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Baden-Württemberg: Streit um Lehrerbeurteilung

Elternvertreterin will stärkere Kontrolle der Pädagogen

Mehr zu: Baden-Württemberg, Elternarbeit, Qualitätsstandards, Schulinspektion, Schule
28.10.2008 -

(redaktion) Protest von Lehrern und auch von Seiten des Ministeriums hat sich die baden-württembergische Vorsitzende des Landeselternbeirates, Christiane Staab, jetzt eingehandelt. Im SWR hatte die Elternvertreterin unter anderem eine stärkere Kontrolle der Lehrer gefordert. Nur so könne die Qualität des Unterrichts an den Schulen sichergestellt werden, erklärte sie.

Die jüngste Breitseite der Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab gegen die Lehrerschaft sei nicht das, was Schule voranbringe, monierte daraufhin der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Michael Gomolzig. Allgemeines Misstrauen und pauschale Vorwürfe seien die schlechteste Basis für gute Schulentwicklung.

Die Elternvertreterin hatte unter anderem erklärt, Eltern müssten immer mehr befürchten, dass ihren Kindern Nachteile entstünden, wenn sie sich über Lehrer beschwerten. "Damit wird jede Form von Zivilcourage abgetötet und es wird immer schwieriger, Elternvertreter zu finden", so Staab wörtlich.

Abhilfe könnten Fragebögen schaffen, die an Eltern und Schüler in jeder Schule ausgeteilt würden. Denn es könne nicht sein, dass ständig nur in einer Richtung Noten gegeben würden. In den Fragebögen sollten maximal zehn Kriterien abgefragt werden, etwa ob die Kinder gern zur Schule gehen, ob sie Nachhilfe erhalten und ob das Unterrichtstempo angemessen sei.

Wenn der Landeselternbeirat (LEB) nun noch mehr Kontrolle der Lehrer fordere, könnten Lehrer versucht sein, andersherum auch mehr Kontrolle der Eltern fordern, konterte der VBE. Lehrer könnten sich gleichfalls Fragebogen an Eltern vorstellen, die evaluieren, "ob Kinder nach einem ordentlichen Frühstück und mit einem gesunden Vesper zum Unterricht geschickt werden; ob Eltern kontrolliert haben, dass sich sämtliche benötigten Unterrichtsmaterialien und die Hausaufgaben im Schulranzen befinden".

Auch das Ministerium wies den Vorschlag der Elternvertreterin zurück. Das bisherige Verfahren der Evaluation an Schulen sähe die verbindliche Einbeziehung von Rückmeldungen durch Schüler und Eltern ausdrücklich vor. Als wenig hilfreich bezeichnete ein Sprecher verallgemeinernde Aussagen zur Kritikfähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern. "Pauschale Schuldzuweisungen tragen nicht zu einem gedeihlichen Zusammenwirken von Lehrkräften und Eltern bei."

6 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Es-ist-zum-kotzen, am 28.10.2008, 18:15

Sind jetzt alle durchgeknallt?

Leute sprecht miteinander, auf gleicher augenhöhe und organisiert eure begegnungen außerhalb der schule. feiert auch mal miteinander, anlässe gibts genug, beispielsweise einmal im monat den geburtstag aller (schüler, lehrer und eltern) - mach eine familie kann sich individuelle geburtstagsfeiern nicht mehr leisten, ihre kinder werden "krank" an den einladungsterminen der klassenkameraden ...

von FlumLehrer, am 29.10.2008, 21:31

Wie kann man aufeinander zu gehen, wenn man sich rückwärts bewegt...? Verständlich ist die Äußerung von Frau Staab dahingehend, dass es nicht wenige Lehrer gibt, die selbst mit konstruktiver Kritik wenig anzufangen wissen. Leider führt diese Forderung nach mehr Kontrolle über die Lehrerschaft völlig an der Sache vorbei, nämlich Schule gemeinsam zu entwickeln und im Gespräch zu bleiben. Wie kann eine Vorsitzende des Landeselternbeirates nur glauben, Lehrer würden auf diese Weise mit neuen Energien versorgt werden, um die Qualität ihres Unterrichtes verbessern zu können? Sie erreicht so nur das Gegenteil von dem, was eigentlich allen am Herzen liegen müsste, Eltern wie Lehrern und natürlich den Schülern: Eine vertrauensvolles Klima zu schaffen, das geprägt ist von Respekt voreinander, dem Mut zu Fehlern zu stehen und daraus lernen zu dürfen sowie die Gewissheit zu haben, dass Probleme immer erst Vis-a-vis besprochen werden. Auf keinen Fall aber so, wie es Madame Staab begreift.

von Peter Faber, am 02.11.2008, 10:19

Miteinander Reden und den Partner wahrnehmen.

