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Berufsbildungs-PISA: Testmethoden werden entwickelt

Internationaler Vergleich in vier exemplarischen Berufen

Mehr zu: Bildungsbericht, Deutschland, PISA (Studie), Schavan, Statistik, Hochschule, Berufliche Bildung
18.07.2008 -

(redaktion/pm) Auch die Qualität beruflicher Bildung in Deutschland soll in einem internationalen Vergleich auf den Prüfstand gestellt werden: Wissenschaftler der Universität Göttingen entwickeln und überprüfen dazu Testmethoden, die eine Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der kaufmännischen Ausbildung erfassen und abbilden sollen. Ihre Forschungsergebnisse sollen zeigen, ob sich ein Berufsbildungs-PISA mit Hilfe derartiger "Messinstrumente" überhaupt realisieren lässt.

Der internationale Vergleich der beruflichen Bildung soll in vier exemplarischen Berufen durchgeführt werden und dabei nicht nur arbeitsplatzrelevante Fähigkeiten abbilden, sondern auch zu einer Qualitätssicherung beitragen und die Durchlässigkeit zwischen den nationalen Bildungssystemen fördern. Experten erarbeiten derzeit Anlage und Methodik der Studie. In diesem Zusammenhang entwickeln die Göttinger Wissenschaftler für das Berufsbild der Industriekaufleute betriebliche Simulationsverfahren, die auf der Basis unternehmensinterner Arbeits- und Geschäftsprozesse eine Erfassung beruflicher Handlungskompetenz ermöglichen sollen. Die Forscher konstruieren dazu Testaufgaben mit dem Ziel, reale Arbeitsvorgänge so abzubilden, dass sich die über das deutsche Berufsausbildungssystem zu vermittelnden Kompetenzen umfassend und detailgenau darstellen lassen.

"Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, den Praxisbezug herauszustellen, denn darin liegt im internationalen Vergleich ein deutlicher Vorteil der dualen Ausbildung", erläutert Projektleiterin Dr. Esther Winther. Insgesamt entstehen drei unterschiedlich ausgerichtete Simulationen; anhand von jeweils sieben bis acht Testaufgaben werden die Forscher überprüfen, ob sich mit diesen Verfahren die Erfüllung betrieblicher Anforderungen am Arbeitsplatz erfolgreich simulieren lässt. Zugrunde gelegt wird dabei ein theoretisches Kompetenzmodell, mit dem sich die Ausprägung der Kompetenzen bei den Auszubildenden mit Hilfe von Verstehens- und Handlungsmustern differenziert analysieren lässt. "Unsere Forschungsergebnisse werden ausschlaggebend dafür sein, auf welche Art und Weise ein Berufsbildungs-PISA umgesetzt werden kann", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Frank Achtenhagen.

Für die zehnmonatigen Arbeiten an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel in Höhe von mehr als 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bundesbildungsministerin Annette Schavan hatte im vergangenen JAhr auf der EU-Berufsbildungskonferenz in München vorgeschlagen, internationale Leistungsvergleiche zu den Berufsbildungssystemen durchzuführen.

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