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Abspicken wird immer schwieriger

Software zur Plagiatserkennung getestet

Mehr zu: E-Learning, Fachhochschule, Informatik, Medienkompetenz, Plagiat, Urheberrecht, Sonderthemen, Hochschule
03.11.2008 -

(redaktion/idw) Handelt es sich bei einem Aufsatz um ein Plagiat oder um das geistige Produkt des Autors bzw. der Autorin? Das war auch in diesem Jahr die Gretchenfrage, mit der Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, ausgewiesene Plagiatsforscherin an der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW), gängige Softwareprodukte zur Erkennung von Plagiaten auf den Prüfstand stellte. Nach ernüchternden Testergebnissen in den Jahren 2004 und 2007 fällt ihr Résümee in diesem Jahr erfreulicher aus. "Die Systeme haben sich deutlich gebessert", sagt die Professorin für Internationale Medieninformatik.

Insgesamt 24 Softwareprodukte haben Prof. Dr. Weber-Wulff und ihre studentische Mitarbeiterin Katrin Köhler in den vergangenen Monaten untersucht; exakt 16 Systeme konnten sie schließlich bewerten. Die Methode war immer dieselbe: das Softwareprodukt wurde mit 41 Aufsätzen konfrontiert und dabei gecheckt, inwieweit es in der Lage ist, einen Text zuverlässig daraufhin zu überprüfen, ob der Verfasser bzw. die Verfasserin sich fremder Gedanken und Ideen bedient, also des Diebstahls geistigen Eigentums schuldig gemacht hat. Gleichzeitig wurde der Bedienkomfort gecheckt. Zum ersten Mal wurden auch systematisch Tests zur Erkennung von sogenannten Kollusionen vorgenommen. Von Kollusionen spricht die Plagiatsforscherin, wenn Studierende bereits existierende Arbeiten von Kommilitonen übernehmen, sie leicht modifizieren und dann als eigene Arbeiten einreichen, in der Hoffnung, in der Masse unterzugehen.

Fazit Prof. Dr. Weber-Wulff: "Während man bis vor kurzem genauso gut eine Münze hätte werfen können, vermochten die guten Softwareprodukte jetzt mindestens 75 Prozent der Testfälle richtig zu deuten". Herausgerechnet wurden dabei die unmöglichen Fälle, d. h. die Sorten von Plagiat, die kein System erkennen kann - geschulte Lehrkräfte allerdings sehr wohl.

Testsieger 2008 ist die Software "Copyscape Premium". Das Produkt stammt von der Indigo Stream Technologies Ltd, die auch Google-Alerts betreibt. Bei der Premium-Version werden 5 Cent pro Suche fällig. Die kostenlose Version "Copyscape free", die zehn Mal pro Monat genutzt werden darf, landete immerhin auf Platz 3. Als nach wie vor problematisch bezeichnet die Plagiatsforscherin die von den Herstellern stark beworbenen Systeme wie Turnitin oder Plagairism-Finder. Diese würden zwar gelegentlich fündig werden, blieben aber im Vergleich mit anderen Systemen weit abgeschlagen.

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