Das bildet Vertrauen, dass wir im Umgang mit Schule und Eltern brauchen.

Dazu gehört aber auch ein KM der die Stimmen der Schulen und der Eltern wahrnimmt und deren vilefältigen Erfahrungen auch in seinen Entscheidungen erkennen lässt.

Sicherlich darf die Schule bei der Frage nach der Qualität im Unterricht nicht einfach den Kopf einziehen und angegegriffen reagieren.

Wir alle kennen Kollegen, bei denen sich die Frage nach pädogischen Sinn und Unsinn ganz ernst stellt.

Wo aber bleibt in solchen Fällen die Schulleitung und die entsprechenden Vorgesetzten?

Oft fehlt hier das Rückrat der vorgestetzten Dienststellen, um Änderungen anzubahnen.

Das schafft Unmut auf der Elternseite.

Aber würden sich die Eltern einmal die Mühe machen und Lehrern zuhören, dann würden sie erkennen, dass auf der Elternseite fast noch mehr im Argen liegt.

Fehlende Untterrichtsmaterialien für über 4 Wochen, auch in den ersten Klassen keine Seltenheit, zu spät kommenede Kinder.( ich höre schon wieder die Aufrechnung, die Lehrer kommen auch zu spät), diese Liste lässt sich lange fortführen.

Wie wäre es wenn wir einander zuhören,

jeder versucht die Punkte seiner Seite zu überdenken und bringt den Mut auf, andere anzusprechen.

Schulleitung und Lehrer -- Lehrer

Lehrer--- Schulleitung

und

Eltern ---Eltern.

Dieses Gebiet ist so komplex, dass es mit Schuldzuweisungen nicht gelöst werden kann.

Ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe ist ein Anfang.

Gefragt sind Entscheidungträger in Stuttgart, die mit ihren nachvollziehbaren Entscheidungen sehr oft erst für diese Auseinansersetzungen sorgen.

Genau in Stuttgart könnten sinnvolle und richtungsweisende Entscheidungen entstehen.

Nehmen wir alle die Feder in die Hand und fordern unsere Vetreter auf, uns zuzuhören. Mit uns meine ich Schulleitungen, Lehrer und Eltern.

Seien wir unsere Kindern ein Vorbild und verlassen die träge Bank des Nörgelns und machen uns alle unbequem.

Das Vorbild "Zivilcourage" bringt unsere Kinder weiter und nicht " verzweifelte Fragebögen", egal in welche Richtung.

von Ein Vater, am 12.11.2008, 17:43

Danke Frau Staab! Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass die Schule mit Wünschen oder Kritik nicht umgehen kann. Die betreffenden Lehrer verwenden sie dann schamlos gegen die Kinder. Wir Eltern halten uns in der Folge lieber ganz raus, um unseren Kindern nicht auch noch zusätzlich zu schaden. Dabei sind die Missstände längst allen bekannt und ganz offensichtlich. Bei uns in Herrenberg gibt es unglaubliche Beispiele in großer Zahl. Die Lehrerbewertungen unter spickmich.de sind da durchaus treffend und sollten von verantwortlicher Stelle mal ernst genommen werden.

Ich finde den Ansatz von Frau Staab sehr gut und wünsche ihn mir. Es ist ein Weg, pädagogische Qualität und Leistung guter Lehrer/-innen endlich mal anzuerkennen und zu belohnen. Und es ist ein Weg, Ungerechtigkeit und Unfähigkeit einzudämmen. In der Industrie gibt es das längst.

Wenn von Land und Schulleitung nichts kommt, die Missstände zu bekämpfen, muss es doch von anderer Seite kommen. Und zwar dringend !!!

von Sofie M., am 17.12.2008, 13:31

Was wollen wir denn beurteilen?

Als Elternteil kann ich doch nur beurteilen, was ich auch selbst gesehen/gehört habe, aber viele der Probleme landen nur gefiltert (durch das eigene Kind) bei uns. Warum ist es in Baden-Württemberg, anders als z.B. in Hessen, zum Beispiel nicht möglich den Unterricht selbst einmal zu beobachten? Ein guter Lehrer kann doch wohl kaum etwas dagegen haben...

von normaler Lehrer, am 24.11.2009, 21:33

Kommt vorbei liebe Eltern!

Jederzeit!


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