(redaktion) Protest von Lehrern und auch von Seiten des Ministeriums hat sich die baden-württembergische Vorsitzende des Landeselternbeirates, Christiane Staab, jetzt eingehandelt. Im SWR hatte die Elternvertreterin unter anderem eine stärkere Kontrolle der Lehrer gefordert. Nur so könne die Qualität des Unterrichts an den Schulen sichergestellt werden, erklärte sie.
Die jüngste Breitseite der Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab gegen die Lehrerschaft sei nicht das, was Schule voranbringe, monierte daraufhin der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Michael Gomolzig. Allgemeines Misstrauen und pauschale Vorwürfe seien die schlechteste Basis für gute Schulentwicklung.
Die Elternvertreterin hatte unter anderem erklärt, Eltern müssten immer mehr befürchten, dass ihren Kindern Nachteile entstünden, wenn sie sich über Lehrer beschwerten. "Damit wird jede Form von Zivilcourage abgetötet und es wird immer schwieriger, Elternvertreter zu finden", so Staab wörtlich.
Abhilfe könnten Fragebögen schaffen, die an Eltern und Schüler in jeder Schule ausgeteilt würden. Denn es könne nicht sein, dass ständig nur in einer Richtung Noten gegeben würden. In den Fragebögen sollten maximal zehn Kriterien abgefragt werden, etwa ob die Kinder gern zur Schule gehen, ob sie Nachhilfe erhalten und ob das Unterrichtstempo angemessen sei.
Wenn der Landeselternbeirat (LEB) nun noch mehr Kontrolle der Lehrer fordere, könnten Lehrer versucht sein, andersherum auch mehr Kontrolle der Eltern fordern, konterte der VBE. Lehrer könnten sich gleichfalls Fragebogen an Eltern vorstellen, die evaluieren, "ob Kinder nach einem ordentlichen Frühstück und mit einem gesunden Vesper zum Unterricht geschickt werden; ob Eltern kontrolliert haben, dass sich sämtliche benötigten Unterrichtsmaterialien und die Hausaufgaben im Schulranzen befinden".
Auch das Ministerium wies den Vorschlag der Elternvertreterin zurück. Das bisherige Verfahren der Evaluation an Schulen sähe die verbindliche Einbeziehung von Rückmeldungen durch Schüler und Eltern ausdrücklich vor. Als wenig hilfreich bezeichnete ein Sprecher verallgemeinernde Aussagen zur Kritikfähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern. "Pauschale Schuldzuweisungen tragen nicht zu einem gedeihlichen Zusammenwirken von Lehrkräften und Eltern bei."