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Deutschland: Zu wenig Geld für die Bildung

OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" vorgestellt

Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungsbericht, Deutschland, Internationaler Austausch, OECD-Studie "Bildung auf einen Blick", Schülerzahlen, Statistik, Studierendenzahlen, Hochschule, Sonderthemen, Schule
09.09.2008 -

(redaktion) Deutschland investiert zu wenig Geld in die Bildung. Dies geht aus der diesjährigen Studie "Bildung auf einen Blick" hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) heute in Berlin vorgestellt hat. Im Jahr 2005 hat Deutschland demnach 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Finanzierung seiner Bildungsinstitutionen ausgegeben, während es im OECD-Schnitt 6,1 Prozent waren. Deutschland liegt damit auf Platz 23. Besonders sparsam zeigt sich Deutschland offensichtlich im Primarbereich. Hier liegen nämlich die Ausgaben unter dem OECD-Schnitt, während sie im Tertiärbereich und - bedingt durch das Duale System - im Sekundarbereich über dem OECD-Schnitt rangieren.

Tatsächlich sind die Ausgaben pro Schüler in Deutschland zwischen 2000 und 2005 um zwei Prozent leicht gestiegen. Abgesehen von Belgien, wo die Ausgaben pro Schüler in diesem Zeitraum schrumpften, war dies allerdings der geringste Anstieg innerhalb der OECD. Er kam auch nur deshalb zustande, weil die Ausgaben langsamer zurückgingen als die Schülerzahlen. In der tertiären Bildung sind die Ausgaben zwischen 2000 und 2005 in Deutschland zwar um 6 Prozent gestiegen, konnten aber mit den gestiegenen Studierendenzahlen nicht mithalten. Die Folge: Die Ausgaben pro Studierenden sind im gleichen Zeitraum um zwei Prozent gesunken. Sinkende Ausgaben pro Student hatten innerhalb der OECD nur die Länder Belgien, Ungarn, Niederlande und Schweden zu verzeichnen. Allerdings mussten diese Länder mit Ausnahme von Belgien einen weit größeren Anstieg bei den Studierendenzahlen bewältigen.

Der Anteil der Studienanfänger wie auch der Graduierten je Jahrgang ist in den meisten OECD-Ländern in den vergangen Jahren schneller gewachsen als in Deutschland - und das von einem deutlich höheren Niveau. So ist der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen je Jahrgang in Deutschland von 2000 bis 2006 von 18 auf 21 Prozent gestiegen. Im OECD-Schnitt wuchs der Graduiertenanteil je Jahrgang im gleichen Zeitraum dagegen von 28 auf 37 Prozent.

Innerhalb der öffentlichen Ausgaben insgesamt ist der Anteil der Bildungsausgaben in Deutschland sogar gesunken: von 9,9 auf 9,7 Prozent. Zum Vergleich: Im OECD-Mittel stieg der Anteil der Bildungsausgaben zwischen 2000 und 2005 von 12,8 auf 13,2 Prozent der Gesamtausgaben der öffentlichen Hand.

Gesamtbericht, Grafiken und weitere Informationen sind auf der Internetseite unter www.oecd.org/de/bildungaufeinenblick zu finden.

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