Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 08.02.2012, 17:28
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken_bw
  • Email_go_bw

Legasthenie durch Gentest frühzeitig erkennen

DNA-Analyse für rechtzeitige Förderung

Mehr zu: Forschung, Frühe Förderung, Handikap, Legasthenie, Sprachentwicklung, Hochschule, Kindergarten / Vorschule
01.10.2008 -

(redaktion/idw) Buchstaben werden verdreht, einzelne Silben weggelassen - etwa vier Prozent der Deutschen sind Legastheniker. Forscher arbeiten daran, die verantwortlichen Gene aufzuspüren und einen Gentest zu entwickeln. So könnten bereits Kleinkinder gezielt gefördert werden. Arndt Wilcke, Wissenschaftler am Fraunhofer- Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig entwickelt eine Methode zur frühzeitigen Erkennung der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.

Shcule? Schuule? Oder doch Schuhle? Aller Anfang ist schwer, das gilt auch beim Lesen- und Schreibenlernen. Bei den meisten Kindern legen sich anfängliche Buchstabendreher und andere unsystematische Fehler recht schnell. Doch etwa vier Prozent der deutschen Schulkinder kämpfen weiterhin mit dem geschriebenen Wort. Wo liegt die Ursache für eine solche Lese-Rechtschreibschwäche oder auch Legasthenie? "Die Legasthenie hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Sie scheint zum größten Teil genetisch bedingt zu sein, wie Zwillingsstudien gezeigt haben", erklärt Arndt Wilcke, Wissenschaftler am Fraunhofer- Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig. Hilfe verspricht eine spezielle Förderung der Kinder: So gibt es etwa in Sachsen Schulklassen für Legastheniker - sie setzen ab dem dritten Schuljahr an. Üblicherweise fällt diese Schwäche erst dann auf, wenn die Kinder sechs bis acht Jahre alt sind und Lesen und Schreiben lernen. Der Großteil der Sprachentwicklung ist dann jedoch bereits abgeschlossen. Generell gilt: Je früher die Veranlagung zur Legasthenie erkannt wird, desto höher sind die Erfolgschancen einer Förderung. Werden betroffene Kinder bereits im Kindergartenalter gezielt gefördert, lernen sie meist gut Lesen und Schreiben.

Die Forscher am IZI wollen die Früherkennung von Legasthenie nun verbessern. "Wir versuchen herauszufinden, welche Gene die Lese- Rechtschreibschwäche hervorrufen. Eine Veranlagung zur Legasthenie könnte man dann durch einen genetischen Test feststellen und betroffene Kinder bereits im Kleinkindalter entsprechend fördern", sagt Wilcke. Doch wie wollen die Wissenschaftler die verantwortlichen Gene finden? "Wir nehmen Speichelproben von Kindern, die eine Lese- Rechtschreibschwäche haben, extrahieren die DNA und vergleichen bestimmte Gene mit denen nicht betroffener Kinder. Gibt es signifikante Unterschiede? Wenn ja, ist das ein erster Hinweis, dass dieses Gen bei der Ausbildung der Legasthenie eine Rolle spielen könnte", erklärt Wilcke. Die Hypothese, die die IZI-Forscher aufgestellt haben: In der Zeit, in der sich beim Embryo das Gehirn entwickelt, wandern die Nervenzellen an die für sie vorgesehenen Stellen - gesteuert von Genen. Sind diese fehlerhaft, wandern die Nervenzellen nicht weit genug oder an die falschen Stellen. Hier könnte ein Grund für die Legasthenie liegen. Hinweise auf Gene, die für die Legasthenie verantwortlich sind, liegen bereits vor. Die ersten Schritte zum Gentest sind also gemacht. Bis ein solcher Test allerdings einsatzbereit ist, wird noch einige Zeit vergehen - mindestens fünf Jahre hält Wilcke für durchaus realistisch.

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

7666e7dea302627f5c59a23b6c57afbc94fcdf82
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Schule

"Ein Kind mit Lernschwierigkeiten gehört auf eine Regelschule"

08.02.2012. (red) Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Deutschland ein Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geschaffen. Aber der Ausbau inklusiver Bildungsangebote kommt in Deutschland nur schleppend voran. Von den 485.000 Schülern mit sonderpädagogischem ...

Sonderthemen

Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Links zum Artikel
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung