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Kindergarten und Grundschule: Männer gesucht

Gleichstellungsminister: Chancengleichheit für Jungen und Mädchen

25.10.2008

(redaktion/PM) Mehr männliche Bezugspersonen in Kindergärten und Grundschulen haben die Gleichstellungs- und Frauenministerinnen der Länder gefordert. Auf der 18. Gleichstellungsministerkonferenz (GFMK ) in Karlsruhe vereinbarten sie eine intensive Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz.

Sie waren sich darin einig, in Erziehung, Bildung und Ausbildung als durchgängiges Leitprinzip einen geschlechtersensiblen Ansatz zu verfolgen. Ziel sei ein "Mehr" an Chancengerechtigkeit für Mädchen und Jungen, Frauen und Männer zu erreichen. Schließlich habe der Bildungsbericht 2008 erneut im Bildungs- und Ausbildungsbereich deutliche geschlechterspezifische Ungleichheiten aufgezeigt.

Eine wichtige Rolle in der Diskussion nahm die Aus-, Fort- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften ein. Sowohl im vorschulischen als auch im schulischen Bereich müssen, so lautet eine Forderung, die Grundsätze einer geschlechtersensiblen Pädagogik berücksichtigt werden. In der beruflichen Bildung sehen die Politiker ebenfalls deutlichen Handlungsbedarf: "Bildungsmaßnahmen zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen insbesondere auf naturwissenschaftlich-technische Berufe, aber auch von Jungen auf erzieherisch-pädagogische Berufe sind angesichts des drohenden Fachkräftemangels dringend auszubauen. Unser Ziel ist es, Chancengleichheit bei Jungen und Mädchen und individuelle Förderung von Talenten zu erreichen."

Die Konferenzteilnehmer halten es für erforderlich, dass Mädchen und Jungen bereits in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen weiblichen und männlichen Bezugspersonen beziehungsweise Lehrkräften begegnen. Laut Statistik sind in Kindergärten und Kindertagesstätten 97 Prozent der Fachkräfte weiblich, in der Grundschule sind es noch 86,3 Prozent. Die geschlechtsspezifischen Prägungen finden somit außerhalb der Familie sehr lange einseitig statt. Männliche Bezugspersonen, die in neuen Rollenbildern erfolgreich sind, fehlen zur Orientierung. Der zukünftig hohe zusätzliche Fachkräftebedarf in diesen Einrichtungen biete die Chance, wirkungsvolle Strategien zur Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte zu entwickeln, ohne Frauen aus diesen Berufsfeldern zu verdrängen.

"Im Ergebnis geht es uns bei allen Maßnahmen auf Länder- und Bundesebene darum, durch den neuen Ansatz der geschlechtersensiblen Pädagogik traditionellen Rollenverteilungen mit ihren nachteiligen Wirkungen auf die individuellen Bildungs- und Berufschancen entgegen zu wirken", fasste die Vorsitzende der Konferenz, die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz, die Ergebnisse der Länderberatung zusammen.


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