langfristig zu beseitigen.

von R. Mohr, am 09.09.2008, 20:20

In den jungen Jahren liegt der Grund der Schulmüdigkeit in der frühen Auslese der Schüler für das dreigliedrige Schulsystem. Das deutsche Schulsystem ist ein punitives und kein förderndes System - gute Leistungen werden selbstverständlich hingenommen, schlechte werden sanktionniert und es wird keine Hilfe zur Besserung angeboten.

Später bleiben die Schüler der Schule fern, weil die Stundenpläne sich mehr nach Schulbetrieb und Lehrerwünsche richten als nach pädagogischen Gesichtspunkte. So kommt zum Beispiel ein Stundenplan zustande, in dem an einem Tag die 3., 7. und 10. 11. Stunde unterrichtet wird aber alle Stunden dazwischen hohl sind. Die Versuchung für Schüler, die am Tag davor und am Tag danach 11 Stunden Unterricht haben, die eine oder andere Stunde zu schwänzen um dann noch die Hohlstunden zu sparen ist verständlich und nachvollziehbar.


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