(redaktion/PM) Die flächendeckende Einrichtung von Bewegungskindergärten, die Einführung des Pflichtfaches "Bewegung" in die Ausbildung von Erzieherinnen und die flächendeckende Einrichtung der "Bewegten Grundschule" haben jetzt die Herausgeber des Zweiten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts gefordert.
Insgesamt 24 Autoren haben für diesen Bericht, den die Krupp-Stiftung in Auftrag gegeben hatte, die Effekte untersucht, die Bewegung und Sport auf die sprachliche, soziale und schulische Entwicklung, die gesellschaftliche Integration und die körperliche Entwicklung von Kindern haben können. In fünf Kapiteln beschäftigen sie sich mit den Bedingungen, unter denen Kinder in Deutschland aufwachsen, mit Gesundheit und motorischem Leistungsvermögen von Kindern, mit der Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport in der frühen Kindheit und im Grundschulalter sowie mit dem Sportengagement von Kindern in ihrem normalen Umfeld und im Leistungssport.
Die drei Herausgeber des Berichts, die Professoren Dr. Werner Schmidt (Universität Duisburg-Essen), Dr. Renate Zimmer (Universität Osnabrück) und Dr. Klaus Völker (Universität Münster), stellten die zentralen Erkenntnisse der Studie vor. Sport und Bewegung seien fester Bestandteil der Lebenswelt nahezu aller Kinder und böten daher wie kaum ein anderer Bereich die Möglichkeit, positiv auf ihre Entwicklung einzuwirken. Sport und bewegungsorientierter Unterricht bereits in der frühkindlichen Erziehung und in der Grundschule, so zeige es die Forschung, unterstützten in vielfältiger Weise die sprachliche, intellektuelle und körperliche Entwicklung von Kindern. Sie leisteten zudem einen wichtigen Beitrag, soziale Schranken zu überwinden und die Integration benachteiligter Kinder abzubauen.
Diese Möglichkeiten des Sports müssten in Deutschland wesentlich systematischer und intensiver ausgeschöpft werden als bisher, so die Wissenschaftler. Ihre wichtigsten Handlungsempfehlungen für die frühkindliche Bildung, den Grundschulsport und den Sportverein lauten:
Der Bereich der frühen Kindheit, der in diesem Bericht neu aufgenommen wurde, wurde von der Osnabrücker Professorin Zimmer betreut. "Bewegung ist inzwischen als wesentlicher Bildungsbereich in allen Bildungsplänen der Bundesländer verankert", so Zimmer. Es fehle jedoch die Einsicht zur Vernetzung mit anderen Bildungsbereichen. "Wir konnten in unseren Studien nachweisen, dass über eine bewegungsorientierte Sprachförderung neben der Verbesserung der motorischen Leistungen eine große Steigerung der Sprachkompetenz der Kinder nachgewiesen werden konnte. Dies war insbesondere bei den Kindern der Fall, die in ihren sprachlichen Leistungen zu den unteren 16 Prozent der untersuchten Altersgruppe gehörten", so die Herausgeberin. "Für Kinder mit Migrationshintergrund ergeben sich so ganz besondere Chancen."