(redaktion) Die Menge der Unterrichtsstunden steht offensichtlich in einem engen Zusammenhang mit der Rangfolge bei den PISA-Untersuchungen. Das hat jetzt eine Studie der TU München festgestellt. Die Anzahl der Unterrichtsstunden wirke sich "klar und deutlich" auf die PISA-Rangfolge aus, erklärte der Bildungsökonom Dr. Bernd Süßmuth im Deutschlandradio Kultur über die neue Studie, die er zusammen mit Carolin Amann und Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker erarbeitet hat.
In ihrer Studie haben die Münchner Wissenschaftler nicht nur die Stundenzahl in den 9. Klassen (die ja Gegenstand der PISA-Untersuchung waren) verglichen, sondern das Unterrichtsangebot über mehrere Schuljahre hinweg. Und zwar in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch.
Die Unterschiede in den Stundentafeln zwischen den 16 Bundesländern seien überraschend groß gewesen, erläuterte Süßmuth in dem Interview: "Wenn Sie beispielsweise die Gesamtstundenzahlen in Thüringen vergleichen mit denen in Berlin, dann ist es so, dass die Berliner Gymnasiasten im Schnitt 1000 Schulstunden, betrachtet über alle Fächer, weniger hören als ihre thüringischen Gymnasiastenkollegen." Dies habe einen signifikanten Effekt auf die PISA-Rangfolge.
Nach den Ergebnissen der Studie ergebe sich schon bei einer Mathematikstunde von 60 Minuten weniger pro Woche eine Verschlechterung um drei Ränge innerhalb der PISA-Bewertung zwischen den verschiedenen Bundesländern, betonte Süßmuth.