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"Der Ein-Bildungsgipfel"

Presseschau zum Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 in Dresden

Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungsgipfel, Bildungswesen, Bundestagswahl, Deutschland, Föderalismus, Sonderthemen
23.10.2008 -

(redaktion) Das Ziel war hoch gesteckt: Die Kanzlerin lädt zum Gipfeltreffen, auf dem die nächsten Schritte der Bundes- hin zur Bildungsrepublik vereinbart werden sollen. Bildungsakteure hatten allerdings bereits im Vorfeld vor einem "symbolischen Akt" und "freundlichen Appellen" gewarnt. bildungsklick.de fasst hier Presse-Reaktionen auf den 2-Stunden-Gipfel zusammen.

"Bildungsgipfel endet mit Bund-Länder-Blockade" titelt welt.de und weiter: "Die Sachfragen, an denen sich der unlösbare Dissens festmachte, erscheinen gemessen an den hohen Erwartungen an den Bildungsgipfel kleinlich."

Die Financial Times Deutschland notiert, Merkel habe den Bildungsgipfel auf 2015 vertagt: "Bund und Länder haben die Entscheidung über die Finanzierung ihrer Bildungspläne auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben. Frühestens in sieben Jahren sollen zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung investiert werden."
Weiter berichtet FTD von "Viel Kritik am Bildungsgipfel": "Als 'Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet' - so und ähnlich kommentieren Teilnehmer das Gipfeltreffen, mit dem Bundeskanzlerin Merkel den Weg in die "Bildungsrepublik" gehen wollte. Zufrieden zeigt sich nur die CDU."

Von einem fehlgeschlagenen Showgipfel berichtet die Schwäbische Zeitung in ihrem Leitartikel: "Selbst auf der abschließenden Pressekonferenz wurde weitergestritten: Der Bildungsgipfel in Dresden hat vereinbart, die Mittel für Bildung aufzustocken, aber sich nicht geeinigt, wer das zahlen soll. Peinlich."

Enttäuschung auch bei der Frankfurter Rundschau: "Gemessen an den hochgeschraubten Erwartungen, die Angela Merkel selbst kräftig geschürt hat, sind die Dresdner Ergebnisse mehr als mager. Ein umfassender Rettungsplan für die Bildung hätte daraus werden können, stattdessen wirft man Kindergärten, Schulen und Hochschulen kleine Rettungsringe zu. Ob und wie sie sicher ans Ufer kommen, bleibt ihnen überlassen."

Mit Häme spricht die Netzeitung vom "Ein-Bildungsgipfel": "Da die Lösung der Probleme nun erneut vertagt ist, hat sich jetzt aber auch die Bundeskanzlerin einen Teil der Schuld zuzuschreiben. Indem sie Bildung im Alleingang zur Chefsache machte, brachte sie die Länder gegen sich auf, statt sie an die Hand zu nehmen. Insofern hat der Bildungsgipfel eines gebracht: Die Verantwortung für die Misere ist nun breiter verteilt."

Ein leeres Rettungspaket macht die Passauer Neue Presse aus: "Bund und Länder haben beim Gipfel Milliardenausgaben für die Bildung beschlossen. Ob und wie die Pläne umgesetzt werden, ist jedoch fraglich."

"Der Bildungs-Flop" wird von der Rheinischen Post so kommentiert: "Der Bildungsgipfel war ein Flop. Er hat verfestigt, was er eigentlich überwinden sollte: die Eifersüchteleien zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. Der Bund hat die Länder an einen Tisch gebeten, was diese in der Bildungspolitik bereits als Einmischung verstehen."

Die Braunschweiger Zeitung ordnet den Gipfel als zumindest lehrreich für die Initiatorin ein: "Schade, ein Erfolg war dieser Gipfel trotz mancher Fortschritte nicht. Bitter für die Bildungspolitik. Und eine Lehre für Merkel: Die Unions-Ministerpräsidenten haben sie mit Bedacht auflaufen lassen. Das gab es so noch nie."

Die Berliner Morgenpost nimmt auch Notiz vom alternativen Gegengipfel, der fast unbeachtet geblieben sei: "Der 'Alternative Bildungsgipfel' wende sich gegen dieses Treffen, weil es 'hinter verschlossenen Türen' stattfinde, kritisiert Mitorganisatorin Johanna Völker vom Studentenrat Leipzig. Daher habe man den Gegengipfel auch in die Innenstadt gelegt, um dort offen mit den Bürgern über Bildung zu diskutieren."

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Christian Maxen, am 26.10.2008, 11:21

In unterschiedlichen Bereichen hinkt Politik aktuellen Entwicklungen hinterher.

Bei der Bildung wird das im Besonderen deutlich, wenn einfachste Widersprüche, wie die 1972 benannte "Grenzen des Wachsums" gegenüber systemimmanentem "notwendigen Wachstum" schlichtweg ignoriert werden.

Ob der Einfachheit der Zusammenhänge kann nur unterstellt werden, dass wider besseren Wissens Politik betrieben wird. Diese Verhalten prägen die Verhältnisse bis zur Gletscherschmelze.

Die unverantwortbare Einmischung und die Folgen für unser aller gemeinschaftlichen Verhältnisse -ob in Schule oder bei unseren öffentlichen Kassen- sind in einem Maße offsichtlich, dass vor der böswilligen Dramatisierung -ja- mutwillig Zerstörung

gesamtgesellschaftlich notwendiger Zusammenhänge gewarnt werden muss.

Die gezielten Verhalten Einiger weniger stellen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und die innere und irdische Sicherheit dar.

Gehen Sie in die Schulen, begeben Sie Sich sofort dorthin, und bringen Sie sich mit all'Ihren ureigenen Qualitäten ein.

Mehr gibt es nicht zu tun.

Alles Gute ist Liebe

Christian


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