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Hauptschule: "Verstärkungsfaktor" für Jugendgewalt

Neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen

23.07.2008

(redaktion) Als probates Mittel gegen Jugendgewalt empfiehlt der Hannoveraner Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer den Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland. Außerdem, so erklärte Pfeiffer gestern bei der Vorstellung einer neuen Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, hätte sich die Hauptschule zu einem "eigenständigen Verstärkungsfaktor" der Jugendgewalt entwickelt.

In einem Langzeitvergleich der Städte Hannover und München zur Jugendkriminalität hat die niedersächsische Landeshauptstadt laut Studie deutlich besser abgeschnitten - auch im Hinblick auf Migranten, erklärte Pfeiffer. So sei bei türkischen Jugendlichen der Anteil derer, die in Befragungen mehr als fünf Straftaten eingestanden, von 15,3 Prozent im Jahr 1998 auf 7,2 Prozent im Jahr 2005 gesunken. Im gleichen Zeitraum sei die Quote der Hauptschüler von 47,1 auf 32,5 Prozent zurückgegangen. Immer mehr türkische Eltern entschieden sich gegen die Empfehlung der Grundschullehrer, ihre Söhne auf die Hauptschule zu schicken und meldeten sie stattdessen bei Gymnasien, Real- und Gesamtschulen an.

In München dagegen besuchten 61,4 Prozent der türkischen Neuntklässler eine Hauptschule. Dort stieg die Mehrfachtäterquote von 6 auf 12,4 Prozent. In Bayern müssen die Eltern der Schulempfehlung der Grundschule folgen.


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